Hospiz und Palliativ Care – Cicely Saunders

Bemerkenswerte Frauen und ihre Geschichte

Hospiz und Palliativ, Zwei Hände, Foto truthseeker08 by pixabay

Die Begriffe „Hospiz“ und „Palliativ Care“ sind einerseits negativ belastet, da sie auf die Sterbebegleitung oder die Versorgung unheilbar erkrankter Menschen verweisen. Andererseits aber werden bei näherer Betrachtung die positiven Seiten der Hospizbewegung und der weit umfassenden Palliativversorgung deutlich.

Die Engländerin „Cicely Mary Strode Saunders“ (geb. 1918, gest. 2005) ließ sich nach abgebrochenem Studium zu Beginn des Zweiten Weltkrieges an der im Jahr 1860 von Florence Nightingale gegründeten Krankenpflegeschule „Nightingale School of Nursing“ zur Krankenschwester ausbilden. Ihre Kenntnisse wollte sie als ihren nützlichen Beitrag zum Krieg angesehen wissen. Nach Kriegsende beendete sie ihr Studium mit dem Diplom in „Öffentlicher und sozialer Verwaltung“ (Public and social administration) und begann anschließend ihre Berufstätigkeit im Krankenhaus.

Soweit – so gut. Doch wie kam die junge Frau dazu, eine völlig neue Richtung in Hinsicht auf „Hospiz“ oder „Palliativ Care“ einzuschlagen? Dies geschah durch ihren beruflichen Pflegeeinsatz bei an Krebs Erkrankten, die sich häufig schon im Endstadium der Erkrankung befanden. Cicely Saunders nahm sich besonders der Fürsorge dieser Menschen an, denn sowohl die allgemeine als auch die Schmerzversorgung waren in dieser Zeit höchst unbefriedigend. Um hier in irgendeiner Form Abhilfe schaffen zu können benötigte die junge Krankenschwester jedoch eine weitere Ausbildung zur Ärztin.

Mit dem letzten Wunsch eines ihrer Patienten, ein Sterbeheim zu eröffnen, und dem damit verbundenen Erbe eines größeren Geldbetrages, sowie ihrer zusätzlichen Ausbildung konnte sie diese Pläne angehen. Doch erst viele Jahre später fand die Eröffnung des Christopher’s Hospice in London statt. Hospiz-Erfahrungen sammelte sie jedoch schon zuvor während ihrer mehrjährigen Zeit als Ärztin.

Hier spielen weitere Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Krankenhausalltag mit Schwerstkranken eine große Rolle, denn durch die Arbeit mit und an diesen Patienten erkannte Saunders, dass Schmerzen auf vier verschiedene Größenordnungen Auswirkungen haben. Neben den körperlichen (physischen) Schmerzen, leiden schwerstkranke oder sterbende Menschen auch unter seelischen (psychischen), sozialen und spirituellen (geistig, geistlichen) Schmerzen.

Um hier weitreichend und umfassend helfen zu können, gründete Cicely Saunders nicht nur ein stationäres Hospiz (in dem unheilbar kranke Menschen ihre restliche Lebenszeit verbringen), sondern befasste sich intensiv mit der Forschung der Palliative Care, die zum Ziel hat schwerstkranke Menschen nach Möglichkeit wieder entlassen zu können. Leider können viele Erkrankte nicht mehr entlassen werden.

Cicely Saunders, eine Frau, die bis in die heutige Zeit hineinreichend so viel bewirkte und deren Namen kaum jemandem bekannt ist.

„Wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können“. (Cicely Saunders)

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