Bonanza – unvergessliche TV Serien

Cowboys, Foto April Goucher by pixabay

Pferde, Gewehre, Pistolen, Cowboyhüte und Indianer – viel mehr braucht es nicht, um einen Westernfilm zu drehen. Umso besser natürlich, wenn ein wenig Handlung hinzugefügt wird und das Gute über das Böse siegt. Das ist die einfache „weibliche“ Sicht auf diese Art Film. Selbstverständlich gab und gibt es enorme Unterschiede in diesem Genre der Filmindustrie, man denke nur an „Spiel mir das Lied vom Tod“. Doch hier und heute möchte ich „Bonanza“ aufgreifen – eine Serie, an die sich bis heute viele Menschen erinnern.

Bereits im Jahr 1959 strahlte der amerikanische Sender NBC die erste Folge dieser Westernserie aus. Drei Jahre später hatte sich auch die deutsche ARD dazu entschieden, den Zuschauern einzelne Episoden zu zeigen, die bei den Zuschauern gut ankamen. Erstaunlicherweise wurde die Serie dennoch abgesetzt. Jahre später entschied das ZDF, diese Westernfilme erneut ins Programm aufzunehmen und landete damit einen mehr als 10 Jahre andauernden Bonanza-Hype.

Wie schon bei den Serien „Daktari“ und „Flipper“ ist mir aufgefallen, dass es sich auch bei „Bonanza“ um eine „frauenlose“ Familie handelt. Wieder einmal gibt es einen Vater und seine Söhne. Dieses Mal ist Ben Cartwright das Familienoberhaupt. Wir befinden uns um das Jahr 1860 herum. Drei Mal verwitwet hat er von jeder seiner verstorbenen Frauen einen Sohn bekommen – Adam, Hoss und Little Joe. Diese Namen sind bei allen von mir befragten älteren Fernsehzuschauern nach wie vor präsent. Alle drei Söhne unterscheiden sich nicht nur im äußeren Aussehen voneinander, sondern auch und vor allem von ihren Wesensarten und Interessen.

Adam, der eher nachdenkliche und in sich gekehrte älteste der Brüder, trägt vorzugsweise schwarze Kleidung. Hoss, der tatsächlich Eric heißt, trägt etwas Übergewicht mit sich herum, besticht in der Serie durch, sagen wir einmal, „verrückte Hobbyideen“ und ein liebenswertes Naturell. Little Joe schließlich ist das gutaussehende jüngste Familienmitglied, den Frauen sehr zugetan. Verheiratet ist keiner der Söhne.

Dies ist also die Familie. Nicht wegzudenken aus der Serie ist allerdings der chinesische Koch Hop Sing, der das „R“ nicht aussprechen kann und so immer wieder für lustigste Wortkreationen sorgt. Sagt er beispielsweise „Mistel Caltwlight“ kann der Fernsehzuschauer gar nicht anders, als amüsiert schmunzeln. Die Männer leben auf der Ponderosa-Ranch im US Staat Nevada, züchten Rinder (die man selten bis gar nicht zu sehen bekommt), haben mit der Holzgewinnung und Holzverarbeitung zu tun und besuchen hin und wieder das in der Nähe gelegene Städtchen Virginia City. Den Namen erhielt die Ranch, aufgrund der im Westen der USA angesiedelten Kiefernart „Pinus ponderosa, auch Ponderosa-Kiefer genannt“ (Quelle: Wikipedia).

Nun haben wir also die Familie, die Ranch und die Kleinstadt. Wie in den meisten alten Wildwestfilmen, kurz Western genannt, dürfen die Indianer nicht fehlen. Doch völlig anders als in anderen Western wird bei Bonanza nicht ununterbrochen geschossen oder mit Speeren attackiert. Der in der Nähe der Ranch lebende Indianerstamm der „Paiute“ verhält sich gegenüber den Weißen wechselhaft. Die Familie Cartwright dagegen ist den Indianern gegenüber immer friedlich eingestellt. Sehr selten nur spielen Waffen eine Rolle, vielmehr setzen Vater und Söhne auf Gespräche, auf Vernunft, auf Kompromisse, auf Streitschlichtung. Sie unterstützen den Sheriff, wo immer es erforderlich wird, und der hart arbeitende Zuschauer fragt sich wohl des Öfteren, wann denn die Familie ihren Ranch-Aufgaben nachgehen mag…

Doch egal – es gab zu dieser Zeit nur zwei Fernsehprogramme im deutschen Fernsehen und genau das machte die übergroße Beliebtheit der Serie „Bonanza“ zusätzlich aus! Neben der eher nüchternen, sachlichen Berichterstattung stach die US-Serie heraus und bannte Millionen Zuschauer vor die Geräte.

Sehen wir uns die Schauplätze der Dreharbeiten an, dann gibt es auch hier wieder Überraschendes zu berichten. Angesichts der Größe der US-Staaten sollte man davon ausgehen, dass diese Serie ausschließlich in der Weite der Landschaft entstand. Doch weit gefehlt. Die Innenaufnahmen entstanden komplett in Aufnahmestudios, das Ponderosa-Ranch-Haus mit Umgebung lag in einem ausgebauten Themenpark namens „Incline Village“, der erst im Jahr 2004 geschlossen wurde.

Und zum Schluss noch eine kleine Anmerkung: Film- und Serienliebhaber wissen, dass es immer wieder zu sogenannten „Filmfehlern“ kommt. So auch bei der Serie „Bonanza“, denn ob man es glaubt oder nicht, zur angesiedelten Spielzeit der Episoden um 1860 herum waren Reißverschlüsse noch kein gängiges Verschlussutensil. Knöpfe, Bänder, Hosenträger und Gürtel hielten die Männerhosen an Ort und Stelle. Doch alle Männer der Serie Bonanza trugen Hosen mit Reißverschlüssen…

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