Die Hausapotheke

„Ausrummeln muss sein!“

Die Hausapotheke, Regale mit Medikamenten in einer Apotheke, Foto Ute Boysen

Mal ganz ehrlich – wann haben Sie zuletzt einen kritischen Blick in Ihre Hausapotheke geworfen? Auf die Ablaufdaten, das Verfalldatum, die Hygiene? Ja sie wird eher stiefmütterlich behandelt, diese so wichtige Bevorratung kleinerer und größerer Sofort-Medikamente.

Dazu kommt noch, dass diese Medizinschachteln oder auch Verbandsmaterial wahllos verteilt auf Schuhkartons, Schubladen oder Badezimmerregale aufgehoben werden. Im Notfall geht dann die Sucherei los nach Pflaster, Jod oder Durchfallmittel. Damit es gar nicht erst so weit kommt, richten Sie sich einfach schnell einen einzigen Aufbewahrungsort ein und sehen Sie hier hin und wieder, aber regelmäßig die Medikamente durch.

Allem voran steht das Verfall- oder Ablaufdatum, dass sich immer auf der Verpackung und meistens auch auf der Tube, Dose oder Flasche befindet. Ist dieses Datum überschritten, so sollten Sie die Arznei entsorgen. Gesammelte wegzuwerfende Medikamente können auf Nachfrage in der Apotheke oder aber beim Sondermüll abgegeben werden. Nun ist es aber häufig im Alltag so, dass gerade die Wund- und Heilsalbe, die Schmerztablette oder auch die Salbe für stumpfe Verletzungen lange aufgehoben und weiter benutzt wird.

Die Hausapotheke, Apotheken-Logo, Foto Ute Boysen

Bei meiner Kurzumfrage stellte sich heraus, dass in den heimischen Apothekenschränken so manch ein Mittelchen zwar schon länger abgelaufen sei, aber dennoch wirksam. Claudia O. (53) sagt dagegen: „Ein bis zwei Mal im Jahr sortiere ich rigoros aus und gebe die abgelaufenen Arzneien zum Sondermüll. Aber wir haben auch nicht sehr viele Medikamente bevorratet.“ Angebrochene Augentropfen jedoch scheint Jeder zu vernichten, was sicherlich damit zu tun hat, dass hierüber häufig in den Medien berichtet wird.

Grundsätzlich gilt  „abgelaufene Produkte wegzuwerfen“! Wer ganz sicher gehen will, kann ja einmal seinen Vorrat einpacken und von einem Apotheker durchsehen lassen.

Haben Sie nun alle Arzneimittel auf dem aktuellen Stand, auch die Mull- und Elastikbinden geprüft und selbst die Schere auf kleine Roststellen hin angesehen, dann bleibt noch die Überlegung, wie Sie die Hausapotheke sinnvoll anlegen wollen. Wie schon erwähnt fällt es vielen schwer, an nur einer Stelle im Haushalt alle medizinischen Hilfsmittel aufzubewahren.

Dabei ist eine durchsichtige Kunststoffbox mit Deckel nicht teuer in der Anschaffung, aber Sie sehen auf einen Blick, welche Medizin sich darin befindet. Vom Fieberthermometer bis zur Salbe bei Brandverletzungen können Sie auch  zwei bis drei kleinere Boxen anlegen, je nach Thema „Erkältung“, „Verletzungen“, „tägliche Medizin“. Egal wofür Sie sich entscheiden, der Kostenpunkt ist gering, denn auch Schuhkartons erfüllen diesen Zweck, vorausgesetzt, dass immer alle Medikamente wieder dorthin zurückgelegt werden und jeder im Haushalt den Aufbewahrungsort kennt.

Ganz wichtig ist jedoch, dass Sie Ihre heimische Apotheke in einer für Kinder nicht erreichbaren Höhe bevorraten und das Badezimmer ganz außen vor lassen! In diesem Raum sind die Feuchtigkeits- und Temperaturunterschiede, die durch das Duschen und Baden entstehen, recht schädlich für jede Art von Medizin! Die Konsistenz der Mittel, wie auch die Haltbarkeit können sich dadurch verändern!

Sollten Sie unsicher sein, welche Arzneimittel Sie überhaupt ständig in Ihrer Hausapotheke bevorratet halten sollten, fragen Sie in Ihrer Apotheke, denn nicht für jedes Wehwehchen muss sofort ein entsprechendes Medikament zur Hand sein. Aber im Notfall sind Sie bestens ausgestattet.

(Erstveröffentlichung April 2015)

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