„Der Bart“ – Wichtig? Oder eher nicht?

Für diese Serie habe ich mich vor zwei Jahren auf den Weg gemacht, nach der Bedeutung verschiedener, ganz unterschiedlicher Gegenstände oder Gewohnheiten zu fragen. Und ich traf höchst interessante Menschen, die mir mal überrascht, mal schmunzelnd gerne meine Fragen beantworteten. Heute erzähle ich Ihnen, was mir zum Thema „Bart“ geantwortet wurde. Ist er wichtig? Oder eher nicht?

Rasierzubehör für die Nassrasur, Bild von jacqueline macou auf Pixabay

Bernd Hüter (damals 67) trägt weißes Haar und einen weißen Vollbart, der in dieser Jahreszeit im Sommer noch nicht sehr voll ist, doch spätestens im Dezember anders aussehen wird. Der Senior, gebürtiger Erfurter, lebt seit 40 Jahren in Berlin und ist seit 38 Jahren verheiratet (mit der gleichen Frau, wie er lachend ergänzt). Getroffen habe ich ihn im Zille-Museum in Berlin während seiner Arbeit im Eingangs-/Eintrittsbereich. „Das ist mein richtiger Gesprächspartner für das Thema Bart“ dachte ich mir und Bernd H. war sogleich bereit, über seine Gesichtsbehaarung zu sprechen.

„Seit meinem 21. Lebensjahr trage ich schon einen Bart. Und der Grund? Ich hatte unreine Haut“. So einfach können also Gründe für einen Bartträger sein, dachte ich mir bei dieser Aussage. Hüter erzählt weiter, dass er beim Rasieren ständig Pickel gehabt habe und selbst die angewandte Schwefelseife nicht habe helfen können. Unter dem Link  (https://www.manufactum.de/klar-schwefelseife-p1388068/) erfahren Sie Interessantes zum Thema Schwefelseife und ihre Wirksamkeit.

„Da habe ich dann meinen Bart komplett wachsen lassen“, lacht der Senior und berichtet weiter, dass die Barthaare kraus seien und regelmäßig geschnitten werden müssen für ein gepflegtes Aussehen. Das alles mache er selbst und einen Barbier würde er nicht aufsuchen. „Einmal hatte ich meinen Bart abrasiert und meine Frau gefragt, ob sie nichts merke! Als Antwort kam die Frage, ob ich mich gewaschen hätte…“. Daraufhin ließ Hüter seinen Bart wieder wachsen. „Jetzt darf ich ihn nicht mehr abnehmen“.

Vor etwa 17 Jahren wurden die Haare und auch die Barthaare des Seniors komplett weiß. Sämtliche Farbpigmente waren verschwunden. Das gab ihm nun ein besonderes Aussehen, zumal er im Winter den Bart erheblich länger wachsen lässt. Hüter erzählt: „Viele Eltern sagen zu ihren Kindern ‚schau mal, da ist der Weihnachtsmann‘ und die Kinder sind begeistert und wollen unbedingt meinen Bart anfassen. Aber das mag ich nicht so gern.“

Trotzdem hat er viel Freude an den aufgeregten Kindern. Bernd Hüter wird weiterhin seinen Bart tragen und hat nie irgendwelche Modetrends in dieser Hinsicht mitgemacht.

Ganz anders sieht es seit einigen Jahren bei den jungen Männern aus. Diese unterliegen sehr wohl den Modetrends in Sachen Bartwuchs. Im Historischen Museums Restaurant traf ich den damals 27jährigen Patrick, der mir durch seinen Bart auffiel. Er wollte nicht so gern fotografiert und im Internet abgebildet werden, freute sich aber trotzdem über die Fragen und antwortete: „Seit drei Jahren trage ich erst diesen Bart und er soll auch nur eine bestimmte Länge haben.“ Er probierte, da es ja plötzlich wieder modern wurde, den Bartwuchs aus und er gefiel sich. Nicht nur das, auch Kollegen, Familie und Freunde fanden das neue Aussehen gut und Patrick bekam viel positive Zustimmung. Der junge Mann pflegt und schneidet seinen Bart meistens selbst, besucht aber auch hin und wieder einen Barbier-Shop. „Je nachdem, ob ich mich weiterhin mit Bart wohlfühle oder nicht, könnte mein Aussehen noch Jahre so bleiben“, sagt er.

Bei meinen beiden Gesprächspartnern fiel der Begriff „Barbier oder Barbier-Shop“ und mir persönlich ist diese Berufsbezeichnung aus den asiatischen Ländern bekannt. In Indien beispielsweise finden sich auf rund zwei Quadratmetern auf den Randstreifen mehrspuriger Straßen immer mal wieder diese kleinen „Barbierstände“. Manchmal reicht sogar ein verrosteter Stuhl und ein am Baumstamm aufgehängter Spiegel. Doch absolut fachmännisch und mit großer Sicherheit stehen die Barbiere dort im dichtesten Verkehrsgetümmel und lassen sich nicht beirren in ihrer Arbeit. Schaut man sich aber einmal die Schärfe des speziellen Messers an, dann könnte schon ein mulmiges Gefühl aufkommen.

Hier, wie auch im Rest der Welt hat und hatte der männliche Bartwuchs schon immer eine besondere Bedeutung. Diese Gesichtsbehaarung, die um den Mund herum und von den Wangen zum Hals hinunter verläuft, wird in verschiedenen Epochen höchst unterschiedlich getragen. Allerdings spielen sowohl Mode, Kultur oder Religion eine nicht zu unterschätzende Rolle. Letztendlich kann die Geschichte des „Bartes“ auf einige Tausend Jahre zurückblicken. Ob es sich nun um persische Herrscher handelte oder um die alten Römer, um die Husaren im 19. Jahrhundert oder die Hippies der 70er Jahre – immer hatte der Bart eine Aussage. Nicht alle Männer folgten der jeweiligen Mode, doch wer unbedingt „dazugehören“ wollte, der trug den entsprechenden Bart – was wohl bis heute so geblieben ist.

Und ja – Bernd Hüter ist der Bart sehr wichtig!

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