Gesundheit aus dem Netz?

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Google und Co.

„Ich hatte Brustkrebs und habe absichtlich nicht im Netz nach Leidensgenossen gesucht, nach Foren, Berichterstattungen oder ärztlichen Ratschlägen. Informationen über die Art der Erkrankung waren mir dagegen wichtig, weil ich so auch bessere Gespräche mit meinem Gynäkologen führen konnte.“ Diese Aussage einer heute gesunden Bekannten brachte mich dazu, über Google und Co. einmal nachzudenken. Wie gesund oder krank können uns Internetseiten machen?

Fakt scheint zu sein, dass mehr Negativerfahrungen über Krankheiten, Verlaufsformen oder auch Medikamenten-Verträglichkeiten im Netz weitergegeben werden, als positive Erfahrungen. Und schaut man sich so manch ein Forum an, dann übertreffen sich die dortigen Nutzer in der Berichterstattung ihrer durchgemachten Krankheiten dermaßen, dass an der Echtheit fast schon gezweifelt werden muss.

Wie kommen wir also weiter auf den Ratgeberseiten? Was können wir glauben, wie erkennen wir überhaupt, ob die Seite seriös ist? Früher suchten wir in der Stadtbibliothek oder im Fachhandel nach entsprechenden Sachbüchern oder Zeitschriften, um uns einen Überblick verschaffen zu können, wenn es sich um eine schwere Krankheit handelte. Heute macht uns „Google“ die Suche nach allem rund um das Thema leicht. Unzählige Seiten sind in Sekundenbruchteilen abrufbar und die Qual der Wahl beginnt. Immer aber sollten Sie sich die Frage stellen, wer genau die von Ihnen ausgewählte Internetseite betreibt, wer dort geschrieben, beschrieben oder sogar empfohlen hat. Halten Sie sich immer vor Augen, dass jeder im Internet ganz eigene Ansichten oder Kenntnisse weitergeben kann und darf. Aber ob diese medizinisch korrekt sind, unvollständig kopiert von anderen Autoren oder gar schlicht und ergreifend falsch – das können Sie erst einmal nicht feststellen.

Wahrheit oder Lüge? Unvollständigkeit eines medizinischen Berichtes durch fehlende Informationen über Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen kann schlimmstenfalls erneute Krankheiten hervorrufen, verlässt sich der Leser auf die Inhalte solcher Berichterstattungen. Also zweifeln Sie bitte erst einmal, denn im Netz steht viel geschrieben. Bei allgemeinen Informationen zu bestimmten Krankheiten können Sie auch auf die Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit zurückgreifen, welches unter www.bundesgesundheitsministerium.de umfangreiches Wissen zum Thema anbietet. Die bekannte Zeitschrift „Apotheken-Umschau“  www.apotheken-umschau.de  hält im Archiv eine große Auswahl an Informationsberichten bereit und auch die Internetseiten der Krankenkassen sind äußerst hilfreich wenn es um Wissensvermittlung bestimmter  Krankheitsbilder geht.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen www.iqwig.de beispielsweise befasst sich „…mit den Nutzen und Schaden von medizinischen Maßnahmen für Patientinnen und Patienten“. Auch hier erhalten Sie wertvolle Aufklärungen.

Möchten Sie sich dagegen mit anderen Menschen im Internet mehr oder weniger  anonym austauschen, ist ganz besondere Vorsicht geboten. Ob dort tatsächlich Betroffene zu Wort kommen, oder aber Menschen, die zu allem und jedem Lösungen parat haben, ob Ihr geschildertes Leiden in einem Forum ernst genommen wird von den Teilnehmern oder ob sich Wichtigtuer und Spaßvögel am Thema beteiligen – das gilt es erst einmal herauszufinden.

Fazit: Das Internet mit seinen unüberschaubaren Möglichkeiten bietet uns Wissen in Hülle und Fülle. Was wir daraus machen, wie wir damit umgehen und was jeder Einzelne im Krankheitsfall oder präventiv herausfinden möchte – das bleibt jedem überlassen. Deshalb sind Zweifel und Vorsicht gute Wegbegleiter durch das Netz.


 

 

 

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