Indien – Bangalore im April

Tempel des Sonnengottes

Bangalore Tempel des Sonnengottes, Frontalansicht, Foto Ute Boysen

Mitten in einem Stadtteil Bangalores wurde erst im Jahr 1995 wohl einer der schönsten Tempel des Hinduismus gebaut. Ganz in Weiß und goldfarben gestrichen strahlt diese Tempelanlage im Sonnenschein und unterscheidet sich damit erheblich von allen anderen, sehr bunt bemalten Hindutempeln – einer der wenigen Tempel des Sonnengottes „Sree Surya Narayana Swamy Temple“ in Indien. Wie auch unter Wikipedia nachzulesen, beten manche Hindus hier nicht zur „Sonne“ an sich, sondern zur immer wiederkehrenden Helligkeit, die die Dunkelheit vertreibt. So wurde es mir auch erzählt.

Bangalore Tempel des Sonnengottes, Eingangsbereich, Foto Ute Boysen

Die innenliegenden Räumlichkeiten durfte ich leider nicht fotografieren, Fotos sind aber im Internet vertreten und können dort angeschaut werden. Der in der Chola-Bauweise errichtete Tempel (Chola-Dynastie Südindiens 9. bis 13. Jahrhundert) ist wunderschön anzuschauen, sehr still und sauber. Stille und Sauberkeit sind tatsächlich besonders hervorzuheben, denn in der 12 Millionen Stadt an einer Stelle von Stille zu sprechen, ist nicht so ganz einfach. Doch hier trifft es zu. An einem Wochentag Vormittag war ich fast allein in der kleinen Tempelanlage, die eine große Ruhe ausstrahlte. Sauberkeit spielt ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Rolle in Indien, denn leider ist sie ja nicht häufig anzutreffen. Doch auch hier muss ich besonders betonen, dass die Tempelanlage extrem sauber gehalten wird.

Bangalore Tempel des Sonnengottes, Granitfiguren teilweise sehr filigran, Foto Ute Boysen

Von außen darf das Tempelgebäude mit dem Eingangsbereich fotografiert werden. Zunächst einmal müssen die Schuhe ausgezogen werden. Barfuß betrete ich die   Anlage, die mir trotz der Hitze angenehm kühl erscheint, was möglicherweise mit dem überall verarbeiteten Granitstein zusammenhängt. Böden, Wände, Fresken, Götterdarstellungen – alles besteht aus Granit. Selbst feinste, filigran gestaltete Figuren sind aus diesem Stein gemeißelt, bearbeitet, gefeilt und zieren die Wände.

Im Innenbereich leuchten farbenfrohe Wandgemälde, im Puja-Bereich, dem Gebetsbereich, verzieren reichhaltige Ornamente die Wände. An den Außenwänden verlaufen aus Granit gefertigte Figuren in einer langen Reihe, Elefanten reihen sich aneinander wie auf einer endlosen Wanderung – alles handgemacht, denn Maschinen werden für solche Arbeiten nicht eingesetzt. Ich bestaune Blüten aus Granit, Reiter und Pferde und prächtige Götter-Figuren aller Größen.

Bangalore Tempel des Sonnengottes, Teilansicht außen, Foto Ute Boysen

Und über allem liegt die Stille, die Wärme, die ganz besondere indische Luft. Auch hier erlebe ich wieder eine wohltuende Auszeit von der Sinne überflutenden Großstadt Bangalore.

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