„Ich seh den Baum noch fallen“

Buchtipp

Covefoto Renate Bergmann, Ich seh den Baum noch fallen, Foto Rowohlt Verlag

Wieder einmal erzählt Renate Bergmann (82), Berlinerin und vierfach verwitwet, aus ihrem Leben. Kleine Advents- und Weihnachtsgeschichten, die ihr und ihren Freundinnen nebst Anhang passierten. Und Renate Bergmanns Alltag verläuft etwas anders, als manch‘ ein Leser sich vorstellen mag.

Weihnachtspapier und Schleifenbänder werden immer noch gebügelt und weiterverwendet. Die Paketdienste oder die Wand aus gelben Kästchen versteht sie nicht wirklich und Babymützchen werden für alle im Wohngebiet, von ihr „Kiez“ genannt, gestrickt, wenn sich Nachwuchs angemeldet hat.  Ihre noch ebenfalls sehr agilen Freundinnen Ilse (seit 60 Jahren verheiratet mit Kurt) und Gertrud (80), erleben mit ihr einen wirklich abwechslungsreichen Alltag. Wenngleich es immer wieder zu Überraschungen kommt. Und mit acht bis zehn Kilogramm Mehl sollte der Christstollen-Teig wohl ausreichen…

Den Heiligabend feiern die Freunde jedes Jahr reihum zusammen, weil Gertrud ausgerechnet am 24.12. Geburtstag hat und Renate Bergmann macht sich in der Kirche Gedanken „zum Kern von Weihnachten“, geht in ihren Erinnerungen zurück in die Zeit der „Bräute Schule“ und denkt an ihre „olle Fotokiste, Schatzkästchen genannt“. Dies sind ihre Erinnerungen in ausgedruckter Form, in der sie jedes Jahr die schönsten Fotos aufhebt. Und plötzlich ist schon wieder Silvester. Dieses Jahr starten die Senioren zu einer Silvester-Senioren-Reise mit dem Bus. Auch in diesem Buch kommt es wieder zu humorvollen Äußerungen, Beobachtungen und Begebenheiten, ganz im Renate Bergmann Stil. Ach ja, und dann ist da noch ihre Tochter, der Esoterik zugetan und extrem gesundheitsbewußt denkend. Da sind problematische Situationen vorprogrammiert.

Zu guter Letzt möchte ich Ihnen den wohl schönsten Satz seit langem, den ich hier gelesen habe, nicht vorenthalten: „Die Erinnerung malt mit goldenem Pinsel“.

„Ich seh den Baum noch fallen
von Renate Bergmann
Rowohlt Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-499-27362-9
www.rororo.de
8,00 Euro

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