„Bio“-Kunststoff kein „Bio“-Produkt

Vorsicht vor Alternativmaterialien!

Kunststoff Gegenstände, Foto Katrina S., pixabay

In einem meiner vorherigen Berichte habe ich schon einmal über die gesundheitsschädlichen und –gefährdenden Kunststoffe im Zusammenhang mit der Mikrowellenerwärmung berichtet.

Nun sollte also eine Alternative zu herkömmlichen Materialien aus Melamin und Formaldehyd die Verbraucher beruhigen – Bambusfasern. Was sich so wunderbar natürlich und umweltfreundlich anhört ist jedoch wieder nur unter „Schönrederei und Vermarktung“ zu verbuchen. Denn wie das Bundesinstitut für Risikobewertung vor einigen Wochen veröffentlichte, sind die als „Bambusware“ beworbenen Produkte aus Kunststoff, jedoch mit Bambusfasern als Füllstoff gefertigt, siehe Link www.bfr.bund.de

Unter www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt können Sie sich noch eingehender zum Thema „Bio-Kunststoffe“ informieren, denn dieser Begriff suggeriert Natürlichkeit und ökologischen Anbau. Tatsächlich gibt es laut Verbraucherzentrale keinen „Bio-Kunststoff“. Hier wäre der Begriff „Agrokunststoff“ passender angebracht, da die Rohstoffe landwirtschaftlich erzeugt werden. Aber, und auch das muss erwähnt werden, selbst bei den Agrokunststoffen werden chemische auf Erdöl basierende Zusätze benutzt. Aus diesem Grund ist eine Kompostierung nicht wünschenswert!

Es gibt allerdings auch Kunststoffe aus pflanzlichen Rohstoffen wie Polymilchsäuren (PLA), die kompostiert werden könnten. Doch werden sie bisher im Biomüll als Störstoff aussortiert und verbrannt. Auch hierzu finden Sie nähere Einzelheiten unter dem Link der Verbraucherzentrale.

Zurück zum mittlerweile recht beliebten Bambus-Geschirr. Hier sollten nur kalte oder handwarme Getränke und Gerichte verzehrt werden. Ab einer höheren Temperatur wird der Kunststoff beschädigt und kann sich zersetzen. Denn, wie gesagt, es liegen die MFH-Kunststoffe zugrunde (Melamin-Formaldehyd-Harze).

Einer der Schwerpunkte bei der Überwachung von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) liegt ebenfalls auf dem Bambusfaser- und Maismehl-Geschirr. Auch hier werden Gesundheitsrisiken gesehen und irreführende Bezeichnungen. Denn die angeblich „natürlichen“ Rohstoffe enthalten wie bereits erwähnt die MFH-Kunststoffe.

Es gilt tatsächlich zu überdenken, ob Geschirr oder andere Gegenstände, die mit heißen Lebensmitteln und Getränken in Kontakt kommen kaufens- oder schenkenswert sind. Glas oder Porzellan scheinen immer noch die beste Alternative zu sein – unserer Gesundheit zuliebe.

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