Den Haag und Meer

Ein paar Tage Niederlande

Den Haag, Statue König Willem II, Foto Ute Boysen

Für einen Kurzurlaub von einigen Tagen oder ein verlängertes Wochenende mit Brückentag bietet sich unser kleines Nachbarland „Die Niederlande“ geradezu an. Das wissen nicht nur die zahlreichen deutschen Camper zu schätzen. Wohnt man im grenznahen Bereich, wie wir, dann sind es tatsächlich nur zwei Autostunden bis zur niederländischen Stadt „Den Haag“, dem Regierungssitz der Niederlande und Residenz des Königshauses. Und diese liegt so günstig, dass Tagesausflüge nach Scheveningen zum Meer oder zum idyllischen Städtchen Delft den kleinen Urlaub bereichern.

Viele Touristen interessieren sich in erster Linie für die Hauptstadt Amsterdam, sind begeistert von den zahlreichen Grachten und Brücken in dieser Stadt und lieben die Einkaufsmöglichkeiten. Den Haag ist anders, ganz anders sogar. Diese Stadt zeigt sich mit beeindruckender moderner Skyline und altehrwürdigen Gebäuden einer alten Handelsstadt. Es vereinen sich modernste Geschäfte und individuelle Lädchen, abwechslungsreiche Restaurants, Bars und Cafés im recht großen Innenstadtbereich. Vor jeder, aber auch wirklich jeder Gastronomie, sind Tische und Stühle, Sessel oder Bänke mit Polstern, Kissen und Decken versehen, aufgebaut. Je nach Jahreszeit laden zusätzlich Heizstrahler oder –schirme zum Pausieren ein. Gemütlichkeit ist angesagt – wofür unsere Nachbarn durchaus bekannt sind. Gesellig beieinandersitzen, Kaffee trinken und plaudern.

Den Haag, Teilansicht Binnenhof, Foto Ute Boysen

Ebenfalls mitten in der Stadt befindet sich der „Hofwijer“, ein kleiner See direkt hinter dem Regierungssitz „Binnenhof“ gelegen, einem in gotischer Baukunst erstellten großen Gebäudekomplex. Und im „Mauritshuis“ können Kunstwerke bekannter holländischer und flämischer Maler bewundert werden. So deckt die Stadt Den Haag, die ebenfalls Sitz des Internationalen Gerichtshofes der Vereinten Nationen sowie des Internationalen Strafgerichtshofes ist, eine Vielzahl an Interessengebieten für Reisende ab.

Den Haag, Scheveningen Strand Kunstprojekt Ringe am Meer, Foto Ute Boysen

Wer sich nun für die Umgebung Den Haags interessiert, hat die Möglichkeit mit der Straßenbahn innerhalb kürzester Zeit nach Scheveningen zu gelangen – und damit direkt ans Meer. Wir fuhren die fünf Kilometer mit dem Auto, da wir auch noch andere Ziele ansteuern wollten. Bei wunderbarem Wetter spazierten wir am Karfreitag über die lange, gepflegte Strandpromenade und staunten über ein Künstlerprojekt im Sand „Ringe am Meer“. Bruno Doedens bildete hier 20 Ringe, die aus der Luftperspektive wie ein außerirdisches Objekt erscheinen mögen. Unter https://www.scheveningen-strand.de/scheveningen/scheveningen-2018/ringe-am-meer/ erfahren Sie mehr zu diesem außergewöhnlichen Strandwerk, dass nur noch bis zum 08. April 2018 zu besichtigen ist – danach wird es wieder eingeebnet.

Zahlreiche unterschiedliche Gastronomiebetriebe luden zum Verweilen ein, im Freien wie im überdachten Wintergartenbereich überall mit gasbetriebenen Tischen ausgestattet. Die anheimelnde Wärme dieser Sitzecken und der Blick auf den Strand und das Meer hinaus ließen die Unruhe der Großstadt schnell vergessen. Weithin sichtbar und fast im Wasser gelegen, so mag es scheinen, stellt ein dauerhaft aufgebautes Riesenrad an diesem Strandabschnitt Scheveningens ein besonderes Fotomotiv dar. Das erst im Jahr 2016 erbaute 40 Meter hohe Riesenrad wird schon jetzt als neues Wahrzeichen bezeichnet.

Städtchen Delft, typischer kleiner Wasserweg, Foto Ute Boysen

Wir haben den Tag am Meer genossen und machten uns am Karsamstag auf den Weg nach Delft. „Delfter Blau“ ist ein weltweit bekannter Begriff und lässt das Herz vieler Keramik-Liebhaber höherschlagen. Wer nun glaubt, dass hier lediglich die Besichtigung der Manufaktur interessant sei, der täuscht sich sehr. Viel mehr ist dieses kleine Städtchen wieder einmal völlig anders als Den Haag und Scheveningen und begeistert durch zahlreiche kleine Grachten und Kanäle, die man in Den Haag nicht mehr findet. Dort wurden sie mehr und mehr zugeschüttet und nur noch an den Stadträndern können Grachtenfahrten unternommen werden.

In Delft dagegen findet man meines Erachtens das „Echte“ dieses Landes. Keine Filialisten reihen sich aneinander, keine Hochhäuser und keine Kaufhäuser. Vielmehr sind es die kleinen und kleinsten Lädchen, die individuell und außergewöhnlich eingerichtet sind und neben Handwerkskunst auch Second-Hand, Vintage, Schmuck, Kunst und Dies und Das anbieten. Immer wieder überqueren wir kleine Brücken, durchstreifen die Gassen und kommen letztendlich zurück zum großen Marktplatz.

Städtchen Delft, Manufaktur De Porceleyne Fles, Foto Ute Boysen

Und dann besichtigen wir noch „De Porceleyne Fles“, die Keramik-Manufaktur, für die Delft weltweit bekannt ist. Das umfangreiche Museum, die Hallen, in denen Schritt für Schritt das Entstehen der Gegenstände besichtigt werden kann und das Zuschauen, wie Porzellan-Malerinnen mit feinsten Pinselstrichen die blauen Ornamente auf die Gegenstände malen, machen diesen Besuch einzigartig.

Alles in allem – ein paar Tage in den Niederlanden, die Geselligkeit, Kunst, Kultur, Handel und Natur vereinten – wunderbare Tage.

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