Hygiene – Teil 1: Hände

Von A(bfalleimer) bis Z(ahnprothese)

Hygiene, Seifenschale mit Seife, Foto Ute Boysen

Neulich machte ich mir Gedanken darüber, ob das Thema „Hygiene“ ausreichend Lesenswertes hergeben würde für einen Bericht. Und während meiner Recherche fielen mir so viele interessante Erkenntnisse und Ratschläge auf, dass ich diese nun gerne weitergebe.

Schon das Wort „Hygiene“ hat mit Gesundheit zu tun. Allerdings brachten die Menschen beide Begriffe erst vor etwa 200 Jahren in Zusammenhang. Dass Schmutz, Staub, körperliche Unsauberkeit oder Bakterien und Viren gesundheitsschädlich sein können, haben wissenschaftliche Forschungsarbeiten vieler Gelehrter der vergangenen Generationen erst nach und nach bekannt gemacht.

So ist es noch gar nicht lange her, dass das in unserer Kultur übliche Händeschütteln zwar nicht „verboten“ wurde, aber verschiedene Medien doch immerhin in Berichterstattungen darauf hinwiesen, dieses besser zu unterlassen. Gerade auch im Zusammenhang mit Krankenhausaufenthalten, unabhängig davon, ob Sie sich als Patient oder Besucher dort bewegen, ist es absolut notwendig auf die Händehygiene zu achten. Das gleiche gilt beim Arztbesuch. Stellen Sie sich vor, wie viele kranke Wartende die Klinken und Möbel in der Praxis anfassen, dem Arzt die Hand reichen und die Toiletten aufsuchen.

Ein freundlicher Gruß ist dem Händeschütteln hier immer vorzuziehen und hat mit Unhöflichkeit nichts zu tun. Der wichtigste und einfachste Schutz bei der Händehygiene ist immer noch das Händewaschen! Wie oft streichen Sie sich durch die Haare, gehen mit der Hand ins Gesicht oder berühren Ihre Augen oder den Mund. Ein Leichtes für Krankheitserreger, hier auf die Schleimhäute überzutreten. Natürlich steckt sich nicht jeder sofort an und erkrankt. Hier spielt auch das persönliche Immunsystem eine große Rolle. Je widerstandsfähiger und robuster sich Ihre körpereigene Abwehr darstellt, umso schwieriger wird es für die Krankheitserreger, Schaden anzurichten.

Mittlerweile gibt es im Handel kleine, handtaschengeeignete Hygienetücher oder Fläschchen mit einer Reinigungsflüssigkeit, so dass Sie sich auch unterwegs jederzeit die Hände desinfizieren können.

Leider müssen wir aber auch davon ausgehen, uns durch die Luft anzustecken, denn verschiedene Krankheiten werden auf dem „Luftweg“ übertragen. Wieder andere nur durch den engen Kontakt von Mensch zu Mensch. Wie können wir uns dann schützen? In diesem Fall ist der Erkrankte gefordert, denn allein schon durch den sinnvollen Einsatz von Papiertaschentüchern oder sogar eines Papier-Mundschutzes zeigt er Rücksicht auf seine Mitmenschen. Vielleicht denken Sie jetzt „Mundschutz, aha, wie sieht das denn aus, da  mache ich mich ja lächerlich“. Mag sein, dass der Eine oder Andere in unserem Land merkwürdig reagiert – in anderen Ländern ist solch ein Verhalten aber längst normal. Letztendlich geht es immer um die Gesundheit.

Befinden wir uns in der kühleren Jahreszeit, begegnen uns häufig mehr schnupfende, hustende und fiebernde Mitmenschen als während des Rest des Jahres. Ein Ausweichen vor einem „sprühenden Niesen“ ist leider nicht immer möglich – was dann? Diese kleinen und kleinsten Tröpfchen, die durch solch ein Niesen nicht nur einen Meter, sondern teilweise auch größere Distanzen überwinden und lange in der Luft leben können, werden nun von einem anderen Menschen eingeatmet. Oder beim Küssen übertragen. Die sogenannte Tröpfcheninfektion.

Diese kleinsten Speichelteilchen sitzen jedoch auch auf Gegenständen und gelangen über das Händeschütteln oder Streicheln in die Schleimhäute eines anderen Menschen. Und hier geht es nicht nur um die umgangssprachlich bekannten Erkältungsviren, sondern auch um die Viren der echten Grippe. Selbst Masern- oder Windpocken-Viren werden auf diesem Weg übertragen, wie der Name schon verrät. Glücklicherweise gibt es für die vorgenannten Krankheiten schon seit langem Schutzimpfungen. Bitte lassen Sie regelmäßig Ihren Impfpass beim Arzt auf Aktualität überprüfen.

Mit etwas Rücksicht (auf die Mitmenschen) und Vorsicht (vor Ansteckung) können sicher viele Übertragungen von Krankheitserregern vermieden werden – kurz: durch hygienisches Verhalten.

Diesen Beitrag veröffentlichte ich erstmals im September 2014, doch hat das Thema an Aktualität nichts verloren.

 

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