Brownie Wise – die Erfinderin der Tupper-Party

„Bemerkenswerte Frauen mit erstaunlichen Ideen“

Thema Brownie Wise, Foto Kunststoffdose mit Nudeln, Hersteller unbekannt, Foto 955169 auf pixabay

Tupperware, Tuppergefäße, Tupperdose – diese Begriffe stehen heute für viele Kunststoff-Behälter zur Aufbewahrung, Frischhaltung oder zum Einfrieren. Es hat sich so ergeben. Doch „Tupper“ steht für eine Marke, die schon vor 1950 von Earl S. Tupper erfunden und verkauft wurde. Um was genau handelt es sich? Um Kunststoff-Produkte für den Haushalt. Doch den weltweiten Bekanntheitsgrad erfuhr das Unternehmen nicht etwa durch den Erfinder. Und auch die legendären Umsatzzahlen beruhten nicht nur auf dem Namen. Über die Grenzen des US Staates Florida hinweg wurde das „Tupper-Geschirr“ bekannt und beliebt durch eine der Verkäuferinnen des Unternehmens – Brownie Wise.

Wie konnte aber eine Verkäuferin für einen derartigen Aufstieg einer Marke sorgen? Brownie Wise hatte eine erstaunliche Idee: Statt die Produkte über den Groß- oder Einzelhandel zu verkaufen schwebte ihr die Situation eines „Privatverkaufes“ vor. Hausfrauen sollten in ihrem privaten Haushalt eine so genannte „Tupper-Party“ veranstalten. Freunde, Nachbarn oder Verwandte wurden dazu eingeladen und die verschiedensten Behälter oder anderweitige Tupper-Produkte im kleinen privaten Kreis vorgestellt und vorgeführt… Vielleicht diente ihr als Verkaufsvorlage die Firma AVON, die seit 1886 unter dem Namen California Perfume Company und ab 1939 unter dem Namen AVON firmierte. Auch dieses US amerikanische Unternehmen betrieb den Verkauf der Kosmetikprodukte nicht über den Handel sondern privat durch Beraterinnen – und das bis heute und weltweit.

Ein neuer Weg Ware an die Haushalte zu bringen wurde also für die Firma Tupper durch Brownie Wise erschlossen. Und das mit unglaublichem Erfolg. Denn diese privat durchgeführten Partys sollten nicht kostenlos stattfinden. Die Hausfrauen erhielten die Möglichkeit auf einfache Weise Geld zu verdienen, indem sie für die verkauften Produkte recht gute Provisionen erhielten. Je nach Verkaufstalent der einzelnen Hausfrau machte sich das bei vielen Veranstaltungen bezahlt.

Seit 1962 ist die Firma Tupperware Brands Corporation auch in Deutschland vertreten und zahlreiche Tupperpartys fanden und finden seitdem statt. Doch mit der Zeit wurde die Konkurrenz in Sachen Kunststoff-Geschirr oder –Behälter immer stärker und der Zauber der ersten Jahrzehnte ließ nach. Es liegt sicher nicht nur am mittlerweile stark gestiegenen Online-Handel, es liegt meines Erachtens auch nicht unbedingt an der stärkeren Konkurrenz, dass die Umsatzzahlen des Konzerns zu wünschen übrig lassen.

Gehen Sie liebe Leserinnen und Leser einmal über einen sogenannten Flohmarkt. Dort sehen Sie seit geraumer Zeit schon viele Leute, die ihre Tische voller Tupperware versuchen zu sehr günstigen Preisen zu verkaufen. Es kann sich bei der Menge nur um ehemalige Tupper-Party-Veranstalterinnen handeln. Wer sich nun Gedanken darüber macht, warum ein als florierendes Geschäft bekanntes Tupper-Waren-Verkaufs-Prinzip plötzlich gar nicht mehr so beliebt ist, der kommt vielleicht auf den Gedanken, dass es mit dem verwendeten Material der Produkte zu tun haben könnte.

Wir sind heute in der Erforschung der verschiedensten Kunststoffarten sehr weit gekommen und stellen fest, welche Sorten gesundheits- und/oder umweltschädlich sind. Wir Verbraucher wissen nicht immer, ob sich in den unterschiedlichsten Behältnissen aus Kunststoff Weichmacher oder Mikroplastik befindet. Egal welcher Marke. Unter dem Link https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/kunststoffe-7035 erfahren Sie mehr zu einigen Kunststoffarten. Das Unternehmen Tupper sagt auf der firmeneigenen Internetseite https://www.tupperware.de/de-de/story/bpa-frei/ aus, dass auch PP (Polypropylen) und PE (Polyethylen) als Werkstoffe in den Produkten enthalten seien.

Wer sich nun unsicher fühlt wählt möglicherweise aufgrund dieser Inhaltsstoffe Kunststoff-Behälter anderer Marken, wenngleich die Firma Tupper weiter ausführt, dass sie alle „…nationalen und EU-Regelungen, bezogen auf die verwendeten Kunststoffe und die in diesem Zusammenhang zu beachtenden Grenzwerte für spezifische Inhaltsstoffe, beachten.“ Allerdings wird auch Polycarbonat verwendet. Und hier kommt schnell der Gedanke an Bisphenol A (BPA) auf. Zu diesem Stoff habe ich unter https://www.senioren-allerlei.de/bisphenol-a-besorgniserregend/ im Oktober 2018 einen Bericht verfasst.

Den Schrecken oder die Sorgen über chemische Inhaltsstoffe in Kunststoff-Haushaltsgegenständen und Küchenutensilien hat Brownie Wise nicht mehr erlebt, sie starb 1992 in Florida.

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