Fremdsprachen lernen

Einfacher mit Gesten?

Fremdsprachen, kleiner Karteikasten mit Vokabelkärtchen, Foto Ute Boysen

Nun soll es endlich was werden! Ich habe mir fest vorgenommen meine Spanischkenntnisse zu vertiefen – und zwar richtig. Was bedeutet, mich intensiv in die Sprache einzuarbeiten, Vokabeln zu lernen und nach Möglichkeit auch spanisches Fernsehprogramm anzuschauen und anzuhören. Soweit – so gut. Doch genau das Vokabeln lernen ist so eine Sache für sich. Also habe ich ein wenig recherchiert, ob es möglicherweise genau hierfür neue Erkenntnisse, Methoden oder Erfahrungen gibt.

Und siehe da – bereits vor einigen Jahren wurde darüber berichtet, dass sich Vokabeln leichter einprägen, wenn sie mit einem Bild oder einer Geste verbunden werden. In der Ausgabe April 2015 erschien hierzu ein kleiner Hinweis im „Reader’s digest“ und im gleichen Jahr verfasste Frau Dr. Katharina von Kriegstein vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig zu diesem Thema einen Bericht mit dem Titel „Lernen mit allen Sinnen“.

Demnach, ich zitiere „…fällt das Vokabellernen den Forschern zufolge leichter, wenn das Gehirn ein Wort mit unterschiedlichen Sinneswahrnehmungen verknüpfen kann.“ Das kann entweder durch das „Hören“, das „Sehen“ oder das „Zeigen“ sprich durch Bewegung erfolgen. Ein neues Wort in einer Fremdsprache zu erlernen soll also einfacher sein, wenn gleichzeitig auf den betreffenden Gegenstand gezeigt wird, oder ein Verb (das gute alte Tu-Wort) mit Hand- oder Körperbewegungen demonstriert wird. So habe ich es verstanden – und angewandt.

Nun gibt es aber verschiedene Lern-Typen. Der Eine lernt am effizientesten dadurch, dass er nur fremdsprachliche Texte oder Unterhaltungen „hört“ (der auditive Lerntyp), wieder andere müssen alles aufschreiben und lesen (der visuelle Lerntyp), der nächste lernt nur durch Gespräche (der kommunikative Lerntyp) und letztendlich gibt es das Lernen durch Bewegung (der motorische Lerntyp). Die meisten Menschen finden schon im Schulalter für sich heraus, welchem Lerntypen sie angehören. Aber halt nicht immer. Und so gilt gerade bei Fremdsprachen: Ausprobieren. Kommt noch ein fortgeschrittenes Lebensalter hinzu, gilt dies umso mehr.

Ich bin also dabei, mir neue spanische Vokabeln auf die unterschiedlichste Art und Weise beizubringen und die Verbindung zwischen gelesenem, gesprochenen und gezeigtem „Wort“ funktioniert tatsächlich. Vielleicht habe ich Ihr Interesse geweckt, auch einmal eine neue Sprache zu erlernen, es würde mich freuen.

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