Bosseln? Was ist das denn?

Bosseln, Daube und Bosseln am Ende der Bahn, Foto Ute Boysen

Ein Vereinssport auch für Senioren

Denken Sie das auch?  Dann gehören Sie zur Mehrheit der Befragten, denn die Sportart „Bosseln“ ist relativ unbekannt. In unserer Stadt bietet der BSG-Verein als einziger diesen Sport an und freut sich auf weitere Mitspieler. Doch was ist denn nun „Bosseln“? Ist es gefährlich? Anstrengend? Hat es mit Wasser zu tun? Nichts von alle dem.

Es handelt sich um eine Hallen-Mannschafts-Sportart und die Holz-Schiebestöcke werden „Bosseln“ genannt. (Nicht zu verwechseln mit der friesischen Sportart „Boßeln“, einem völlig anderen Spiel!) Am ehesten lässt sich der Sport wohl vergleichen mit den Regeln und dem Aufbau des Stockschießens. Gebosselt wird in Turnhallen, die eine spezielle Bosselbahn mit vorgegebenen Maßen bereitstellen.

Bosseln, Logo des BSG Vereins Bocholt, Foto BSG Verein

Werner G., (ehemaliger Vorsitzender des BSG-Vereins erklärte: „Dieser Sport ist prädestiniert für Senioren, weil keine Anregung zum Hochleistungssport gegeben wird“. Ganz besonders hebt er hervor, dass Bosseln eine Sportart für den Behinderten- und Reha-Sport ist und Prävention und Rehabilitation im Vordergrund stehen. In den speziellen Sportgruppen des BSG erhalten die Sportler und Spieler bei Bedarf fachliche und ärztliche Betreuung.

Ein gesundes Maß am „Gewinnen wollen“ ist jedoch ebenfalls vorhanden. So spielen die Mannschaften zum Beispiel gegen zahlreiche Mannschaften der näheren Wohnort bezogenen Umgebung oder auch im Ruhrgebiet gegen Sportkollegen aus Gladbeck oder Recklinghausen. Zu diesen Wettkämpfen kommen jüngere und ältere Bosselspieler zusammen. Alfred Bücker, heutiger Vorsitzender des BSG Vereins ergänzt hierzu, dass jährlich ein Bosselturnier stattfindet. Im Oktober 2017 erlangte die Bocholter Mannschaft von 10 teilnehmenden Gruppen den 3. Platz.

Bosseln, Wurf mit vollem Körpereinsatz, Foto Ute Boysen

Die hier kurzgefassten Spielregeln sollen Sie neugierig machen auf einen Sport, der keine Höchstleistungen erfordert: Am Ende der Spielbahn befindet sich das Zielkreuz, in dem die „Daube“ liegt. Das ist ein kleiner roter Holzwürfel von 10 cm Seitenlänge. Mit der 20 cm langen Holzbossel, die einer Halbkugel mit Griff ähnelt und etwa 4,5 kg wiegt, versuchen die Spieler nun ihre Bosseln so nahe wie möglich an die Daube zu bringen. Die gesamte Bahnlänge beträgt jedoch 16 m und so ist es auch für Laien vorstellbar, wie präzise die Würfe sein sollten, um auf dieser Länge einen kleinen Holzwürfel zu treffen.

Bosseln, Spieler zählt Punkte aus, Foto Ute Boysen

Verschiedene Würfe erlangen unterschiedliche Wurfpunkte und die Mannschaft mit den meisten Punkten eines Spiels hat gewonnen. Die unterschiedlich farbigen Markierungen am Handgriff der Bosseln weisen auf die jeweilige Mannschaft hin.

„Das Gedächtnis wird bei diesem Sport herausgefordert und gefördert, denn es müssen die Regeln und die Punktevergabe gelernt und viele Wurftechniken geübt werden“, berichtete Werner G. und „das Bosseln ist auch geeignet für Alleinstehende, die sich ein wenig sportlich betätigen und gleichzeitig in der Gemeinschaft die sozialen Kontakte pflegen wollen.“ Ein äußerst wichtiger Aspekt gerade im Seniorenalter.

Die Bosselmannschaft ist sehr an neuen Mitspielern interessiert und freut sich auf reges Interesse. Sie können dem Verein BSG als Mitglied beitreten und sämtliche Vorteile des Vereinslebens nutzen oder aber pro Bossel-Übungsstunde einen geringen Betrag bezahlen. Nähere Auskünfte erteilen Ihnen gerne Alfred Bücker unter der Telefonnummer 02871-226303 oder Maria Kosoris 02871-2919398.

3 Kommentare

  1. Bosseln ist ein Hallensport, es ist Wetter unabhängig, und es macht riesig Spass und den Kopf frei. Die Gemeinschaft wird gepflegt, und das Treffen mit anderen Vereinen beim Turnier ist sehr gut und macht doppelt viel Spaß.

    • Hallo Gitta,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich hatte schon beim Zusehen
      viel Spaß und finde diesen Sport auch sehr gesellig! Gruß, Ute

  2. Ich kenne Bosseln auch als Freizeitgestaltung in der freien Natur. Der Brauch ist in Andalusien sehr beliebt und bringt eine Menge Spaß und Freude. Marlis R.

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