Ein Ehrentag für den „Papierlocher“

Ja es gibt Gedenktage, kuriose Tage, Ehrentage über Menschen, Dinge oder Erfindungen, von denen haben wir noch nie gehört. Oder vielleicht einmal zur Schulzeit – und dann vergessen. Manchmal waren es spektakuläre Menschen mit atemberaubenden Fähigkeiten, manchmal völlig unscheinbare Erfindungen. Und von solch‘ einer Erfindung handelt mein heutiger Beitrag.

Papierlocher, Foto Capri23auto by pixabay

Denn schon vor 134 Jahren, genauer gesagt im November 1886 wurde dem deutschen Erfinder Friedrich Soennecken das Patent für seinen entwickelten Papierlocher ausgestellt. Unter https://de.wikipedia.org/wiki/Locher ist detailliert die Geschichte des „Perforators“, wie der Locher auch genannt wird, nachzulesen. Interessant, ganz nebenbei, ist zu erfahren, dass es sich bei diesem nicht mehr wegzudenkenden Gegenstand aus dem geschäftlichen wie privaten Bürowesen um ein ergänzendes Produkt handelt. Ergänzend dahingehend, dass allein mit einem gelochten Schriftstück nichts anzufangen wäre, gäbe es nicht den ebenfalls zuvor entwickelten Aktenordner mit seiner Einheftungsmöglichkeit. Solche sich ergänzende Produkte werden Komplementärgut genannt.

Wirklich bekannt geworden ist aber sowohl der Ordner als auch der Papierlocher durch das Unternehmen Leitz. Der Aktenordner an sich wurde nur Leitz-Ordner genannt und das auch noch zu Zeiten anderer Anbieter. Verbunden damit wurde eine hervorragende Qualität, ein einheitliches Aussehen und eine lange Lebensdauer. So sind die Leitz-Ordner auch heute noch erhältlich. Das gleiche gilt für die verschiedensten Leitz-Locher.

Natürlich sind namenlose Produkte oder Locher anderer Hersteller zu verschiedensten Preisen im Handel erhältlich. Doch stehen Namen wie Leitz, oder seinerzeit Soennecken, für vorgenannte Beschreibung und sind somit gern verwendete Arbeitsbegleiter im Bürowesen. Da ich selbst aus diesem Berufsleben komme kann ich mich sehr gut an diese Produkte erinnern, denn der Locher in den Verwaltungen und anderen Büros unterscheidet sich schon sehr vom herkömmlichen Locher für Schule oder Haushalt.

Hat man es dort mit einem einfachen 2-Loch-Gerät in handlichem Format und von leichtem Gewicht zu tun, so sieht das in vielen Büros ganz anders aus. Werden in verschiedensten Branchen 4-Lochungen für die Ablage benötigt, so sieht der Locher entsprechend aus. Er ist um einiges größer und vor allem auch schwerer als sein kleinerer „Mitstreiter“. Und im Gegensatz zum kleinen Alltagslocher, mit dem nur einige wenige Seiten oder Blätter gleichzeitig gelocht werden können, erhöht sich die Anzahl der zu lochenden Dokumente entsprechend zur Größe und Ausführung des Gerätes.

Alles in allem handelt es sich beim Papierlocher um eine Erfindung, die bis in die heutige Zeit ihren festen Platz in unserem Leben hat.

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