Hobby Stammbaum-Forschung

Hobby Stammbaum, Ewald Betting vor Unterlagen sitzend, Foto Ute Boysen

Spannung in jeder Jahreszeit

Manche Hobbies sind wetterabhängig, wie das Golfen zum Beispiel oder auch das Segelfliegen. Andere Hobbies wiederum machen nur in bestimmten Jahreszeiten Spaß, wie Fotos einkleben oder Puzzles zusammensetzen. Doch die Mehrzahl an Freizeitbeschäftigungen aus dem Hobbybereich lassen sich ganzjährig und wetterunabhängig ausüben und dazu gehört die Stammbaum-Forschung.

Ewald Betting begann damit vor 30 Jahren eher aus Zufall. Seine Tochter Annette hatte begonnen bei den Großeltern und deren Geschwistern Daten zu sammeln. Mit der Zeit blieben diese gesammelten Werke liegen und fielen Betting Jahre später wieder in die Hände. Darunter handschriftliche Notizen der Großmutter in Sütterlinschrift. Die Neugier und das Interesse, diese Datensammlung fortzuführen hatten ihn ergriffen und Betting war gefesselt von der Stammbaum-Forschung.

Hobby Stammbaum, Dokumente, Zettel, Unterlagen, Foto Ute Boysen

2004 half der Zufall in Gestalt einer Taxifahrerin – wie sich herausstellte eine Verwandte. Seine Bekannte arbeitete am Stammbaum „Kormann“ und dort kam ebenfalls der Name „Betting“ vor. Ewald Bettings Großmutter hieß mit Mädchennamen „Kormann“. Die Taxifahrerin stellte den Kontakt zwischen seiner Bekannten und Betting her und diese ließ die kompletten umfangreichen recherchierten Unterlagen zum Stammbaum „Kormann“ als Anregung bei Ewald Betting (mit den beginnenden Daten 1715 und dem gebürtigen Johannes Schork aus Lankern und seiner Gattin Anna Steenkamp = Verwandtschaftsbaum von Hermann Kormann). Nun startete Ewald Betting selbst mit eigenen Recherchen, nahm jedoch das Internet zu Hilfe. Unter www.verwandt.de fand er eine kostenlose Anleitung zur Erstellung eines Stammbaumes. Die dort vorbereitete benutzerfreundliche Maske erleichterte Betting sehr die Arbeit. Heute können Sie die Seite aufrufen unter der Bezeichnung www.myheritage.de.

Einige Jahre vergingen und im Juli 2009 erhielt der Senior einen Brief aus den USA von Clayton Betting. Dieser hatte seinerseits im fernen Amerika begonnen seinen Familien-Stammbaum zu erforschen und dabei verschiedene gleichnamige Leute in Bocholt angeschrieben. Es entwickelte sich ein reger mail-verkehr, in dessen Verlauf sich herausstellte, dass Clayton Bettings Großvater namens Bernhard Betting und seine Ehefrau geb. Büdding leider nicht zur Linie Ewald Bettings gehörten. Es handelte sich nur um eine absolute Namensgleichheit und diese beiden Personen stammen aus dem Kreis Meppen. Festgestellt werden konnte das alles, weil Clayton Betting alte Kopien von Geburtsurkunden aus dem Jahr 1866 sowie ein Führungszeugnis aus einer Truppenstammrolle von 1888/89 mitschickte. Betting erhielt sogar ein Foto der damaligen Auswanderer in die Staaten von 1880 von Brögborn/Lingen aus.

Hobby Stammbaum, aktuellste Kleindarstellung des Stammbaumes, Foto Ute Boysen

Zunächst einmal war es sehr bedauerlich, hier nicht weitere Verwandte gefunden zu haben, letztendlich aber brachte der Kontakt in die USA eine interessante Brieffreundschaft hervor. Gerd Kamperschroer aus Bocholt, ebenfalls sehr aktiver „Genealoge“, meldete sich im März 2010 bei Ewald Betting und berichtete, dass auch er Kontakt habe zu Clayton Betting. Kamperschroer und sein Kollege Ludger Uebbing tauschen hobbymäßig alle erdenklichen Daten aus, die der Allgemeinheit zugänglich sind. Wieder eine neue Recherchemöglichkeit. Doch auch in diesem Fall ließ sich keine direkte nachweisbare Verwandtschaftslinie feststellen.

Dennoch stellt der Kontakt zu Uebbing eine große Hilfe dar. Hier ist die Rückverfolgung von Daten 1620 – 1657, sowie von 1842 bis heute vorhanden und Uebbing konnte sie weitergeben an Ewald Betting.

173 Namen wurden mittlerweile im Betting-Stammbaum ermittelt, resultierend aus 306 Personen. Als Mitglied bei „myheritage“ können andere Stammbaumforscher auf der Internetseite anfragen und weitere Familiendaten finden.

„Zu einem bestimmten Zeitpunkt kommt dieses Hobby in eine Ruhephase, wenn bei einem rein privaten Hobby keine weiteren Daten zu sammeln sind“, erzählt Betting. Eine Weiterführung wäre nur noch möglich, wenn die Methode Uebbings angewandt wird, frei zugängliche Daten wie Hochzeiten, Geburten oder Sterbefälle der Stadt und Umgebung aufzuzeichnen und zusammen zu tragen.

Wo steht Ewald Betting heute mit seinen Recherchen? Er verfolgt die Linie Bernhard und Johanna Adelheid Betting aus dem Jahr 1842/47 weiter, hat sie aber bisher noch nicht aufgenommen in den Stammbaum. Ein spannendes Hobby mit viel Recherche und der Möglichkeit Post zu bekommen von Menschen wie Clayton Betting aus den USA.

Diesen Beitrag veröffentlichte ich erstmals im September 2010 und habe ihn nun in Zusammenarbeit mit Ewald Betting auf Aktualität geprüft.

 

 

2 Kommentare

  1. Habe ich auch schon vor einigen Jahren gemacht. Ist sehr aufwendig in der Recherche. Wenn alle aus dem aufgeführten Stammbaum mitspielen und auch noch Fotos zur Verfügung stellen, macht das richtig Spaß in die Welt der Eltern und Großeltern einzutauchen.
    Bernd Walter/28.11.2017

    • Hallo Bernd, vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich glaube auch, dass wir viele Dinge
      über unsere Familien durch solch‘ eine Stammbaumforschung erfahren können.

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