Grabpflege

Möglichkeiten

Grabpflege, Friedhofsweg, Foto Ute Boysen

Es gibt einen Ort, den viele von uns aufsuchen, um besondere „Besuche“ abzustatten – den Friedhof. Diesen Ort suchen auch mein Mann und ich häufig auf, um das Grab seiner Eltern zu pflegen, Blumengrüße abzustellen und ein stilles Gespräch zu führen. Wir machen das gerne, sehen es nicht als Verpflichtung an und es fühlt sich gut und richtig an. Noch können wir alles alleine pflegen. Noch ist für uns gar nicht daran zu denken, dass es einmal anders sein könnte.

Haben wir den Grabbesuch beendet schlendern wir mal den einen, mal den anderen Weg zurück zum Parkplatz. Auf diesen Wegen fallen mir immer wieder „vergessene“ Gräber auf. Verblühte Allerheiligen-Gestecke im Mai, Unkraut, Laub, kerzenlos. Ich schaue auf Geburts- und Sterbedaten und häufig denke ich daran, dass sich hier ein zurückgebliebener Partner in einem Alter befindet, in dem er oder sie möglicherweise nicht mehr in der Lage ist, das Grab aufzusuchen. Vielleicht lebt die betroffene Person in einem Seniorenheim. Oder hat durch eine Krankheit das Grab „vergessen“. Vielleicht lebt die Familie längst in einer anderen Stadt? Gibt es Kinder? Enkelkinder? Was ist passiert?

Nun sollte man meinen, was geht es mich an? Warum mache ich mir über fremde Gräber und Menschen Gedanken? Ich denke, es liegt an meinem eigenen Alter von 62 Jahren. Ganz lapidar erzählt man sich „die Einschläge kommen immer näher“ und meint damit, dass allzu viele Menschen im gleichen Alter bereits sterben und die Anzeigen in der Tageszeitung bestätigen dies. Dann kommen Gedanken auf, wie es vielleicht in der eigenen Familie einmal sein wird. Wenn mein Mann und ich nicht mehr gesundheitlich in der Lage sein werden, das Grab der Schwiegereltern zu pflegen. Wer wird es tun? Soll unseren Kindern diese „Aufgabe“ übertragen werden? Für viele Kinder oder Enkelkinder ist es jedoch keine Verpflichtung, sie übernehmen wie selbstverständlich diese Besuche. Aber auch das ist nicht immer möglich. Was dann?

Zu diesem Thema fiel mir eine Broschüre mit dem Titel „Leben braucht Erinnerung“, herausgegeben von der Gesellschaft für Dauergrabpflege Westfalen-Lippe mbH, Dortmund, in die Hände. Wer sich gerne informieren möchte über Art und Umfang sowie finanzielle Aufwendungen einer solchen Dauergrabpflege, der kann sich auf der Seite www.dauergrabpflege-wl.de umschauen oder direkt mit dem Gartenbetrieb seines Vertrauens ein Gespräch führen. Auch dies stellt eine Vorsorge dar, die vielleicht einmal sehr wichtig sein wird für die Angehörigen.

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