Gerstengras

 „Probieren Sie einmal…“

Probieren Sie einmal Gerstengras, Foto Claudia Hautumm_pixelio.de

Nachdem ich nun über einige Obst- und Gemüsesorten berichtete, sowie den Kokosblütenzucker vorstellte, möchte ich Ihnen heute das Gerstengras(pulver) näherbringen.

Als überaus gesund, bereichernd oder auch als ernährungstechnisch wertvoll wird seit einiger Zeit dieses Pulver angeboten. Dem bin ich nachgegangen und habe mich schlau gemacht. Was ist so besonders wertvoll an diesem Getreide? Ich fand heraus, dass die Gerste (Hordeum vulgare) zu den Süßgräsern zählt und bereits seit mehr als 10.000 Jahren bekannt ist. Die ursprüngliche Wildgerste Syriens wurde mit der Zeit zu einer Kulturpflanze entwickelt, die über Jahrtausende zu einem der wichtigsten Nahrungsmittel zählte.

Heute unterscheiden wir Wintergerste oder auch Futtergerste genannt, die durch einen höheren Eiweißgehalt als Tierfutter eingesetzt wird von der Sommergerste. Soweit zur Gerste. Wie aber wird Gerstengras gewonnen, verarbeitet oder verzehrt? Dazu muss man sich die Wachstumsstadien der Pflanze anschauen, denn Gerstengras wird das Getreide Gerste nur in einem bestimmten Zeitraum genannt. Dies ist die biologische Zeitspanne von der Keimung bis zu dem Moment, in dem die Getreideähren ausgebildet werden, siehe auch „Entwicklungsstadien im Getreide“ (https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/getreide/getreide-ec-pdf.pdf). Ist die so genannte Bestockungsphase beendet, enthält das Gerstengras die höchsten Nährstoffwerte. Nun kommen die Blätter zur Ernte, werden schonend getrocknet, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten und können direkt weiterverarbeitet werden zu Pulver.

Aus dem gewonnenen Pulver werden nun auch so genannte „Presslinge“ hergestellt. Was nichts anderes bedeutet, als das Pulver unter hohem Druck in Tablettenform zu pressen. Schutzschichten sind nicht notwendig, denn dies würde das Produkt nicht in natürlicher Substanz halten, sondern durch fremde Zusatzstoffe verändern. Verbraucher, die Getränke mit Gerstengras eher ablehnen, können auf den schnellen Verzehr der „Presslinge“ zurückgreifen. Das Getränk nun herzustellen ist denkbar einfach, denn das gekaufte Pulver wird nach Herstelleranweisung in Wasser aufgelöst und sollte morgens verzehrt werden. Bereits fertigen Gerstengrassaft erhalten Sie derzeit überwiegend im Internethandel, wo hingegen das Pulver verschiedenster Anbieter im Reformhaus oder im Bio-Kaufhaus erhält ist.

Kommen wir nun zu den Inhaltsstoffen. Am wichtigsten erschien mir persönlich die Information, dass es sich beim Gerstengras um eines der basischsten Lebensmittel handeln soll, was also bei regelmäßigem Verzehr auf leichte Art und Weise zu einem ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt führen kann. Die Kombination aus Vital- und Nährstoffen kann das Gerstengras (also das tatsächliche frische Gras), das Gerstengraspulver oder den Saft zu heilenden Lebensmitteln machen.

Folgende Werte im Gerstengraspulver machen das deutlich:

Rund 4 mg Eisen (10 mg täglicher Bedarf)
Beta-Carotin (für die Zellregeneration)
Vitamin K (für die Blutgerinnung, das Zellwachstum, die Knochen und möglicherweise Gefäßverkalkungen entgegen wirkend)
Vitamin B 2 (lt. Wikipedia auch Wachstumsvitamin genannt, für Stoffwechselvorgänge)
Zink, Kalium, Kalzium, Antioxidantien (Zellschutz)

Bei all den beschriebenen gesundheitsunterstützenden Inhaltsstoffen stellt sich nun noch die Frage nach der Wirksamkeit auf den menschlichen Körper. Gerstengras kann das Ausgleichen des Säure-Basen-Haushaltes bewirken und soll die Darmschleimhaut beim Zellaufbau unterstützen. Allerdings soll auch erwähnt werden, dass es durchaus kritische Stimmen zum Gerstengraspulver gibt. Hier kann ich nur empfehlen eigene Erfahrungen im Hinblick auf Information oder Verzehr zu machen.

Und sollten Sie weder einen fertigen Gerstengrassaft noch einen Gerstengraspressling, noch Gerstengraspulver verzehren wollen, dann versuchen Sie es doch einmal mit dem Eigenanbau von Gerstengras. Im Internet finden Sie zahlreiche einfache Anbau-Anleitungen und Bezugsquellen für das Saatgut. Schon innerhalb kürzester Zeit wächst und sprießt das Gras im Topf auf der Fensterbank oder im Kübel. Die Grashalme können geschnitten, gewaschen und frisch in Salaten verzehrt werden. Probieren Sie einmal!

Die Gerstengrasprodukte werden in diesem Artikel lediglich vorgestellt. Vor dem Verzehr beraten Sie sich bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

(Erstveröffentlichung Februar 2018)

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here