Bestattung – vereinheitlichen?

Wolkengebilde am blauen Himmel, Foto Ute Boysen

In der vergangenen Woche habe ich eine liebe Freundin auf ihrem letzten Weg begleitet. Zu einer Beerdigung zu gehen fällt mir schon sehr schwer, wenn es sich nicht um einen nahestehenden Menschen handelt. Aber dieses Mal…

Traurig ist solch ein Anlass immer. Warum ich aber darüber schreiben möchte ist folgender Grund: ich bin protestantisch und der Ablauf einer Beerdigung verläuft im evangelischen Christentum anders als bei einer katholischen Bestattung. Komme ich also zu einer katholischen Beerdigung, dann ist für mich die gesamte Zeremonie „anders“. Das heißt, ich kenne mich nicht aus mit den von den Anwesenden mitgesprochenen oder nachgesprochenen Worten des Geistlichen. Der Ablauf ist mir unbekannt und ich fühle mich dadurch irgendwie ausgeschlossen.

So war es jetzt auch wieder. Gerade wenn es sich um eine kleine Trauergemeinde handelt, fällt es schon sehr auf, stumm und mit gesenktem Kopf neben den sprechenden, betenden Mitmenschen zu stehen. So beschränkte ich mich auf das vertraute gemeinsame „Vater unser“ und „Amen“.

Was bleibt, ist der Eindruck, einer „anderen“ Religion anzugehören und die Frage, ob ein Bestattungs-, Beerdigungsritual in unserer christlichen Religion nicht vereinheitlicht werden kann. Damit solche Gedanken des „Fremdseins“ oder der „Nichtzugehörigkeit“ gar nicht erst aufkommen können.

Letztendlich aber sage ich mir: ich konnte meine Freundin auf ihrem letzten Weg begleiten.

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