“Die Erfindung der eckigen Papiertüte – Margaret E. Knight

Bemerkenswerte Frauen und Ihre Geschichte

Papiertüten mit fröhlichen Aufdrucken, Foto Please Don’t sell My Artwork AS IS auf Pixabay

Wir benutzen sie häufig, erhalten sie in vielen Geschäften und kennen sie schon ewig lange – die Papiertüte. Manchmal noch als sogenannte Spitztüte (beispielsweise auf dem Wochenmarkt), aber meistens in der eckigen Form mit rechteckigem Boden. Ob nun gefüllt mit Obst, Popkorn oder Brötchen, ob braun oder farbig, ob uni oder mit fröhlichen Aufdrucken, Firmenlogos oder lustigen Sprüchen – die Papiertüten sind aus unserem Einkaufs-Alltag nicht wegzudenken. Glücklicherweise haben wir durch wachsendes Umweltbewusstsein die altbekannte Plastiktüte weitestgehend ersetzt durch Tüten aus Papier.

Allerdings wurden Waren aller Art ursprünglich nur eingewickelt, bestenfalls in Papier. Bis es zu einer Tüte aus Papier kam verging viel Zeit. Denn auch heute noch werden beispielsweise in verschiedenen Regionen Indiens große Pflanzenblätter spitztütenartig zusammengedreht, um auf dem Markt Obst oder Gemüse hineinzugeben.  Erst im Jahr 1853 konnte in Bad Sooden-Allendorf in Deutschland vom Fabrikanten Bodenheim die erste maschinell gefertigte Spitztüte aus Papier vorgestellt werden. Nicht nur Lebensmittel, sondern auch allerhand Kleinkram aus dem täglichen Leben wurde fortan in Spitztüten verpackt.

Papiertüte, braun, mit rotem Schleifenband und Herzchen, Foto Mariska777 auf pixabay

In den USA und auch in England entwickelten Erfinder etwa zeitgleich Maschinen, mit denen Papiertüten hergestellt werden konnten. Nur die eckige Tüte mit dem eckigen Boden – die Zeit für diese Tüte war noch nicht reif. Diese geniale Idee ist zurückzuführen auf ein Mädchen in den USA, dass schon in früher Kindheit mit viel technischem Verständnis und handwerklichem Geschick ein Patent erlangen kann für ihre Erfindungen. Als junge Frau arbeitet sie in einer Papiertütenfabrik und beginnt über Veränderungen und Verbesserungen der Maschinen nachzudenken. Ihre Aufzeichnungen, Entwürfe und Skizzen beweisen zweifelsfrei, dass Margaret E. Knight die Erfinderin ist. Unter der Patentnummer US116842 A vom 11. Juli 1871 wird dies dokumentiert. Das Besondere an ihrer Erfindung? Die Maschine schneidet und faltet selbstständig – und die Tüte hat einen eckigen Boden! Die seitlichen Falten in der Papiertüte zur Stabilität, wie wir sie heute kennen, erfindet hingegen erst 12 Jahre später Charles Stilwell.

Falls Sie Interesse an den Skizzen und Zeichnungen von Margaret E. Knight haben, schauen Sie sich doch einmal das Patent an unter dem Link https://worldwide.espacenet.com/patent/drawing?channel=espacenet_channel-3c847e84-e6f6-4583-b3bb-9e59d7b6236c

Und weil diese Erfindung weltweit Veränderungen im Verpacken, Tragen und Schenken hervorrief, wird immer am 12. Juli eines jeden Jahres der US amerikanische „National Paper Back Day“ (Tag der Papiertüte) gefeiert. Warum auch nicht?

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here