Adventszeit

Adventszeit, Tannengrün und vier Kerzen, Foto Ute Boysen

… mit fünf, mit fünfzehn und heute

Über die wohl schönste Zeit des Jahres wird immer wieder schon ab Oktober in den Zeitschriften berichtet. Sei es, dass wir zum Schmücken, Basteln und Handarbeiten angeregt werden, oder aber uns rechtzeitig Gedanken darüber machen sollen, was wir anziehen wollen an diesen so wichtigen Feiertagen. Auch das Backen darf selbstverständlich nicht zu kurz kommen und seitenweise werden Keksrezepte und Kuchenvarianten vorgeschlagen. Bunte Bildchen sollen uns animieren, alles entweder nachzuarbeiten, nachzukochen oder nachzubacken.  Selbstverständlich stehen wir spätestens am 24. Dezember wunderbar zurechtgemacht  in festlicher Kleidung entspannt  in der Küche, lächelnd die friedliche Kinder- oder Enkelkinderschar um uns versammelt und über allem ertönt das „Last Christmas“…

Adventszeit, Tannengrün + verzierte Kerzen auf Fensterbank, Foto Ute Boysen

Nun gut, beginnen wir doch einmal mit dem einleitenden Satz „über die wohl schönste Zeit des Jahres“. Hierzu fällt mir ein, dass sie damals im Jahr 1961, als ich fünf Jahre alt war, für mich tatsächlich als schönste Zeit des Jahres galt. Allein schon die Aufregung, als die Weihnachtsplätzchen gebacken wurden und wir Kinder mithelfen durften. So manch ein dunklerer Keks zeigte später an, welcher von uns geformt und ausgestochen wurde. Dann warteten wir sehnsüchtig auf Frost und Kälte, die uns nichts anhaben konnten, denn Oma’s selbstgestrickte Handschuhe, Mützen und Schals hielten uns warm, das Toben und Spielen draußen an der Luft wärmte uns zusätzlich. Und schließlich nahte der 1. Advent mit dem einfachen grünen Kranz aus Tannenzweigen und dem unverwechselbaren Duft. Die erste Kerze wurde beim nachmittäglichen Dämmerlicht angezündet – warme Erinnerungen an die Adventszeit der Kindertage.

Zehn Jahre später – im besten Teenageralter 1972 – da hatten wir mit Backen und Gedichten und draußen Toben in der Kälte schon lange nichts mehr zu tun. Genossen haben wir es trotzdem, wenn Mutti all‘ die liebgewonnenen traditionellen Arbeiten weiterführte und wir wie jedes Jahr zuvor den Duft und die Atmosphäre der Adventszeit in uns aufsogen – nur gesagt hätten wir es natürlich nie…

Und heute? Mit 61 Jahren liebe ich diese Zeit wie nie zuvor. Sie ist mir wertvoll, voller Erinnerungen an Kindertage, Jugendjahre und die vielen Jahre mit den eigenen Kindern und Enkelkindern. Noch immer zieht der Duft nach selbstgebackenen Keksen durch die Räume, sind die Fenster liebevoll weihnachtlich dekoriert, verströmt das Adventsgesteck sein Tannenaroma. Ich überlege was ich Weihnachten anziehen könnte, freue mich auf eine harmonische Familienfeier und auf friedliche Kinder und Enkelkinder, die sich um uns versammeln….

Eine wunderschöne Adventszeit mit vielen angenehmen Stunden wünscht Ihnen liebe Blogbesucher,

Ihre Ute

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