Das hab‘ ich nicht gewusst!

Kraftfahrzeugschein, Spielzeugauto mit Original Kfz Schein, Foto Ute Boysen

Der Kraftfahrzeugschein

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich etwas gelernt, was eigentlich selbstverständlich sein sollte. Mein in der Nähe des Kinos ordnungsgemäß geparktes Auto hatte ich nach einem Kinobesuch zu später Stunde in völliger Dunkelheit nicht rund herum kontrolliert. Wer macht so etwas denn auch schon? Umso erstaunter war ich dann am nächsten Vormittag. In einem Klarsichttütchen steckte eine polizeiliche Mitteilung an mich, die ich am Vorabend nicht wahrgenommen hatte. Hier wurde ich unter Angabe einer Bearbeitungsnummer freundlich darüber informiert, dass mein Fahrzeug bei einem Verkehrsunfall beschädigt wurde und bei der Polizei eine Unfallmitteilung hinterlegt sei.

Nun schaute ich mir mein Auto genauer an und sah den eingedrückten Kotflügel mit weißen Lackspuren. Kurze Zeit später erreichte ich die Kreispolizeibehörde und schilderte kurz mein Anliegen. Und nun wurde es interessant. Polizei Oberkommissar B. (Name der Autorin bekannt) legte mir die tags zuvor ausgefüllte Unfallmitteilung vor und ich korrigierte direkt mündlich die Anschrift. Erstaunt fragte er mich, seit wann ich denn eine neue Adresse hätte. „Seit über zwei Jahren wohne ich schon nicht mehr in der angegebenen Straße“, antwortete ich ihm und legte den im Bürgerbüro damals ordnungsgemäß geänderten Personalausweis vor.

Tja, das war ja auch alles ganz richtig so – aber die Bürgerpflicht zur Ummeldung geht weiterreichend dahin, auch bei der Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle die neue Anschrift im Kraftfahrzeugschein eintragen zu lassen… Das hab‘ ich nicht gewusst! Denn irrtümlich nahm ich an, dass alle Behörden miteinander vernetzt seien und demnach Ummeldungen automatisch an andere behördliche Stellen weitergeleitet würden.

Sehr freundlich und anschaulich informierte mich Oberkommissar B. mit einigen Fallbeispielen über die Wichtigkeit dieser Angabe. „Den ersten Hinweis im Falle eines Unfalls hat die Polizei anhand des amtlichen Kennzeichens. Ist der Verletzte möglicherweise nicht ansprechbar und finden wir keine Personalpapiere vor, dann fahren wir zur Anschrift, die über das Kennzeichen angelegt wurde. Nun stellen Sie sich vor, dass dort fremde Menschen wohnen und auch den Schrecken, den der Besuch der Polizei hervorrufen könnte.“ Oder schlimmer noch, ich stellte mir vor, dass meine Angehörigen in solch‘ einem dramatischen Fall nicht gefunden würden.

Harmloser aber ärgerlich erscheint da noch das Beispiel des Falschparkens vor einer Einfahrt. Versucht die Polizei den Fahrzeughalter ausfindig zu machen und gelingt dies über das Kennzeichen oder eine Telefonnummer nicht, wird ein Abschleppunternehmen beauftragt und für den Falschparker können recht hohe Kosten für diese Maßnahmen entstehen.

Das alles, weil versäumt wurde einen Wohnortwechsel nicht nur beim Bürgerbüro, sondern auch bei der Kraftfahrzeug Zulassungsstelle zu melden. Wie gesagt, das hab‘ ich nicht gewusst!

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