Corona – Besuche oder besuchen

Corona, Kontakte, Foto Gerd Altmann auf pixabay

Ja es ist schwierig. Seit Wochen schon halten wir (64 und 68 Jahre) uns von unseren Enkelkindern fern und feierten mehrere Geburtstage nur mit Gesang und Videotelefonie. Wir erhielten Besuch von unseren erwachsenen Kindern, immer nur einzeln, kurz und mit ganz viel Abstand. Wir besuchten unsere Kinder ganze zwei Mal, ebenso mit ganz viel Abstand. Es ist schon traurig. Und es ist schwierig, dies den sehr jungen Enkelkindern zu erklären. Ein zweijähriges Kind möchte zu Oma und Opa auf den Arm – und darf nicht.

Die andere Familienseite stellen meine betagte 86jährige Mutter und meine Schwester dar. Hier sind wir für die Lebensmitteleinkäufe und Besorgungen eingesprungen, damit beide nicht aus dem Haus gehen, oder vielmehr nicht einkaufen gehen müssen. Auch das ist recht schwierig, aber es klappt. Nur – wie lange kann man gefühlt „unselbständig und abhängig“ in den eigenen vier Wänden verbringen?

Nun habe ich noch einmal im Internet nachgeschaut, wie genau sich die „Bitten, dringenden Empfehlungen oder Verbote im Umgang mit Familienangehörigen“ darstellen. Und fand auf dem NRW Landesportal https://www.land.nrw/de/wichtige-fragen-und-antworten-zum-corona-virus#0a57cfbb  nicht ganz so klare Antworten darauf.  Ich beschränke mich hier nur auf unser Land NRW.

Und ganz klar beschrieben wird dort: „Zusammenkünfte und Ansammlungen im öffentlichen Raum von mehr als zwei Personen sind weiterhin untersagt. Welche Ausnahmen bestehen? Vom Kontaktverbot ausgenommen sind Verwandte in gerader Linie, Geschwister, Ehegatten, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner, in häuslicher Gemeinschaft lebende Personen. Ebenso ausgenommen ist die Begleitung minderjähriger und unterstützungsbedürftiger Personen…“.

Woraus ich jetzt schließe, dass wir sehr wohl mit Abstand und unter Einhaltung aller hygienischen Maßnahmen, meine betagte Mutter und auch meine körperlich beeinträchtigte Schwester besuchen oder diese uns besuchen dürfen. Aber ist das auch wirklich so? Oder gibt es Interpretationsspielräume und wir verstehen diese Anordnungen alle unterschiedlich? Ehrlich gesagt empfinde ich gerade die Empfehlungen zu den Kontakten als eher verwirrend. Beschränkt sich alles nur auf den „öffentlichen Raum“, sprich den Stadtwald, die Fußgängerzone und die Spazierwege? Oder sprechen wir hier auch von den Privatbereichen Wohnung, Haus, Terrasse, Balkon, Garten?

Kontakt-Einschränkungen müssen sein. Da sind wir uns alle einig und der überwiegende Anteil aller Mitmenschen richtet sich danach. Aber so ganz klar ist mir dennoch nicht, ob wir unter Einhaltung aller Empfehlungen besuchen dürfen oder besucht werden dürfen. Vielleicht wird es am 30. April etwas klarer, wenn die nächste Zusammenkunft zwischen den entsprechenden Politikern stattfinden wird.

Bis dahin – bleiben Sie auf Abstand und bleiben Sie gesund!

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