Andalusiens Küstenschäden

Vernichtendes Wetter im Südosten Andalusiens

Begonnen hatte es schon im November vergangenen Jahres mit verheerenden Stürmen an Abschnitten der Costa del Sol. Doch dann im März d. J. brach die „Calima“ (Dunst) über Land und Leute herein.

Was wir in Deutschland als „Saharasturm“ bezeichnen hinterlässt einen leichten gelben Staubfilm auf Autos, Fensterbänken und Gegenständen. Was in Spanien allerdings ein Saharasturm bedeutet, das konnten wir anhand der nachfolgenden Wetterverhältnisse selbst anschauen.

Costa del Sol, Sturmschäden an Privathäusern, Foto Ute Boysen

Zunächst, so wurde auch in Deutschland im TV kurz berichtet, überzog ein roter Dunst (von den Spaniern „Calima“ genannt) aus feinstem Wüstenstaub die Küste. Dieser Staub war so intensiv, dass Luft und Land trüber und milchiger wurden, allerdings in rot-orange-farbenem Dunstschleier. Danach setzte heftiger Regen ein… Die durch und durch staubige Luft wurde durch Regen angereichert zu einer Art Matsch. Und so sah innerhalb kürzester Zeit die Landschaft aus, die Dörfer, die Städte, die Gebäude, die Strände – einfach alles. Innerhalb einer Woche passierte dies zwei Mal…

Die starken Niederschläge hielten an. Flüsse und Bäche traten über die Ufer, Straßen mussten gesperrt werden, Gullis, wo vorhanden, verstopften.

Costa del Sol, Sturmschäden an der Küste, Foto Ute Boysen

Nun folgten starke Stürme, die unter anderem an den Küsten schwere Schäden hinterließen. Waren durch die Regenmassen schon am Strand gelegene Gartenmauern der Häuser unterspült worden, so sorgte jetzt das aufgewühlte Meer mit extrem hohen Wellen dafür, dass die Gartenanlagen zerstört wurden, Mauern fielen und Häuser absackten. Das Chaos war perfekt und viele Strandabschnitte wurden schmaler und schmaler.

Costa del Sol, ehemaliges Strandrestaurant nach Sturmschäden, Foto Ute Boysen

Die ansässigen Chiringuitos (Strandbars und Strandrestaurants) verloren teilweise ihre Außenterrassen und die im Strand versenkten Kanalisationsschächte mit den darunterliegenden Abwasserrohren wurden an vielen Stellen schwer beschädigt. Die Folge: große Probleme mit der Wasserqualität, Badeverbot, weggerissener Strand, nicht auszuhaltender Gestank, verdreckte Strände durch angespülten Unrat, Holz, Pflanzen, Schilf, Strandgut.

Costa del Sol, Arbeiten an der Kanalisation und an Gebäuden, Foto Ute Boysen

Die Kommunen aktivierten umgehend was immer möglich war mit schweren Maschinen, Fahrzeugen, Manpower. Vor Ostern sollte alles fertig und wiederhergestellt sein, der Saison, der Touristen wegen. Geklappt hat es leider nicht überall. Nun hoffen alle auf die zügige Instandsetzung der wichtigsten Strände. Doch bis die ehemals weißen Gebäudefassaden und die für Andalusien so charakteristischen Rauhputzmauern wieder sauber und frisch gestrichen in der Sonne leuchten können, werden wohl noch Monate vergehen.

Und was ist mit den Stränden? Kommt der Sand von allein wieder mit den nächsten hohen Wellengängen? Wohl eher nicht. Aufschütten heißt es für die Gemeinden, die das auch finanziell gesehen allein nicht bewerkstelligen können. Hier sind auch die Küstenbehörden gefordert, die dem Umweltministerium unterstehen. So hießt es auch hier: hoffentlich klappt alles zur Sommersaison 2022!

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