„Ein Engel auf Erden“ – unvergessliche TV-Serien

Immer mal wieder lassen sich Drehbuchautoren für Kino- oder Fernsehfilme auf Übersinnliches ein. Doch nicht erst seit dem Film „Ghost – Nachricht von Sam“ mit bekannten Schauspielern wie Whoopi Goldberg und Patrick Swayze (1990) oder „Der Himmel über Berlin“ von Wim Wenders (1987) lieben wir Ideen wie diese, dass es mehr gibt zwischen Himmel und Erde, als wir wissen.

Engel in Gestalt eines Mannes, Foto S. Hermann und F. Richter auf pixabay

Schon ein paar Jahre vorher im Jahr 1984 strahlte der US-amerikanische Sender NBC eine Serie aus, die anschließend drei Jahre später auch vom deutschen Sender ZDF aufgegriffen wurde: „Ein Engel auf Erden“ mit Michael Landon (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1959 mit Romy Schneider). Diese Geschichte lässt uns hoffen, träumen, zuversichtlich sein – wenn man sich darauf gedanklich oder gefühlsmäßig einlassen mag. Vorrangig ist und bleibt es eine sehenswerte Serie, die ich Ihnen heute im Weihnachtsmonat in Erinnerung bringen möchte.

In insgesamt fünf Staffeln und damit 106 Episoden konnten wir bei den Sendern ZDF und RTL Plus (hier jedoch unter dem Serien-Namen „Der Engel kehrt zurück“) mit verfolgen, wie „Jonathan Smith“, nachdem er verstorben ist (1917-1948), von Gott gesandt mit verändertem Aussehen als Engel auf die Erde zurückkehrt. Ursprünglich lebte er unter dem Namen Arthur Thompson und war verheiratet mit Jane. Erst in der dritten Staffel wird beschrieben, dass Jonathan „ein Engel auf Bewährung ist“. Aufgrund seiner hervorragenden Arbeit auf Erden wird er nicht zurück in den Himmel geholt, sondern soll auf der Erde weiterhin helfend tätig sein.

Wie sieht diese himmlische Hilfe denn nun aus? Der Engel Jonathan kann jeder Arbeit nachgehen, jeden Beruf ausüben und alles reparieren, was zu seinen besonderen Fähigkeiten zählt. Der erste Weg im Pilotfilm Staffel 1, Episode 1 führt ihn in ein Seniorenheim, in dem er als Gärtner und Hausmeister eingestellt wird. Durch eine Mitarbeiterin des Seniorenheimes lernt Jonathan deren Bruder Mark kennen – eine entscheidende Begegnung. Der ehemalige Polizist, arbeitslos und alkoholabhängig misstraut Jonathan, lässt sich aber im Verlauf der Episode davon überzeugen, dass es sich bei diesem tatsächlich um einen Engel handelt.

Gemeinsam wollen die beiden fortan im Auftrag Gottes hilfebedürftigen Menschen unter die Arme greifen. So ziehen sie durch die verschiedenen US-Staaten. Natürlich hat der Engel von Gott bestimmte Fähigkeiten verliehen bekommen. So kann er beispielsweise die Gedanken seiner Gesprächspartner sehen, hat ein umfassendes Wissen und ist extrem stark, um nur einige zu nennen. Doch neben diesen Fähigkeiten setzt Jonathan auf Gespräche. Er hilft den betroffenen Menschen in erster Linie nicht durch spontane Problemlösungen, sondern zeigt ihnen, wie sie selbst ihren Weg aus Verzweiflung, Not oder Traurigkeit gehen können.

In verschiedenen Episoden treffen die beiden Hauptdarsteller andere „Engel auf Erden“, was der Serie noch einmal Abwechslung bringt und irgendwann begegnet Jonathan auf Erden seiner noch lebenden Ehefrau Jane, sowie seiner Tochter und seinen Enkelkindern. Sehr viel später erlebt er mit, wie seine Frau stirbt. Doch Gott ruft ihn auch jetzt nicht zurück in den Himmel, um mit seiner Frau vereint zu werden, was große Wut in Jonathan hervorruft – er verliert seine Fähigkeiten. Die Serie wurde nicht weitergedreht, weil Schauspieler Victor French (Mark) vor Ausstrahlung der letzten Episode verstarb. Michael Landon erlag nur zwei Jahre später ebenfalls einer Krebserkrankung.

„Ein Engel auf Erden“ befasst sich jedoch nicht nur mit Fantasie oder Wunschvorstellungen. Jede Folge handelt von ernsthaften Themen, wie gleich die Auftakt-Episode im Seniorenheim anschaulich wiedergibt.

Diese Serie besticht nicht durch Spezialeffekte mit Licht und Technik, enthält keine angsteinflößenden Einstellungen und driftet nie ab ins Lächerliche. Es sind vielmehr die alltäglichen Geschichten, Menschen und Schicksale, die uns gezeigt werden – und die Möglichkeiten mit allem ein wenig besser fertig zu werden. Deshalb gehört „Ein Engel auf Erden“ zu meiner ganz persönlichen Lieblingsserie. Aus diesem Grund habe ich damals, vor vielen Jahren, meinen kleinen neuen Nissan 100 NX „Jonathan“ getauft. Im Vertrauen darauf, dass er mich beschützend durch den Verkehr führt. Und das hat er beinahe 18 Jahre lang getan!  In diesem Sinne – Glaube versetzt Berge.

Alle Staffeln sind als DVD erhältlich.

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