Das Osterfest bei uns und international

Ernsthaft, feierlich, fröhlich

Erneut stehen wir vor der so genannten Kar-Woche und freuen uns auf das Osterfest. Trotz Corona, drohender Ansteckungsgefahren, weitest gehenden Gottesdienst-Verboten. Wir freuen uns auf diese Ostertage, die weltweit im Christentum der Auferstehung Jesus-Christus gedenken. Nur feiern wir dies international sehr unterschiedlich.

So stehen bei den Kindern in unserem Land zunächst einmal wunderbare Bastelarbeiten im Vordergrund, denn ausgepustete Eier wollen bemalt, beklebt oder anderweitig dekoriert werden. Dann wird ein kleines Streichholzstückchen und ein daran befestigter Faden in das vorbereitete Dekorations-Ei gesteckt und kann mit vielen anderen so gestalteten Eiern an einem großen Bund Weidenkätzchen, Forsythien oder anderen Zweigen aufgehängt werden.

Osterkorb mit gefärbten Eiern, Foto Couleur auf pixabay

Noch schöner empfinden es sowohl Kinder als auch Erwachsene, Eier nach dem Kochen in verschiedenen Farben einzufärben. Ob nun mit fertig gekauften Farben zum Anrühren oder auf die natürliche Art mit Zwiebelschalen, Rote Beete, Spinat oder Heidelbeeren. Aber ganz egal, wie dekoriert oder gefärbt wird, welche Süßigkeiten oder Backwaren bereitstehen oder wie die Ostertage verlebt werden – die Freude an diesem Fest steht im Vordergrund. Gemeinsame Zeit, Familienzeit. Nur momentan sieht es leider mit der Gemeinsamkeit Corona bedingt etwas anders aus. Doch lassen wir uns deshalb nicht die Freude an Ostern verderben!

Den tiefen religiösen Hintergrund zur Auferstehungsfeier Jesu Christi beschreibt www.wikipedia.de sehr detailliert.

Wie sieht es aber in anderen Ländern der Erde mit diesem Fest aus? Feiern wir alle ähnlich? Oder doch völlig anders? Ich habe im Internet gestöbert und einiges ausgegraben:

In Spanien beispielsweise, und hier speziell im südlich gelegenen Andalusien, erfährt das Osterfest in jeder Hinsicht ein tief religiös geprägtes Feiern. Prozessionen, also spezielle Umzüge, mit viel Musik verschiedener Trommler- oder Fanfaren-Kapellen ziehen durch die Ortschaften und Städte. Die Straßen sind gesäumt von Tausenden von Zuschauern, Einheimischen und Touristen gleichermaßen. Normalerweise. In den andauernden Corona-Zeiten fallen diese Prozessionen weitestgehend aus. Die gesamte Kar-Woche spielt jedoch in Spanien eine große Rolle und das Feiern beschränkt sich nicht nur auf die tatsächlichen Ostertage. Auch in diesem Land feiern die Christen das Auferstehungsfest gerne im Kreise der Familie.

In der Schweiz unterscheidet sich das Feiern je nach Kanton oder Stadt. Religiöse Prozessionen sind vielerorts üblich, aber auch fröhliche Spiele, die Erwachsene und Kinder gemeinsam begehen. Der Brauch „Zwängerle“ beispielsweise, wie unter  (www.familienleben.ch/freizeit/feste) beschrieben. In anderen dörflichen Regionen wiederum wird nach uralter Tradition Brot, Wein und Käse verteilt. Allen Kantonen gleich ist jedoch das auch in Deutschland bekannte Ostereier färben, verstecken und Dekorieren.

In Irland dagegen gehört es unter anderem (auch wieder regionsbedingt) zur Ostertradition „Heringe zu beerdigen“. Was sich für uns als äußerst seltsam, wenn nicht gar übertrieben lustig anhört, entspringt jedoch auch der religiösen christlichen Zeit. Zuvor fanden die langen Fastenwochen statt, in denen sich die Iren hauptsächlich von Heringen ernährten. Nun endet diese strenge Fastenzeit und die Heringe werden symbolisch dafür „beerdigt“, endlich darf wieder Fleisch gegessen werden.

Anders als in Deutschland oder anderen Ländern stehen in Irland die bunten Ostereier nicht im Vordergrund. Schokoladeneier in Schokoladeneiern und sowieso jede Menge Schokolade werden in Irland zum Osterfest verschenkt und gegessen. Was allerdings bis heute in unserem Land gerne zelebriert wird, ist auch in Irland bekannt und beliebt: das Anschaffen und Ausführen neuer Kleidung als Symbol für einen Neuanfang.

In Schweden hingegen wird das Osterfest teilweise wie in unserem Land gefeiert, aber besonders der Gründonnerstag und der Karsamstag gestalten sich völlig anders. An diesen beiden Tagen verkleiden sich die schwedischen Kinder als „Osterhexe oder Osterweib“, tragen vorbereitete selbst gemalte Bildchen bei sich und verteilen diese von Tür zu Tür gehend an die Nachbarn. Als Dankeschön erhalten sie Süßigkeiten oder Geld, was an ein deutsches Fastnacht-Lied erinnert (Lütge, lütge Fachnacht) oder an das Brauchtum des „Gripschens“ zum St. Martins Tag.

In Russland wird das Osterfest von der russischen katholischen und orthodoxen Kirche als wichtigstes christliches Fest des Jahres gefeiert. Begangen wird es anders als bei uns mit zahlreichen, stundenlangen Gottesdiensten und einem abschließenden Rundgang um die Kirche, entgegen dem Uhrzeigersinn. Besonders für uns, wenn nicht sogar ein wenig makaber, erscheint uns das fröhliche Feiern auf den Friedhöfen. Ja Sie haben richtig gelesen. Die Russen feiern an den Gräbern ihrer verstorbenen Angehörigen in geselliger und fröhlicher Runde das Fest der Auferstehung. Neben Essen wird auch Alkohol verzehrt.

In Griechenland wird die letzte der Fastenwochen besonders ernst genommen im Hinblick auf den Verzehr von tierischen Produkten. Der größte Unterschied im Feiern des Osterfestes in Griechenland liegt jedoch in der Religion. So gedenken die Katholiken der Kreuzigung, die Orthodoxen feiern die Auferstehung. Am „Tag der Trauer, dem Karfreitag“ darf keine Hausarbeit erledigt werden.

Ich fand noch viele andere, teilweise Schmunzelns werte Informationen zum Thema Ostern, doch dies würde hier den Rahmen sprengen. So lassen Sie uns die kommende Kar-Woche ganz unseren eigenen deutschen Traditionen folgend begehen und feiern. Ich wünsche Ihnen hierzu trotz der äußeren Umstände frohe Ostertage.

 

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