Bridge – eine geistige Herausforderung (Teil 2)

Online in Corona-Zeiten

Online sein zum Arbeiten oder Spielen am Computer, Foto cocoandwifi auf pixabay

Hannelore Uebbing (72) erzählt mir aktuell von der großen Veränderung im Freizeitbereich „Bridge spielen“ während der Corona-Zeiten. „Von heute auf morgen war einfach Schluss mit den Turnieren. Keine Reisen zu anderen Clubs, keine gegenseitigen Besuche.“ Je nach Stand und Inzidenzwerten in der Pandemie, je nach Vorschriften, Regeln, Erlaubnis über die Zusammenkunft wie vieler Leute trafen sich noch einige Spielerinnen. In erster Linie des sozialen Aspektes wegen, wie Uebbing berichtet, denn die Gefahr der Vereinsamung alleinlebender Mitmenschen sei groß. Dann gab es auch diese Treffen nicht mehr.

Hannelore U. entschloss sich nun, im Internet die internationale Plattform BBO (Bridge Base Online unter https://www.bridgebase.com) aufzusuchen. Dort treffen sich täglich viele Tausend Spieler/innen weltweit, um gemeinsam und gegeneinander Bridge online zu spielen. Daraus entstand dann die BBG (Bridge Base Germany unter https://www.bbo-germany.de), in der speziell Angebote für deutsche Turniere aufgeführt sind und zwar mehrmals täglich stattfindend. „Hier ist eine kostenlose Registrierung möglich. Man kann einfach nur zuschauen, sich informieren, üben mit und gegen Roboter oder sich verabreden zu Turnieren,“ erklärt mir die Seniorin. Die Verständigung erfolge in englischer, bei BBO Germany in deutscher Sprache, abhängig von den Teilnehmern.

Uebbing ergriff die Initiative und begann Unterricht im Bridgespielen anzubieten. Ein sogenannter Unterrichtsbereich ist vorhanden. Die Seniorin eröffnete einen Tisch unter dem Nikname „hanedi“. Wer registriert ist kann unter dem Link https://www.bridgebase.com “hanedi” als Freund hinzufügen. Wer Näheres dazu wissen möchte kann Hannelore U. gerne unter der Mobil-Nummer 0175-8014257 kontaktieren.

Dort am Tisch der Seniorin können nun interessierte Besucher zuschauen und mithören, lernen und dadurch das Spiel verbessern. Allerdings, so sagt Hannelore U., sei es nichts für Laien, es sollten schon Vorkenntnisse vorhanden sein. Seit zwei Jahren findet nun der Online-Unterricht statt und zwar regelmäßig zu unterschiedlichen Terminen. An gleicher Stelle unter „hanedi“ integrierte sie einen Anfänger-Kurs in der Ausbildung.

„Der Online-Unterricht bietet eine Zusatzmöglichkeit zum persönlichen Unterricht, wie er vor der Pandemie stattfand“, sagt Uebbing und weist auf all‘ das Positive hin. „Die Leute können so beim Bridgespiel bleiben und verlieren nicht über die lange Zeit das Interesse daran. Die sozialen Kontakte können gepflegt werden.“

Gleichzeitig macht sie mich darauf aufmerksam, welche Probleme sie zu hören bekam. Denn nicht jeder hat einen Computer oder ein Tablet. Und wenn doch – wie käme man denn überhaupt auf die Seite? Und wenn das dann klappen würde – was muss ich denn jetzt machen? So oder ähnlich stellten interessierte Besucher/innen oder auch Bekannte Fragen an Uebbing. Was für die Seniorin wieder eine neue Herausforderung bedeutete, denn nun begannen sowohl Beratungen, Kaufempfehlungen oder letztendlich Schulungen darüber, wie ein Computer überhaupt funktioniert. Es folgten Einweisungen in Registrierung und Zugang zur Plattform, die Vorgehensweise Schritt für Schritt und viele Stunden Einsatz, auch an Vorbereitungen.

Doch es hat sich gelohnt und Hannelore Uebbing wird ihrer Leidenschaft sowohl in  persönlichen Bridgespielrunden als auch online weiterhin nachgehen können, denn seit dem 1. April d. J. finden wieder „normale“ Turniere im Stammlokal statt.  Allerdings, so räumt die Seniorin ein, sei die Konzentration im 45minütigen Unterricht allein vor dem Rechner sitzend wesentlich effizienter als in Gruppen real am Tisch sitzend.

Wichtig sei auch noch zu erwähnen, dass Lutz Fieblinger, Sportwart, parallel zum BBO Unterricht die Online-Plattform „Real Bridge“ ins Leben gerufen hat. Hier bestand für Clubs die Möglichkeit Turniere anzubieten und zwar regionsbezogen für Clubmitglieder. Das war jedoch nur ein vorübergehendes Online-Angebot, denn es wird wieder real im Club-Lokal gespielt. Herr Fieblinger ist zu erreichen unter www.bridgeclub-bocholt.de.

Wie gesagt, das Eine ist das Unterrichtsangebot für Neulinge, für Anfänger. Lassen Sie sich nicht abschrecken von Fachbegriffen oder dem Wort „Turnier“. Probieren Sie einfach einmal etwas Neues aus. Hannelore Uebbings Begeisterung ist ansteckend und nicht zuletzt das Gemeinsame mit Gleichgesinnten, egal ob real oder online, wird Ihnen sicher viele schöne Stunden bescheren.

Das Andere sind die Fortgeschrittenen, die das Bridgespielen absolut zu schätzen wissen und ganz sicher unterstützend und helfend zur Seite stehen. Viel Spaß!

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