Die 3. Chemo geschafft

Krankheit, Holzfigur über Steinen, Foto counselling pixabay

Heute ist Sonntag. Am Donnerstag erhielt ich die dritte Chemo und trotz des abgelehnten Ports als Zugang für die Infusionen finden wir Venen im linken Arm, die dafür in Frage kommen. Aber es wird schwerer diese zu finden, denn schon während der Chemotherapie im Jahr 2004 hat eine Vene sehr gelitten und ist nicht mehr einsatzbereit. Dennoch – ich bereue meinen Entschluss nicht, ohne den Port auszukommen und nehme ein paar blaue Flecken gerne in Kauf.

Und so wie ich es mir erhofft hatte, so verläuft auch die weitere Therapie. Es wird von Mal zu Mal ein ganz klein wenig besser zu ertragen. Wenngleich es nach jeder Chemo andere Nebenwirkungen, Begleiterscheinungen, Arztbesuche gibt. Der Körper wird insgesamt schwächer, das ist eindeutig. Die Beine werden schwerer, die Kurzatmigkeit nimmt zu. Aber wenn ich dann daran denke, dass ich Mitte September die letzte Chemo erhalte, freue ich mich es soweit schon geschafft zu haben! Die anschließenden Bestrahlungen fürchte ich nicht so sehr, auch diese Erfahrungen habe ich ja leider im Jahr 2004/2005 machen müssen. Geblieben in der Erinnerung ist nur eine große Müdigkeit.

Nicht zu unterschätzen ist allerdings die Gefahr während der derzeitigen Chemophase, mich anzustecken an jeder möglichen Krankheit. Die Leukozythenwerte werden aus diesem Grund wöchentlich durch Blutuntersuchungen festgestellt. Sind die Abwehrstoffe weit unter den Werten, muss sofort gehandelt werden. Andernfalls wäre auch eine erneute Chemo nicht möglich.

Das bedeutet auch, große Menschenmengen zu meiden, ständig die Hände zu desinfizieren, fremde Waschräume nur im Notfall aufzusuchen und immer hustende, niesende Menschen im Blick zu behalten. Bis jetzt hat das gut geklappt und ich kann trotzdem in die Stadt fahren, spazieren gehen, einkaufen und Freunde treffen. Schade ist es, dass unsere Enkelkinder noch so klein sind. Dies birgt halt eine besondere Gefahr, denn gerade Kindergartenkinder oder Babys könnten mich schnell anstecken. Doch die Wochen sind absehbar und sind die Kleinen gesund besteht ja auch keine Sorge.

Ich bin und bleibe positiv gestimmt. Freue mich auf viele kleine und größere geplante Dinge und die Zeit nach diesen schweren Monaten. Aber, und das möchte ich hier auch nicht verschweigen, die Gedankenwelt ist nicht immer rosig. Fragen nach dem „Warum“ stelle ich mir sehr selten, sie sind einfach nicht beantwortbar. Aber Fragen danach, wie die Zukunft aussehen wird und wie „endlich“ mein Leben sein wird, die belasten doch hin und wieder die Stimmung und ich werde traurig. Was völlig normal ist, aber nur einen kurzen Moment dauert, schöne Gedanken überwiegen.

Leider ist meine Konzentration nach wie vor sehr „bescheiden“. Weshalb ich hier in meinem Blog auch weniger schreibe. Die Zeit ist absehbar und ich freue mich wieder auf eine schreib- und erzählintensive Zukunft.

Recht schöne Grüße an all‘ meine regelmäßigen und „manchmal“-Leser!

Eure Ute

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