„Das rote Adressbuch“

Coverfoto Das rote Adressbuch, von Sofia Lundberg, Fotogenehmigung Goldmann Verlag

Buchtipp

Doris, im Jahr 1918 geboren, wird von ihren Erinnerungen in die weit entfernte Vergangenheit getragen. Rückblickend auf ihr Leben verstärken die Eintragungen im roten Adressbuch diese Erinnerungen an liebe Wegbegleiter. Mit den Worten „Darin kannst Du alle Freunde eintragen, alle Menschen, denen du im Laufe deines Lebens begegnest“, hat Doris dieses Buch als Kind von ihrem Vater geschenkt bekommen. Und so beginnen die Eintragungen mit dem 1. Namen „Vater“ und die damit verbundenen Erinnerungen an ihn und seine Arbeit.

Die alte Dame nutzt den Computer, um all ihre Erinnerungen aufzuschreiben, in der Hoffnung, dass ihre Nichte Jenny es irgendwann einmal lesen wird. Sie reist durch ein Meer an Erinnerungen, verliert sich in der fernen Vergangenheit und beschwört durch das rote Adressbuch die einzelnen Menschen herauf. Sie denkt an den viel zu frühen Abschied von ihrer Mutter, an Gösta, den Künstler, Freundin Nora, an den Amerikaner Allan, ihre große Liebe, den Krieg und verzweifelte Schicksalswege, an Elaine und Carl und viele andere Weggefährten.

Doris ist mittlerweile 96 Jahre alt und kommt ins Krankenhaus. Durch einen Herzinfarkt liegt sie nun auf der Intensivstation und führt ihre Internetgespräche mit Jenny. Diese kommt aus den USA schnellstmöglich angereist und findet die ersten Aufzeichnungen von Doris. Gemeinsam mit ihrer Großtante erinnert sie sich an viele Vorkommnisse und es stellt sich die Frage: Ob Allan noch lebt?

Ein Buch, das ans Herz geht. Lebenserinnerungen, die bewegen und Sätze, die in der Erinnerung bleiben, wie „Dein Lachen trägt mich“. Absolut empfehlenswert!

„Das rote Adressbuch“
von Sofia Lundberg
Goldmann-Verlag, Verlagsgruppe Random House
www.goldmann-verlag.de
ISBN: 978-3-442-31499-7
€ 20,00

2 Kommentare

  1. Liebe Ute, auf Ihren Blog bin ich gestoßen, weil ich Beiträge zu dem großartigen „roten Adressbuch“ suchte, das ich heute bei einem Krankenhausaufenthalt gelesen habe. Ich finde es toll, dass eine nahezu Gleichaltrige (ich bin allerdings schon Jahrgang 1950) einen so interessanten und informativen Blog hat, was ich bisher immer mit einer jüngeren Generation in Verbindung brachte. Großes Kompliment! Ihre Lebensgeschichte hat mich berührt, ich bin vor vielen Jahren durch ein ähnliches Tal gegangen. Ich wünsche Ihnen weiterhin Stärke und Kraft.

    Herzliche Grüße, Rosita Stephan

    • Liebe Rosita, ich habe mich außerordentlich gefreut über diese
      freundlichen so positiven Worte! Es ist wirklich wahr: man ist nie
      zu alt, etwas Neues anzufangen. Und die Freude am Schreiben, zu
      sehen, dass ich Menschen damit erreichen kann auf die eine oder andere
      Weise – das ist mir persönlich absolut bedeutend. Vielen lieben Dank und
      auch Ihnen alles Liebe und Gute für Ihre Gesundheit!

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