Impfungen im Alter

Impfungen im Alter, Internationales Impfbuch, Foto Ute Boysen

Die gern vergessenen Piekser

Bald befinden wir uns in der Jahreszeit der teils nasskalten, teils eisigkalten windigen Tage und schnupfende, hustende Mitmenschen begegnen uns wieder häufiger. Die Zeit also, in der die Ärzte und Medien aufrufen zur Grippeschutzimpfung. Darüber, so denken Sie nun vielleicht, haben wir weiß Gott die letzte Zeit genug zu hören und zu lesen bekommen, weshalb sich dieser Bericht auch nur am Rande mit der, trotz allem, so wichtigen Impfung befassen wird.

Hier und heute soll es vielmehr um die allgemeinen Auffrischimpfungen gehen, die allzu gern ignoriert oder vergessen werden. Dr. Michael Adam, Facharzt für Allgemeinmedizin bringt es auf den Punkt: „In meinem Alter brauche ich keine Impfungen mehr“, höre ich häufig, wenn ich auf die empfohlenen Nachimpfungen ab dem 60. Lebensjahr hinweise.“ Dabei spricht die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Institutes tatsächlich nur wichtige und keinesfalls überflüssige Impfungen an und die Hausärzte folgen diesen Empfehlungen. „Die Impfquote bei den Senioren ist äußerst schlecht“, berichtet Dr. Adam und führt dies auf möglicherweise mangelnde Information zurück.

Ab dem 60. Lebensjahr sollten jährlich die Grippeschutzimpfung, sowie eine einmalige Impfung gegen Lungenentzündung erfolgen.

Viele ältere Menschen fürchten auch Impfnebenwirkungen. Hierzu erklärt der Hausarzt, dass diese aufgrund der verbesserten Impfstoff-Zusammenstellungen immer seltener werden. Leichte Nebenwirkungen in Form von Rötungen oder Schwellungen seien dagegen durchaus ein Zeichen von einer guten Körperreaktion auf den Impfstoff.

Gerne vernachlässigt wird die Tetanus-/Diphterie-Nachimpfung, die gerade im Seniorenalter zu den wichtigsten zählt. Da der Impfschutz je nach Alter unterschiedlich lang anhält, sollte der richtige Termin zur Nachimpfung mit dem Hausarzt abgesprochen werden. Besonders häufig infizieren sich Senioren/innen bei der Gartenarbeit. Die Sporen der Tetanusbakterien führen zu Wundstarrkrampf und schädigen die Nervenzellen. Es folgen schwere Muskelkrämpfe und Lähmungen. Um dieses bedrohliche Szenario gar nicht erst entstehen zu lassen, gehen Sie bitte zur Nachimpfung. Ein kleiner Piekser kann hier so viel verhindern.

Neu bei den empfohlenen Nachimpfungen ist die Keuchhusten-Impfung (Pertussis). Säuglinge und Kleinkinder werden regelmäßig mit der so genannten 3-fach-Impfung  DTP (Diphterie/Tetanus/Pertussis) immunisiert. Im Alter fehlt dagegen der Schutz gegen den in Deutschland wieder verstärkt auftretenden Keuchhusten völlig.

Dabei ist zu bedenken, dass ein Keuchhusten im Alter nur sehr schwer diagnostiziert werden kann. Die starken Hustenanfälle, die länger als sieben Tage andauern, sind äußerst schmerzhaft und führen nicht selten sogar zu Rippenbrüchen und Inkontinenz.

Der Keuchhusten-Impfschutz wird mit der Dreifach- oder Vierfach-Kombinationsimpfung (also gleichzeitig mit der Diphterie- und Tetanusimpfung, oder auch in Verbindung mit der Poliomyelitis-Komponente) erreicht.

Dr. Adam: „Mit diesen vorgestellten Nachimpfungen haben wir einen so genannten Herdenschutz. Sind wir geimpft gegen Keuchhusten, Diphterie oder Lungenentzündung, dann können wir auch nicht als Keimträger andere Menschen infizieren.“ Was ganz besonders wichtig erscheint bei Seniorinnen und Senioren. Denn häufig werden gerade die kleinsten Familienangehörigen angesteckt. Enkelkinder profitieren also letztendlich auch von den Auffrischimpfungen ihrer Großeltern.

Bitte denken Sie daran, dass zur Erhaltung Ihrer Gesundheit wenige kleine Piekser wertvoll sind – und das kostenlos! Sprechen Sie Ihre Hausärzte an!

 

 

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