Eine Idee ging um die Welt

Fleurop – überraschende Freude

Fleurop Musterstrauß zu Ostern 2018, Foto Fleurop AG

Fast alle haben schon einmal von Fleurop gehört, gelesen oder eigene Erfahrungen mit diesem Unternehmen machen können. Doch wer hatte die Idee? Seit wann gibt es diese Firma Fleurop überhaupt und wie funktioniert das Ganze? Ich stellte mir mal wieder viele Fragen zu einem Thema und habe mir gedacht, dass die Antworten darauf vielleicht auch Sie interessieren.

Heute ist Fleurop eine Aktiengesellschaft – die Fleurop AG, doch damals, im Jahr 1907 hatte ein Florist namens Hübner eine zündende Idee. Stellen wir uns die damalige Zeit einmal vor… Frische Blumen mitzunehmen in andere Länder war so gut wie unmöglich angesichts der Reiseverkehrsmittel und Reiserouten. Blumen in andere Länder zu versenden wäre zwar möglich gewesen, doch stellen Sie sich die Sträuße bei der Ankunft vor… Und so überlegte der Berliner Max Hübner, wie dennoch ein frischer Blumenstrauß einen fernen Ort in einem anderen Land erreichen könnte. Die Idee war so einfach wie erfolgreich – der Auftrag wurde übermittelt, nicht der Blumenstrauß.

Fleurop, Blumenstrauß, den ich von Freunden erhielt, Foto Ute Boysen

Notwendig dafür und ohne dies gar nicht machbar war natürlich die „Telegrafie“, also die Übermittlung von Nachrichten über eine geographische Distanz, vereinfacht ausgedrückt. So konnte ein Blumenstrauß-Wunsch auf diesem Weg weitergegeben werden an einen Blumen-Händler in einer anderen Stadt, später auch in einem anderen Land. Am Empfänger-Ort wurde der in Auftrag gegebene Strauß von einem Floristen frisch gebunden, entweder nach Vorgabe oder Verfügbarkeit der Blumen, und von dort aus an den Adressaten geliefert.

Das, was sich im Laufe der Jahrzehnte änderte, ist lediglich der Kommunikationsweg, denn Telefon, Faxgeräte oder Computer haben die Telegrafie längst in Vergessenheit geraten lassen. Die Übermittlungswege der Aufträge werden so schneller und schneller und erlauben selbst Lieferungen in weit entfernte Regionen der Welt. Mehr als 50.000 internationale Fleurop-Partner in 150 Ländern bieten mittlerweile ihren Kunden diesen aus Deutschland stammenden Blumen-Liefer-Service an.

Ich besuchte den Blumenladen Nienhaus in unserer Stadt und sprach mit Margret Nienhaus über Fleurop. „Wir sind Mitglied bei Fleurop und übernehmen sowohl die Bestell-Weitergabe an Wunsch-Sträußen, als auch die eingehenden Aufträge und Auslieferungen.“ Man könne nicht große Umsätze mit dem Fleurop-Service machen, aber als Werbung für das eigene Blumengeschäft sei das Fleurop-System auf jeden Fall wichtig. Kunden werden damit auch in den Laden gezogen und lernen diesen häufig erst durch den Besuch kennen. Denn nicht immer erfolge ein Auftrag auf dem Telekommunikationsweg.

Fotos von Mustersträußen oder Gebinden stellt die Firma Fleurop ihren Mitglieds-Blumenhändlern zur Verfügung. Doch ausschlaggebend ist immer das Land oder die Region, denn nicht alle Blumen sind immer und überall erhältlich, dafür gibt es in fernen Ländern Exoten, die in unserem Land hier kaum oder gar nicht erhältlich sind.  „Wir bieten nun schon seit 1955 in dritter Generation den Fleurop-Service in unserem Familienunternehmen an und haben durchweg gute Erfahrungen gemacht,“ sagt die Geschäftsfrau.

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