Von Kassenbons + Alltagsgegenständen

Bisphenol A – besorgniserregend

Kassenbons aufgespiesst, Foto Tim Reckmann_pixelio.de

Immer mal wieder hören wir im TV oder Radio von schädlichen Inhaltsstoffen oder neuen Untersuchungen zu X und Y. Wirkliche Gedanken machen sich die meisten Mitmenschen allerdings erst, wenn sich derartige Meldungen häufen. Nun finden sich aber gerade auch im Internet teilweise haarsträubende Informationen zur Produkten oder deren Nebenwirkungen, Auswirkungen, Begleiterscheinungen und dergleichen.

Wie allgemein bekannt ist, darf aber im Internet jeder schreiben und veröffentlichen und nicht immer handelt es sich um seriöse Berichterstattung. Weshalb ich beim heutigen Thema unter anderem auf eine Pressemitteilung des Umweltbundesamtes zurückgreife. Doch worum geht es überhaupt? Und was ist Bisphenol A?

In der Pressemitteilung heißt es „Das Umweltbundesamt (UBA) begrüßt die Entscheidung der EU, die Chemikalie Bisphenol A nun auch aufgrund ihrer hormonellen Wirkungen auf Tiere in der Umwelt als besonders besorgniserregend anzuerkennen“. Weiterhin wird erklärt „…gehört mit 3,8 Millionen Tonnen pro Jahr zu den am meisten produzierten Chemikalien weltweit“.

Bisphenol A findet sich in vielen Produkten, die wir täglich benutzen, ohne dass wir uns Gedanken darüber machen würden. Doch liest man den Bericht des UBA in voller Länge (https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/eu-erkennt-bisphenol-a-als-besonders) wird schnell klar, um welch‘ Nachdenkens werten Stoff es sich hier handelt. Die Gesundheitsrisiken lesen sich in verschiedenen Berichten wie folgt: Bisphenol A soll unter anderem

eine fortpflanzungsschädigende und hormonelle Wirkung haben
krebserregend sein
zu Stoffwechselkrankheiten führen und
bei Kindern verschiedene Störungen hervorrufen

Im täglichen Umgang mit unseren Alltagsgegenständen wie CD’s, Sonnenbrillen, Plastikbehältern in der Küche, aber auch Farben und Lacken, Nagellacken und man höre und staune „Kassenbons“ sollte daher besondere Vorsicht geboten sein. Und mit diesen ausgedruckten Kassenzetteln hat so gut wie jeder Kunde im stationären Handel zu tun. Was macht diese zu einem „gefährdenden“ Objekt? Es ist das Zusammenspiel von Papier und Farbe und betrifft gleichermaßen andere Belege, die ausgedruckt werden. Hier kommt kein Toner (Farbmittel für elektrostatische Druckverfahren, Quelle Wikipedia) zum Einsatz, sondern unter Verwendung von Thermopapier wird mit Wärme aufgedruckt. Doch Thermopapier enthält hohe Bispenol A Werte. Nähere Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu Risiken und Verbots-Entscheidungen können Sie unter https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_bisphenol_a_in_verbrauchernahen_produkten-7195.html nachlesen.

Fakt ist: Wir berühren ständig die ausgedruckten Belege wie Kassenbons, Fahrscheine oder Eintrittskarten. Haben diese teilweise sogar längere Zeit in der Hand. Doch Bisphenol A wird über die Haut aufgenommen und dies verstärkt über eingecremte oder schwitzende Hände. Die Empfehlung: Umgehendes Händewaschen nach dem Berühren dieser Kassenbons oder anderer Belege. Ich stelle mir diesen Rat als nicht sehr alltagstauglich vor, denn wer hat schon die Möglichkeit, sich nach dem Ausdrucken von Fahrscheinen, Kontoauszügen oder nach dem Kassiervorgang, sofort die Hände zu waschen? Möglicherweise helfen Feuchttücher (welche auch nicht sehr umweltfreundlich in der Entsorgung sein sollen) oder kleine Fläschchen mit Desinfektionsmitteln (welche allzu häufig angewandt die Haut austrocknen lassen sollen).

So gesehen wissen wir nun schon etwas mehr über die Gefahren der Chemikalie Bisphenol A – wie wir aber im Speziellen nach dem Berühren der Kassenbons vorgehen können ist nicht ganz problemlos. Auf den Kassenzettel verzichten? Das ist auch keine Lösung, denn entweder benötigen wir diesen als Garantie-Beleg, als Umtauschbeleg oder aber im nächsten Geschäft mit gleichem Produktangebot als Kaufnachweis. Demzufolge sollten wir diesen kleinen Zettel auf jeden Fall entgegennehmen.

Wie Sie im Anschluss Ihre Hände reinigen wird jeder für sich entscheiden, aber eins steht fest: die Hände sollten auf jeden Fall von den Spuren des Bisphenol A gereinigt werden, da die Gesundheitsgefährdung nicht unterschätzt werden darf!

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