Darmentzündung – von jetzt auf gleich?

Persönlicher Bericht über „ischämische Kolitis“

Liebe Leserinnen und Leser meines blogs, es hat seinen Grund, dass ich einige Berichte lang aussetzen musste und leider stellt mich dieser Grund vor neue Gesundheits-Herausforderungen.

Vor genau einer Woche erwachte ich mitten in der Nacht von heftigsten Bauchkrämpfen in Verbindung mit Luft und Durchfall. Mehrmals stand ich auf und befürchtete eine Darminfektion. Doch gegen Morgen setzte ein heftiger Brechreiz ein. Auf nüchternen Magen war dies alles sehr anstrengend – und verlief insgesamt völlig anders, als erfahrungsgemäß eine Magen- und Darminfektion in der Vergangenheit.

Zum Frühstück würgte ich nur eine Kleinigkeit hinunter, um meine täglichen Medikamente einnehmen zu können. Wieder setzte heftiger Brechreiz ein, wieder nur mit Wasser und Speichel. Und dann der Schock – es war leider kein Durchfall mehr, was sich aus dem Darm löste, sondern Blut. Das alles hört sich jetzt hier nicht angenehm an, aber ich möchte einfach den Verlauf dokumentieren.

Von dem Moment an befiel mich wirkliche Angst. Wer meine Krankheits- bzw. Gesundheitsgeschichte hier verfolgte, der versteht sicher warum. Und so beschloss ich sofort, nicht erst den Hausarzt aufzusuchen, sondern direkt zum Krankenhaus zu fahren. Obwohl wir uns in der Corona-Zeit befinden, obwohl ich auch vor dem Aufenthalt im Krankenhaus den reinsten Horror empfand und mir Sorgen machte. Aber irgendwie schien mir sofort der Ernst der Lage klar zu sein und ich warf alle Corona-Bedenken über Bord. Das war gut und richtig so.

In die Krankenhaus-Maschinerie aufgenommen folgten in der Notaufnahme alle notwendigen Sofortmaßnahmen wie Blutabnahme, Ultraschall des Bauchbereiches, CT des Bauches (Computertomographie) und unter Eingabe eines leichten Kurznarkosemittels (so nenne ich den kurzen Schlafzeitraum während einer Untersuchung) wurde eine Enddarm-Spiegelung vorgenommen. Als ich erwachte, fragte ich sofort, ob es sich um einen Tumor handeln würde. Meine Erleichterung über die Antwort „Nein, es ist kein Krebs“ war grenzenlos und brachte mich zum Weinen. Es wurde während der Spiegelung klar eine Darmentzündung diagnostiziert.

Nachdem ich stationär aufgenommen und isoliert wurde, erfolgten drei Mal täglich  Antibiotika-Tropfe und Thrombose-Spritzen. Die leichten Blutungen hielten einen weiteren Tag an und endeten. Flüssignahrung und Tee standen auf dem Plan und ehrlich gesagt reichte mir das auch. Froh, dass es mir einigermaßen gut ging nahm ich alle Anordnungen gerne hin. Ein Langzeit-EKG folgte.

Nach zwei Tagen wurde eine Herzultraschall-Untersuchung durch die Speiseröhre vorgenommen, denn die ärztliche Vermutung lautete, dass möglicherweise eine Durchblutungsstörung des Darmes vorliegt. Um dies ausschließen zu können musste auch das Herz angeschaut werden. Leider konnte die Ursache bisher nicht endgültig geklärt werden. Fest steht die Diagnose „ischämische Kolitis“. https://flexikon.doccheck.com/de/Isch%C3%A4mische_Kolitis

So bleibt es bei einem unguten Gefühl. Nachdem ich eine absolute Schonkost in Form von Weißbrot mit Marmelade und etwas Yoghurt zu mir nehmen durfte, setzte am Freitag eine normale Verdauung ein. Das Arztgespräch während der Visite ergab dann, dass ich entlassen werden könne, aber eine weitere Antibiotikagabe als nicht notwendig betrachtet würde. Stattdessen hatte eine Rücksprache mit der Oberärztin ergeben, mir sechs Wochen lang ein Blutverdünnungsmittel zu verordnen. Was ich zwar als bedenklich empfinde, aber letztendlich als ärztliche Entscheidung hinnehme.

Und so bin ich also wieder zu Hause. Fast vier Tage keinen Besuch, keine Möglichkeit spazieren zu gehen und nur kurze Flur-Ausflüge den Gang hin und her – da erscheint mir das Zuhause-Sein als das reinste Paradies. So gesehen muss man wirklich sagen – es gibt immer noch etwas Schlimmeres als häusliche Quarantäne in Corona-Zeiten.

Nun nehme ich meine Blutverdünnungs-Medikamente nach Vorschrift ein, vertrage sie aber scheinbar nicht sonderlich gut, denn es setzten wieder stärkere Bauchschmerzen nach fast jeder Einnahme ein. Ein Telefonat mit dem Hausarzt brachte mir glücklicherweise auf zahlreiche Fragen Antworten. So ist es ratsam eine Woche lang die Weißbrot-Aufbau-Ernährung aufrecht zu erhalten. Ballaststoffe wie Körnerbrot, zahlreiche Obstsorten und Rohkost soll ich absolut vermeiden. Als fast Vegetarierin fällt mir das alles besonders schwer. Aber es geht.

Zu allem Überfluss sollte gestern auch noch die dritte Bisphosphonate-Infusion in der Onkologie erfolgen. Doch aufgrund der ersten Erfahrungen und der derzeitigen Situation haben wir diese Infusion um vier Wochen verschoben. Erst einmal soll sich der Körper insgesamt erholen. Mal schauen, wie es mir in den nächsten Wochen gesundheitlich geht. In diesem Sinne – bleiben Sie gesund! Und ich bleibe positiv gestimmt!

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