Bridge – eine geistige Herausforderung (Teil 1)

Aus der Reihe „Die Hobbies der Senioren“

Kartenspiel, Kartenausgabe, Foto jackmac34 auf pixabay

Was das „Schach“ bei den Brettspielen, ist das „Bridge“ unter den Kartenspielen und es ist ein Spiel für vier Personen. Dies ist eine äußerst knapp gehaltene Beschreibung für ein hochkarätiges Kartenspiel. International hat Bridge, das wie Schach zu den Denksportarten zählt, einen höheren Stellenwert als in Deutschland noch. Die Zahl derjenigen, die Bridge auch in unserem Land zu ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung zählen, steigt jedoch kontinuierlich.

Spaß am Kartenspielen generell und insbesondere am strategischen wie taktischen Spiel sind die besten Voraussetzungen für das Erlernen des Bridge.

Die 72jährige Hannelore Uebbing spielt nicht nur Bridge seit 24 Jahren, sie ist gleichzeitig auch Bridge-Lehrerin. „In meiner Kindheit haben wir zu Hause immer viele Gesellschaftsspiele gespielt, zum Beispiel auch Doppelkopf. Und später mit der eigenen Familie und den Enkeln gab es wieder intensive Spielzeiten“, berichtet die Seniorin. „Als ich in Wien vor langen Jahren einen Professor kennenlernte, der mir das Bridge spielen erklärte, war meine Begeisterung sofort groß.“ Zurück in Bocholt freute sie sich über den seit 1989 bestehenden Bridge-Club und lernte intensiv bei Lehrer Robert Stenert, um in das Turnier-Bridge einsteigen zu können. Eine längere Lernzeit ist nur notwendig, wenn das Turnier-Bridge-Spielen angestrebt wird, wie im Falle Uebbings.

Ihr gesamter Unterricht setzte sich zusammen aus 60-80 Stunden mit den umfangreichen Lernblocks „Spieltechnik“ (Mini-Bridge) und „Reizung“. Das Bridge-Spiel lässt mehr Variationsmöglichkeiten zu als das Schach-Spiel.

Die 52 französischen Karten werden auf die 4 Spieler aufgeteilt. Gespielt wird paarweise und Ziel ist es, so viele Pluspunkte wie möglich zu sammeln. Kartenglück und Zufall sind ausgeschlossen, denn gutes Agieren und bessere Entscheidungen zu treffen als das gegnerische Paar sind vorrangig. „Es ist so, als ob ich eine neue Sprache lerne“, erklärt Uebbing. „Regeln lernen und üben, wie bei Fremdsprachen die Vokabeln. Aber es ist auch wahnsinnig faszinierend und nie langweilig, weil das Spiel immer anders verläuft. Einmal mit dem Bridge-Virus infiziert, lässt es einen nicht mehr los“.

Durch den internationalen Bekanntheitsgrat und das erlernte Basis-System finden die Bridge-Spieler ihre Mitspieler weltweit und können sogar am Computer miteinander und gegeneinander spielen (mehr dazu lesen Sie im Teil 2). Geistig anspruchsvoll, sportiv und mit mathematischen Ansätzen versehen zieht Bridge alle Altersklassen in seinen Bann und ist in vielen Ländern weltweit nicht nur als Schulpflichtfach integriert, sondern wird darüber hinaus in einigen Ländern sogar als eine Art Nationalsport betrieben.

Und bei uns? Im Land der Dichter und Denker? Hier kommt es ganz auf das persönliche Engagement der Lehrer an, in wie weit sie das Positive des Bridgespielens einfließen lassen in den Unterricht. Sehr gute Konzentrationsförderung, die Erleichterung der Informationsverknüpfung oder sich Problemen zu stellen und adäquate Lösungen aufzuzeigen – das sind nur einige Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung, die über mehrere Jahre an italienischen Schulen stattfand.

Und Bridge ist Sport – auch wenn es sich erst einmal fremd anhört. Deutsche Meisterschaften sowie unter der Schirmherrschaft des Welt-Bridgeverbandes (WBV) stattfindende Weltmeisterschaften (Bermuda Bowl) und Bridge-Olympiaden für Teams zeigen auf, dass dieses Kartenspiel neben logisch-kombinatorischen auch alle sportrelevanten Aspekte beinhaltet.

„Das ganze Spiel besteht aus Konzentration, Merkfähigkeit, Strategie und Ausdauer“, erzählt Uebbing „doch ein dreistündiger Turnierabend ohne Pause vergeht durch die Spannung des Spiels wie im Flug.“ Die Seniorin hebt besonders den sozialen Aspekt hervor. „Im Bridge-Club bilden sich Freundschaften, man ist nie allein, Besuche zu anderen Clubs, auch in den Niederlanden werden unternommen, Bridge-Reisen, auch für Alleinstehende organisiert und man ist immer unter Gleichgesinnten“ begeistert sich Hannelore Uebbing.

Die vom Bocholter Bridge-Club (www.bridgeclub-bocholt.de) angebotenen Anfängerkurse werden hoffentlich wieder gut angenommen. Der Erhalt der geistigen Fitness gerade bei älteren Menschen spielt eine große Rolle – mit dem Bridgespiel können Sie viel dazu beitragen.

Im 2. Teil dieses Beitrages erfahren Sie, wie sich Zusammenkünfte und Spielen in der Corona-Zeit veränderten und entwickelten.

Gerne informiert Sie Hannelore Uebbing unter der Mobil-Nr. 0175-8014257 oder rufen Sie den Bridge Club Bocholt an unter der Rufnummer 02871-5931.

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