Ein „Snoezelraum“ und mehr

Angebot für Demenzerkrankte

Bereits im Februar 2009 wurde ein neuer Bereich im Jeanette-Wolff-Seniorenzentrum eröffnet und mit Leben gefüllt.Dieser nennt sich „Tagesstruktur für Demenzerkrankte“ und bietet bis zu 15 Bewohnern mit dieser Erkrankung ein ganz neues Wohnen und Leben.Großzügig, hell und luftig stellen sich die Räume dar. „Auf Türen wurde weitestgehend verzichtet, da eine große Anzahl Demenzerkrankte viele Stunden am Tag in Bewegung sind“ so die Leiterin des Seniorenzentrums Barbara Bollwerk.

Der gesamte Bereich ist auf die speziellen Ansprüche Demenzerkrankter ausgerichtet. Zwei Badezimmer, ein Ruheraum, der großzügige Aufenthaltsbereich, die Küche und der Essbereich werden ergänzt durch einen besonderen Raum, den „Snoezelraum“. Der Begriff stammt aus der niederländischen Behindertenarbeit. Hier wird therapeutisches Arbeiten mit an Demenz Erkrankten vereinfacht. Lichttherapie oder sanfte Musik wie Meeresrauschen bietet sich in diesem Raum an. „Snuffelen“ (schnuppern) und „doezelen“ (dösen, schlummern), diese beiden niederländischen Begriffe bilden die Grundlage für den „Snoezelraum“. Mit Düften, Farben und musikalischer Untermalung sorgt dieser Raum für eine besondere Art des Wohlfühlens.

Nachdem die Morgenpflege der Demenzerkrankten in ihren persönlichen Zimmern abgeschlossen ist, werden sie in die Tagesstruktur gebracht.Dort wird von allen gemeinsam das Frühstück hergestellt; jeder beteiligt sich nach seinen eigenen Möglichkeiten. Wichtig ist hier, alle Sinne zu aktivieren. Es macht einen Unterschied, ob fertig bereiteter Kaffee serviert wird, oder der Duft von frisch aufgebrühtem Kaffee über den Geruchssinn aufgenommen werden kann.Nach dem gemeinsamen Frühstück können die demenzerkrankten Bewohner dieser Tagesstruktur an Beschäftigungen teilnehmen.

Bollwerk erklärt „für diesen Bereich stehen speziell geschulte und ausgebildete Mitarbeiter, wie zum Beispiel eine Krankenschwester für Demenzerkrankte, Demenz-Assistenten und Hilfskräfte zur Verfügung. Weiterbildungskurse werden von allen Mitarbeitern besucht.

Die Bewohner der Tagesstruktur nehmen alle Mahlzeiten gemeinsam ein. Am Ende des Tages werden sie zurück in ihr kleines persönliches Reich, ihr Zimmer gebracht.„Wichtig bei Demenzerkrankten ist die tägliche Gleichförmigkeit, die gleichen Tagesabläufe, der gleiche Rhythmus“ so die Leiterin des Seniorenzentrums.

Mit dem Bereich „Tagesstruktur für Demenzerkrankte“ ist das ehemalige Dürer-Bad zu einem ansprechenden sinnvollen Ort geworden, an dem andere Menschen anders ihre Zeit verbringen – hoffentlich mit viel Freude.

Dieser Bericht wurde von mir in Zusammenarbeit mit der Leiterin des Seniorenheims, Barbara Bollwerk, überarbeitet und aktualisiert. Die Ursprungsform verfasste und veröffentlichte ich in 02/2009.

 

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