„Eine Kiste voller Weihnachten“

Buchtipp

Coverfoto Eine Kiste voller Weihnachten, Foto Genehmigung Rowohlt Verlag

Vincent Storch, Fabrikant in Dresden und bereits im fortgeschrittenen Alter lebt im Jahr 1890 ein ruhiges und beschauliches Leben. Noch immer sucht er Abend für Abend nach Feierabend seine Fabrikhallen auf und schaut nach Feierabend nach dem Rechten. Rituale, die auch am Heiligen Abend eingehalten werden. Die Hektik der letzten Monate auf das Weihnachtsfest hin ist beendet, denn in seiner Fabrik werden Weihnachts-Pappfiguren hergestellt. Alle Pakete sind rechtzeitig auf den Weg gebracht worden – alle? Entsetzen macht sich bei Storch breit, denn eine Kiste ist stehengeblieben und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Das Leben der kleinen Lisbeth und ihrer Familie verläuft parallel zum Fabrikanten. Allerdings kommt das kleine Mädchen aus dem Gebirge, genauer gesagt aus dem Erzgebirge, hat einen langen Weg nach Dresden hinter sich und muss schnellstmöglich zurück zum Vater und den Geschwistern. Das alles am Heiligabend und das alles bei nahendem Schneeeinbruch.

Die Wege des Fabrikanten und des kleinen Mädchens kreuzen sich. Was daraus entsteht, wie es für beide weitergeht und welche Rolle ein Pferdefuhrwerk, ein Pferdeschlitten und fremde arme Menschen dabei spielen, liest sich wunderbar bildhaft beschrieben. Das Schneegestöber, die Wegbegleiter, die Dörfer im Gebirge und das Bergwerk nehmen mit in diese vergangene Welt.

Ein wunderbares Weihnachtsbuch mit einer Geschichte über Wärme, die einen Herzenspanzer zerbricht – eben ein wahres Weihnachtswunder.

„Eine Kiste voller Weihnachten“
von Ralf Günther
Rowohlt Verlag Hamburg
ISBN 978-3-463-40697-8
€ 18,– gebundene Ausgabe

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