Die Pomelo

(Erstveröffentlichung Januar 2018)

„Probieren Sie einmal …“

Pomelo geöffnet, Foto Iva Balk by pixabay

Wieder einmal stand ich in der Obstabteilung und schaute erstaunt eine überdimensionale „ja was eigentlich?“ an… Für eine Orange oder Pampelmuse viel zu groß, dachte ich mir. In einem Kunststoffnetz mit Banderole versehen lag die mir unbekannte Frucht dort in einer Kiste. Informationen jeglicher Art fehlten jedoch. Also kaufte ich die „Pomelo“, um sie zu probieren.

Unter der Netzverpackung ist die Frucht noch einmal in Frischhaltefolie gewickelt. Die Bildchen auf dem Banderolenstreifen zeigten an, wie diese zu schälen und zu öffnen sei – allerdings schwer erkennbar. So habe ich die Enden abgeschnitten und von oben nach unten die gesamte Pomelo rundherum so eingeschnitten, wie ich auch beim Öffnen von Orangen vorgehe. Einfach und leicht konnte ich nun die einzelnen Schalenstreifen abziehen. Doch im Gegensatz zur Orange sitzt unter dieser Schale eine dicke weiße Schicht, die ich ebenfalls entfernt habe. Nun konnte ich große einzelne Fruchtsegmente auseinanderziehen und die festeren Fruchthäute ebenfalls entfernen. Die Pomelo, die ich verzehrte, war fast saftlos, das heißt, es handelt sich wirklich nur um festes, hellgelbes bis rosafarbenes Fruchtfleisch, was die gesamte Handhabung sehr erleichtert. Doch ist in einigen Internetberichten die Rede von „besonders saftig“, was ich nicht bestätigen kann. Möglicherweise liegt das an den verschiedenen Arten der Pomelo, denn erhältlich im Handel ist auch die „Honey Pomelo“ aus China. Der überaus angenehme Geschmack dieser Frucht hat mich überzeugt und ja, auch begeistert.

Doch womit haben wir es denn nun zu tun bei der „Pomelo“? Wie ich herausfinden konnte handelt es sich um ein so genanntes Kreuzungsprodukt aus Pampelmuse und Grapefruit, wobei der Erbanteil der Pampelmuse größer ist. Somit ist die Pomelo keine eigene Art. Ursprünglich aus Israel stammend, wachsen die Früchte an bis zu fünfzehn Meter hohen Bäumen heute auch in Südafrika und China. Doch schon vor rund 45 Jahren wurde die Pomelo auch in unserem Land bekannt, wenngleich sie noch sehr zögerlich importiert wurde. Die Reifezeiten sind geografisch bedingt so unterschiedlich, dass wir in Deutschland fast das ganze Jahr auf diese Früchte zurückgreifen können. Angeboten werden die Pomelos jedoch überwiegend in den Wintermonaten, was sie aufgrund ihres sehr hohen Vitamin C Gehaltes zu einer gesunden Ernährungsbereicherung gerade in der kälteren Jahreszeit macht.

Die bis zu zwei Kilogramm schwer werdende Frucht glänzt mit hervorragenden Werten ihres Fruchtfleisches zum Brennwert und zu den Inhaltsstoffen. Mit etwa 50 kcal auf 100 g Fruchtstücke kann die Pomelo empfohlen werden, wenn Sie eine Unterstützung beim Abnehmen suchen. Rund 40 mg Vitamin C auf 100 g Fruchtfleisch und nur ein halbes Gramm Fett, daneben Kalium und Magnesium – das sind aussagekräftige Angaben. Weiterhin erwähnenswert ist der hohe Limonin-Gehalt. Dieser Bitterstoff regt die Darmtätigkeit an und trägt zu einer verbesserten Verdauung bei. Beim nächsten enthaltenen Stoff wird es wieder recht chemisch. Naringin, für den leicht bitteren Geschmack in der Pomelo verantwortlich, ist ein so genanntes Glycosid und gehört zu den natürlichen Polyphenolen (aromatische Verbindungen, zu den sekundären Pflanzenstoffen gehörend). Diese Polyphenolen wiederum sind bekannt für ihre antioxidative (zellschützende) und lipidsenkende (Leber schonende) Wirkung. Doch ist Vorsicht geboten, denn gerade dieses Naringin kann bei gleichzeitiger Einnahme blutdrucksenkender Medikamente den „Abfall des Blutdrucks beschleunigen“, also zu Wechselwirkungen führen, wie die „Apotheken Umschau“ berichtete. Daher sollten Sie in diesem Fall vor dem Verzehr Ihren Arzt oder Apotheker um Rat fragen.

Die Pomelos können problemlos einige Wochen etwas kühler gelagert werden (jedoch nicht im Kühlschrank), um sich einen kleineren Vorrat anlegen zu können für den Fall, dass Ihre Obstabteilung die Pomelos nur vorübergehend im Angebot haben sollte. Der Stückpreis von rund zwei Euro mag hoch erscheinen. Schaut man sich allerdings die Menge des inneren Fruchtfleisches an, so kann es gut und gerne mit rund zwei bis drei Orangen mithalten, was den Preis wieder relativieren mag. Möchten Sie nun einen Pomelo-Baum selbst pflanzen und heranwachsen sehen, so ist das zwar möglich, sollte allerdings eher im Kübel geschehen, denn er ist nicht winterhart. Ein Wintergarten ist auch immer dem Freiland vorzuziehen, da der Baum aus tropischen und subtropischen Gebieten stammt. Wer jedoch Früchte ernten möchte, der muss wohl bis zu 20 Jahre warten können.

Im Internet fand ich wie immer zahlreiche Verzehrvorschläge, doch ich kann Ihnen mit Überzeugung weitergeben: die Pomelos frisch zu essen direkt nach dem Schälen aus der Hand oder kleingeschnitten im Obstsalat erscheint mir am leckersten. Probieren Sie einmal!

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