„Flipper“ – unvergessliche TV-Serien

TV Serie Flipper, Delphin, Foto mikakaptur auf pixabay

Familien, Kinder, Tiere, Hilfe in der Not, Einsatzbereitschaft und ein gutes Ende – das sind die Zutaten vieler Serien, damals in den 60er Jahren und selbst heute noch. Dazu ein Schuss Humor, eine Prise Spannung und ganz viel Unterhaltung – fertig sind zahlreiche Episoden. Genauso verhält es sich mit der sehr beliebten Serie „Flipper“, in der sich alles um einen Delphin dreht.

Wie genau es dazu kam, einen Delphin zu zähmen und auszubilden, bleibt wohl das Geheimnis des Regisseurs. Hunde oder Pferde zu dressieren, das konnte sich jeder schon eher vorstellen, aber Delphine für das Fernsehen? Im Jahr 1963 erschien in den USA im Kino der Film „Flipper“ von Regisseur James B. Clark und spielte hervorragende Erfolge ein. Ein Jahr später folgte die Fortsetzung namens „Neues Abenteuer mit Flipper“. Die beiden Kinder- und Jugendfilme erfreuten sich so großer Beliebtheit, dass später die Serie „Flipper“ gedreht wurde, die der deutsche TV-Sender ZDF von 1964 bis 1969 ausstrahlte.

„Flipper“ hört sich nicht nur nach einem männlichen Namen an, es sollte auch den Eindruck erwecken, als sei dieser Tümmler männlich. Doch in der Natur gibt es viele Delphine/Tümmler mit Verletzungen und Vernarbungen auf der Hautoberfläche, die durch rivalisierende Kämpfe unter Artgenossen entstehen. So wurde tatsächlich für die Serie ein weiblicher Delphin ausgebildet. Und nicht nur das – gleich fünf verschiedene Tiere spielten in der Serie abwechselnd oder für unterschiedliche Filmszenen „den Delphin Flipper“, was wir Zuschauer natürlich nicht bemerkten.

Ausbilder und Delphin-Trainer Richard O’Barry lehrte die Tiere jedes einzelne Kunststück und jede Handlung auszuführen, indem er sich mit ihnen gemeinsam im Wasser aufhielt. Das war damals revolutionär, denn diese Art Tierarbeit erfolgte normalerweise vom Beckenrand aus.

Die Handlung der beliebten Serie ist auch dieses Mal schnell erzählt. Ort des Geschehens ist der „Coral Key Park“, ein Naturschutzgebiet an Floridas Küste gelegen. Dort arbeitet und lebt der verwitwete Ranger Porter Ricks mit seinen beiden Söhnen Sandy und Bud. Zur kleinen Familie „gehört“ auch der Tümmler Flipper, als Freund von Vater und Kindern. Ein besonders enges Verhältnis hat Flipper zum zehnjährigen Bud, der sich sehr viel mit ihm beschäftigt. Die Serie vermittelt den Eindruck, dass ein Delphin zwischen Gut und Böse unterscheiden kann, denn Flipper hilft dem Ranger bei der Verbrecherjagd und bemerkt ebenso Menschen in Not, die er sofort aus dem Wasser rettet.

„Ich erinnere mich zwar nicht an die einzelnen Serienfolgen, aber ich weiß noch ganz genau, wie jede Folge begann“, erzählt Walter N. (64). „Senkrecht auf der Schwanzflosse stehend bewegte sich der Delphin durch das Wasser und der Junge Bud wartete am Steg auf ihn. Dazu lief das Lied ‚Flipper, Flipper, Freund aller Kinder, Große nicht minder, lieben auch ihn‘. Auch die Geräusche, die der Delphin von sich gab, sind mir noch gut in Erinnerung geblieben“.

Auch zu dieser Serie gibt es wieder Kurioses zu berichten, denn gerade beschriebene „Geräusche des Delphins“ waren tatsächlich keine Tiergeräusche, sondern stammten aus dem Tonstudio Hollywoods. Synchronsprecher Mel Blanc lieh seine Stimme den besonderen Tönen, die Flipper von sich gab. Auch dies blieb den Zuschauern verborgen. Wie auch die tatsächlichen Drehorte, die sich nicht an Floridas Küste am weiten, freien Meer befanden, sondern an einem Salzwassersee innerhalb des Freizeitparks „Miami Seaquarium“… und in der Nähe der Bahamas, wohin die großen Tiere transportiert werden mussten.

Dokumentarfilme über die verspielten hochintelligenten Meeressäuger haben uns in den letzten Jahrzehnten wiederholt gezeigt, wie groß der Bewegungsdrang und wie lang die zurückgelegten Schwimmstrecken sind. So mag heute nicht mehr alles in den Filmszenen so idyllisch anmuten, wenn wir verschiedene wahre Hintergründe dieser beliebten Serie nachlesen können. Wie auch überhaupt erst einmal die Tatsache, dass ein Delphin gefangen werden muss. Es würde nun hier zu weit führen über die Fangarten und Vorgehensweisen in asiatischen Gewässern zu berichten. Es würde uns im Nachhinein die Freude an der Serie Flipper nehmen, wenn ich alle recherchierten Details beschreiben würde.

Gesagt werden sollte aber dennoch, dass durch die Filme und die Serie Flipper eine nicht zu bremsende Begeisterung für Delphin-Vorführungen, Delphin-Schwimmen oder Delphin-Dressuren entstand. Jedoch müssen all diese Meeressäuger erst einmal gefangen werden. Mehr Informationen zu Delfinarien erhalten Sie unter anderem auf der Internetseite https://www.peta.de/themen/Delfinarien . Der Verein PETA Deutschland e. V. als Partner der PETA USA gehört zur weltweit größten Tierschutzorganisation.

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