„Auf den Hund gekommen“

Aus dem Fundus unserer Sprache

Sprichwort Auf den Hund gekommen, verzweifelter Mensch, Foto Lucie Gerhardt pixelio.de

Wir benutzen sie gerne und oft und sie sind nicht wegzudenken aus unserer Sprache. Gemeint sind die Redensarten und Sprichwörter, von denen es wirklich viele gibt. Nicht immer erschließt sich uns die Herkunft und häufig genug kommt es vor, dass dem Einen oder Anderen unter uns auch die Bedeutung nicht ganz klar ist. So zum Beispiel beim heutigen „auf den Hund gekommen“. Woher kommt diese „Umschreibung“? Was bedeutet sie?

Ernst Billermann (65) meinte, dass es sich hier um Jemanden handeln könne, der sich lange keinen Hund leisten konnte, da ihm die Mittel fehlten. Im allerweitesten Sinne könnte man dies so stehenlassen, denn es geht tatsächlich darum, sehr wenig oder kein Geld mehr zu haben oder einen Verlust in Sachen „Ansehen“ erlitten zu haben.

Der Fachbereich „Sprachwissenschaft“ schaut immer mal wieder in das sehr alte 33 Bände umfassende „Deutsche Wörterbuch“ der Brüder Grimm. Ja wirklich – es sind die Brüder Grimm, die uns alle die Grimm’schen Märchen hinterließen. Vor nahezu 200 Jahren hatten sie die Idee, unsere damaligen deutschen Wörter nicht nur niederzuschreiben für die Nachwelt, sondern auch die tägliche Nutzung, die Herkunft und die Bedeutung schriftlich festzuhalten. Letztendlich in 33 Bänden.

Aus diesen Aufzeichnungen geht also hervor, dass es für das heutige Sprichwort verschiedene Deutungen gibt. Zum einen soll es auf der Todesstrafe „Hängen“ beruhen. Mit einem Hund um den Hals gebunden oder neben einem Hund hängend stranguliert zu werden zählte schon zu den harten Strafen der damaligen Zeit. Es war also jemand „auf den Hund gekommen“. Dies würde besagen, dass jemand sein gutes Ansehen verloren hat und verachtet wird.

Aber auch weniger krasse Deutungen kommen dem Sprichwort zu. So soll es sich um eine Geldtruhe handeln, deren Boden die Zeichnung oder das Bild eines Hundes zierte. Wurde mehr und mehr Geld aus der Truhe entnommen, konnte die Abbildung des Hundes zum Vorschein kommen. Man war sozusagen „auf den Hund gekommen“. Auch eine glaubhafte Variante, die besagt, dass es jemandem finanziell schlecht geht.

Wie gesagt, es lässt sich nicht immer ganz klar herausfinden, welchen Ursprungs eine Redewendung oder ein Sprichwort nun wirklich ist. Doch bei diesem heutigen Thema ist zumindest unzweifelhaft klar, wann wir es im Sprachgebrauch einsetzen. Immer dann, wenn es jemandem sehr schlecht geht in Sachen Finanzen oder Leumund/Ansehen/guter Ruf – dann ist dieser Mensch „auf den Hund gekommen“.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here