Hilfe – ich bin im Aufräumwahn!

Aufräumwahn, verschiedene Aktenordner, Foto Gerd Altmann

Obwohl ich mir in der Silvesternacht wirklich nicht vorgenommen habe im neuen Jahr gründlichst alle Ecken und Schränke auszumisten, Altes zu entsorgen und Platz zu schaffen…  nun hat es mich aus heiterem Himmel erfasst. Ich nutze jede kleine Viertelstunde, um genau das zu tun – ich räume und räume und räume auf.

Meine Kleidung nehme ich mir ja nun wirklich bestimmt zwei Mal jährlich vor, sortiere alles danach, ob ich es länger nicht getragen habe oder leider nicht mehr tragen kann. Entweder ist es eingelaufen oder ich habe zugenommen. Also kommt je nach Zustand der Kleidung die Kleiderkammer der Kirche in Betracht oder der Container des Deutschen Roten Kreuzes. Und dennoch. Viel zu viele wirklich schöne oder ausgefallene Stücke kann (will) ich nicht weggeben. Sei es aus Erinnerungsgründen oder weil ich hoffe einige Kilogramm zukünftig abzunehmen…

Doch die Kleidung ist nicht das größte Problem. Nein, bei mir sind es Papierberge. Ich hebe gerne Schriftstücke auf. Und Kassenzettel, die man ja vielleicht noch für eine Reklamation benötigt, doch nie benötigt hat. Und Zeitschriften, in welchen „ein“ interessanter Bericht Aufhebens wert erscheint. Und Broschüren aus dem Urlaub, man weiß ja nie, wofür sie noch gebraucht werden könnten. Und Computerausdrucke vom Kochrezept bis zur Häkelanleitung. Also eigentlich viel zu viel Überflüssiges.

Und so habe ich also begonnen in meinem Büro richtig auszumisten. Ordner für Ordner, Ablagestapel für Ablagestapel, Kistchen für Kistchen und Schubfach für Schubfach. Ich bin noch lange nicht fertig, aber was ich jetzt schon sagen kann: ich fühle mich von Tag zu Tag besser, leichter, befreiter. Schaue wieder gerne auf den Schreibtisch, weil ich ihn wieder sehen kann. Lasse die Tür geöffnet, weil ich wieder gerne in den Raum blicke. Aufräumen befreit tatsächlich. All‘ der mitgeschleppte, liegengelassene und aufgehobene Papierballast ist jetzt schon zum großen Teil verschwunden und ich bin stolz auf mich und freue mich.

Und ganz ehrlich, weil es so viel positive Gefühle freisetzt, werde ich mir demnächst im Keller den Weihnachtsschmuck vornehmen. Lachen Sie nicht! Auch da hat sich extrem viel Dekomaterial angesammelt. Auch wenn jetzt weiß Gott nicht die Zeit ist, gerade diesen Krimskrams aufzuräumen. Aber stehen die Entsorgungskisten für das Sozialkaufhaus schon einmal im Keller bereit, dann kann ich direkt im November alles wegbringen. Und im Kellerregal ist wieder Platz für Wichtiges.

Also mir fällt garantiert noch so Manches ein, was ich aufräumen könnte. Und die Lust und den Spaß daran muss ich unbedingt ausnutzen! Wer weiß wann ich mal wieder mit so viel Enthusiasmus solche Arbeiten angehe! In diesem Sinne, vielleicht überkommt Sie auch einmal solch eine Phase – nutzen Sie sie, denn das super Gefühl endlich wieder Platz zu haben, ist es auf jeden Fall wert! Und wenn es auch nur ein Schrank ist – Sie kennen sicher den Spruch „jede Reise beginnt mit ….“

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