Ein Tag für die „Handschrift“

Handschrift, schreiben mit Stift auf Papier, Foto tookapic by pixabay

Hin und wieder fallen mir besondere Feier- oder Gedenktage auf, die bei uns in Deutschland nicht die Bedeutung haben, wie beispielsweise in den USA. Dort wurde tatsächlich der 23. Januar zum Nationaltag der Handschrift ernannt (englisch: National Handwriting Day). Und warum nun ausgerechnet der 23. Januar? Dies wird zurückgeführt auf eine bedeutsame historische Begebenheit.

John Hancock (1737 – 1793), amerikanischer Kaufmann und politischer Führer wurde am 23. Januar geboren. Er unterzeichnete im Jahr 1776 als Erster die Unabhängigkeitserklärung mit einer schwungvollen und äußerst großen Unterschrift, die tatsächlich aufgrund ihrer Größe von 13 cm zum Synonym für „Unterschrift“ wurde. Hieraus leitete sich im amerikanischen Englisch die Redewendung „Please, put your John Hancock here!“ („Unterschreiben Sie bitte hier!“) ab. (Quelle: wikipedia.de)

Dieser besondere Tag der Handschrift wird gefördert von der „Writing Instrument Manufacturers Association (WIMA)“, einem Industrie- und Handelsverband, der im eigenen Interesse seit 1977 den Tag fördert. In scheinbar wahrer Voraussicht auf schwindende Umsatzzahlen in Sachen Stifte und Papier.

Nun gibt es zum Thema Handschrift so viel zu berichten, zu erzählen, zu lesen, dass all‘ meine Recherchen hier den Platzrahmen sprengen würden. Nur so viel sei gesagt: in längst vergangenen Zeiten wurde erheblicher Wert auf eine schöne Handschrift gelegt und selbst ich lernte noch im ersten Schuljahr die so genannte „Schönschrift“.

Liebesbriefe zeugen davon, alte Feldpostkarten, Dokumente und vieles mehr. Heute hat die Tastatur auf Mobiltelefonen, Tablets oder an Computern den Platz eingenommen und spiegelt in aller Schnelligkeit die heutige Zeit wieder. Einheitlichkeit wird bevorzugt – Individualität findet man im Schriftlichen selten. Es scheint so, als wäre alles Geschriebene nur noch ein Austausch an Informationen und selbst Liebesschwüre oder Partnerschaftstrennungen erfolgen in Form von gedruckten Buchstaben in digitaler Form. Kalt, unpersönlich, schwarz.

Wie überaus wohltuend empfinden dann manche Mitmenschen einen handgeschriebenen Brief, eine Ansichtskarte aus dem Urlaub oder ein kleines Zettelchen mit Liebesbotschaft am Spiegel. Es macht ja auch gar keine Mühe, wenige Zeilen von Hand zu schreiben. Es dauert auch nicht länger als mit beiden Daumen und gebeugtem Nacken hastig in ein Smartphone einzuhämmern. Aber ganz sicher kommt eine kleine handgeschriebene Mitteilung wesentlich sympathischer und individueller beim Adressaten an. Probieren Sie es doch einmal!

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