„Akte X“ – unvergessliche TV-Serien

Vor 27 Jahren, genauer gesagt im Jahr 1994, überraschte uns der TV-Sender PRO 7 mit einer Serienart, die bei vielen Zuschauern Kopfschütteln, aber bei zunehmend mehr Zuschauern Spannung hervorrief – „Akte X“. Denn wer hätte gedacht, dass die Themen dieser Serie überhaupt einmal den Weg in das deutsche Fernsehen finden, handelt es sich doch um vermeintlich Übersinnliches. Und das ist nicht jedermanns Sache.

Fantasy, Unheimliches, Foto Stefan Keller auf pixabay

Der Untertitel von „Akte X“ lautet „Die unheimlichen Fälle des F.B.I.“ (Federal Bureau of Investigation, Bundespolizeiliche Ermittlungsbehörde des US-Justizministeriums). Zuerst einmal deutet nichts darauf hin, dass wir es mit unerklärlichen, paranormalen oder übernatürlichen Vorkommnissen zu tun bekommen. Denn der Begriff „unheimlich“ hat viele Bedeutungen. So ließen wir uns überraschen von einer Serie, die erstmals im Jahr zuvor vom US-amerikanischen Sender FOX in Englisch unter dem Originaltitel „The X-Files“ ausgestrahlt wurde. In 218 Episoden, verteilt auf 11 Staffeln, konnten wir miterleben, wie sich zwei Spezialagenten mit Fällen befassen, für die FBI-Mitarbeiter mit herkömmlicher Ausbildung wenig bis gar nicht geeignet erschienen.

Fox Mulder und Dana Scully, Special Agents mit unterschiedlichem Hintergrund, bilden ein besonderes Zweierteam, denn während Mulder fest überzeugt ist von außerirdischem Leben oder auch UFOs, stellt die Forensikerin Scully zunächst einmal alles in Frage. Es soll einige Zeit dauern, bis die sachliche Agentin von ihrem Partner überzeugt werden kann und den Weg dorthin verfolgten wir Zuschauer je nach eigener Überzeugung mal bestätigend, mal ablehnend, aber immer irgendwie in den Bann der Ermittlungen gezogen.

Ihre Anweisungen zu unaufgeklärten Fällen erhalten die beiden Agenten von Walter Skinner, ihrem FBI-Vorgesetzten. Das berufliche Verhältnis zwischen Mulder und Dr. Scully gestaltet sich zunächst schwierig, denn Sculleys vorrangige Aufgabe besteht darin, ihren Kollegen im Auge zu behalten und seine Vorgehensweisen zu überwachen. Kein guter Start für ein Ermittlerteam, doch gerade die extreme Unterschiedlichkeit zwischen emotionaler Überzeugung aus persönlicher Erfahrung heraus, erlernter Sachkenntnis durch ein Psychologie-Studium und auf der anderen Seite wissenschaftlicher Herangehensweise an solchermaßen mysteriöse Fälle machen das Besondere dieses Teams und der gesamten Serie aus.

Zudem ist Mulder fest davon überzeugt, einer groß angelegten Verschwörung auf der Spur zu sein. So steht für ihn fest, dass es außerirdische Invasionsplanungen gibt, von der hochgestellte Politiker nicht nur Kenntnis haben. So sollen diese sogar für die Außerirdischen tätig werden. Die wichtigste Verschwörer Gruppe, auch Syndikat genannt, unterstützt die Außerirdischen selbst im medizinischen Bereich. Um die Spannung nicht zu nehmen, möchte ich hier nicht näher eingehen auf Serien-Interna.

Warum nun ausgerechnet Mulder und Scully auf die „X-Akten“ angesetzt wurden, erklärt sich möglicherweise aus den privaten Hintergründen der beiden Agenten. Agent Mulders Schwester Samantha wurde als Kind entführt und er erlebte dies nicht nur als kleiner Junge mit, sondern ist seitdem fest davon überzeugt, dass es sich um eine Entführung durch Außerirdische handelte. Scully dagegen ist eines von vier Kindern einer gläubigen, katholischen Familie und wurde selbst entführt. Ein später in ihrem Nacken gefundener Computerchip lässt ihren Kollegen Mulder vermuten, dass auch sie das Opfer einer außerirdischen Entführung wurde.

Im weiteren Verlauf der Serie wird von Episode zu Episode und von Staffel zu Staffel deutlicher, welche Hintergründe und Erfahrungen, welche Verschwörungen und Machenschaften langsam, aber stetig zu diversen Aufklärungen führen. Nicht immer nachvollziehbar, aber immer mit dem kleinen Zweifel „Könnte es sein?“ ausgestattet. Und so schwankten wir Zuschauer zwischen Unglauben, Faszination und Spannung, ließen uns gefangen nehmen von den Handlungen und dachten bestimmt mehr als einmal, dass es mehr zwischen Himmel und Erde geben mag, als wir bisher wissen.

Gedreht wurden mehr als die Hälfte der Episoden im kanadischen Vancouver, das ein namhaftes Filmzentrum Nordamerikas darstellt. Alle anderen Serienbeiträge entstanden im sonnigen Kalifornien. Der Drehortwechsel wurde mal kommentiert mit „Kostengründen“ und mal erklärt mit dem Schauspielerwunsch „Mulders“, wieder näher bei seiner Frau zu leben. Ebenfalls erwähnenswert ist die Tatsache, dass auch in dieser Serie bekannte Darsteller Gastrollen in der Serie belegen. Neben Seth Green (Der Staatsfeind Nr. 1) oder Jodie Foster (Panic Room) waren auch James Franco (Spider-Man 3) und Burt Reynolds mit von der Partie.

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