Indien – Bangalore im April

Künstler-Komplex Chitrakala Parishat

Indien Bangalore Künstler Komplex, Foto Ute Boysen

Ein weiteres Mal hat es mich in die Kunstszene verschlagen, denn ich besuchte diesen Aufenthalt im April den „Karnataka Chitrakala Parishath Art complex“. Hier vereint sich ein kleines Kunstmuseum mit dem „College of fine Art“. Doch nicht die Lehrräume sind von Interesse, sondern die zahlreichen Werkstätten, in denen die Kunststudenten mit jedem erdenklichen Material ihre Kunstwerke anfertigen.

Zunächst besuchte ich das Museum, um herauszufinden, in wie weit es sich von der Kunstausstellung unterscheidet, die ich im Februar besuchte. Und ja, es handelt sich hier um eine andere Art, denn auch vorübergehende Ausstellungen finden hier statt. So konnte ich Bilder von teilweise recht jungen indischen Malern und Malerinnen bewundern, aber auch viele Werke des russischen Prof. Nicholas Roerich, der in Indien seine zweite Heimat fand und dort im Jahr 1947 verstarb. Seine Bilder zeigen überwiegend Berge und Gebirgszüge.

Detailreiche feinste Malereien auf Seidenstoffen, die farbenfroh die unterschiedlichsten Alltags- oder Religionsszenen aus dem Hinduismus zeigen, wechseln sich ab mit Portraits, deren Augen so lebensecht erscheinen, dass ich etwas länger vor ihnen verweilte. Leider ist das Fotografieren strengstens verboten und selbst meine handschriftlichen Aufzeichnungen wurden mir untersagt.

Bangalore Künstler Komplex, Banyan Tree, Foto Ute Boysen

In anderen Räumlichkeiten, die ich durchstreifte fand ich Bilder, gemalt mit Wasser- und Temperafarben auf Stoff, Ölfarben auf Holz und Canvas (segeltuchartiger Stoff), sowie ein mehrteiliges modernes Spiegelbild. Die Bilder der jungen Künstler unterschieden sich maßgeblich von den hinduistisch geprägten Werken. Hier faszinieren beispielsweise drei-dimensional dargestellte, aus dem Rahmen herausfliegende Krähen. Alle Bilder dieser jungen Maler(innen) können käuflich erworben werden.

Bangalore Künstler Komplex Studenten bearbeiten ihre Werkstücke, Foto Ute Boysen

College of fine Art

Direkt hinter dem Museumsgebäude befinden sich im Hof eher baufällig anmutende Gebäude, vor denen so manch ein Kunstwerk aus Eisen, Holz oder Ton wie achtlos abgestellt zum Nähertreten einlädt. Dazwischen sitzen im Schatten einige Kunststudenten des angrenzenden „College of fine Art“ und arbeiten an ihren Werken. Hingebungsvoll schnitzen, hämmern, bohren oder sägen die jungen Leute an ihrem Werkstück und gerne darf ich zuschauen. Auch in den durchgängig aufstehenden Werkstätten arbeiten Studenten mit unterschiedlichen Materialien. Es scheint nichts zu geben, was nicht künstlerisch verarbeitet werden kann. So sehe ich auch Papier- oder Gipsgebilde einschließlich große Mengen „Schrott“, die ebenfalls verarbeitet werden können.

Bangalore Künstler Komplex, Werkraum, Foto Ute Boysen

Für jemanden wie mich, der mit Kunst (wie schon im Februar berichtet) nicht ganz so viel anfangen kann, war jedoch dieser Besuch außerordentlich interessant und ich habe den Eindruck, ein neues Interessengebiet gefunden zu haben.

Bangalore Künstler Komplex, ein Kunstlehrer bei der Arbeit, Foto Ute Boysen

Abschließend schaue ich mich noch im Außenbereich ein wenig um und finde wieder wunderbare Fotomotive. Der „Banyan Tree(Baum) beispielsweise, dessen Luftwurzeln zur Erde zurückführen und dort wieder anwachsen, womit ein weitläufiges bizarres Baumgebilde entsteht.

Bangalore Künstler Komplex, lebensgroße Kunstwerke, Foto Ute Boysen

Mein Besuch hier im Künstler-Komplex hat mir richtig gut gefallen und ich würde jederzeit wieder herkommen.

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