Indien – Bangalore im April

Bannerghatta National Park / Biological Park

Indien Bangalore Butterfly Park, Haupteingang, Foto Ute Boysen

Jetzt, im April, ist es in Bangalore schon sehr heiß und deutlich anstrengender für viele Unternehmungen als noch im Februar. Möchte man nur „Urlauben“, dann ist es sicherlich herrlich einige Stunden am Swimmingpool zu verbringen. Doch das „Reisen“ ist etwas Anderes. So möchte ich nun von einigen Reise-Erlebnissen der letzten Tage in dieser Stadt erzählen.

Dieser Bericht handelt vom Bannerghatta Biological Park, und im speziellen vom dortigen Schmetterlingspark. Rund 35 km entfernt von der „MG Road“, dem Stadtkern Bangalores, kann sich die Strecke zu diesem „Natur-Spektakel“ je nach Wochentag und Tageszeit bis zu 90 Fahrminuten hinziehen. Und Spektakel ist wohl angebracht als Bezeichnung, kommt man an einem Sonntagvormittag dort an. Tausende von Menschen wollen den Zoo besuchen, an der Safari teilnehmen und/oder den Schmetterlingspark besuchen. Unzählige Familien drängen um die Andenkenstände, stehen an Kassenschlangen an oder suchen noch den richtigen Eingang… wir mitten drin. Das Interesse an uns ist zumindest bei den Kindern und Jugendlichen groß, denn allzu oft sind Europäer hier nicht zu sehen. Insgesamt ist die Situation nicht viel anders als vor großen deutschen Freizeitpark- oder Zooanlagen. Nur wuseliger.

Indien Bangalore Butterfly Park Pflanzenhalle, Foto Ute Boysen

Wir entschieden uns für den Schmetterlingspark und brauchten ein wenig länger zur Orientierung. Bei rund 35 Grad Hitze (im Schatten…) fiel jeder Schritt schwer. Ein längerer Spaziergang führte uns zum Schmetterlingshaus. Dieses hatten wir uns etwas größer vorgestellt und, was noch viel wichtiger ist, wir hatten mit mehr Schmetterlingen gerechnet. Leider erwies sich dies als großer Irrtum, denn die Pflanzen und Blumen in diesem Kuppelgebäude waren zwar schön und interessant anzuschauen – aber nur zwei oder drei verschiedene Schmetterlingsarten flogen überhaupt hier von Blüte zu Blüte…

Die indischen Besucher (und es waren tatsächlichen nur indische Besucher und mein Mann und ich…) fotografierten wie wild – sich selbst und gegenseitig. Das allgegenwärtige Smartphone wurde in alle Himmelsrichtungen ausgerichtet und ich drehte mich mehr als einmal weg, um nicht als weiterer Exot verewigt zu werden. So wurden die wenigen Schmetterlinge eher aufgescheucht und das Fotografieren dieser hübschen kleinen Falter fiel schwer.

Indien Bangalore Butterfly Park, verschiedene Raupen in Behältern, Foto Ute Boysen

Ein Mitarbeiter des Schmetterlingsparks bemerkte unser echtes Interesse und nahm uns mit in einen anderen Bereich außerhalb, in dem er uns die Zucht der Schmetterlinge zeigte. Von den auf Pflanzenblättern abgelegten Eiern bis zur ausgewachsenen Raupenart konnten wir den Fortgang bestaunen. Die Verpuppung und die letztendliche Gestalt der Schmetterlingsart wurde uns erklärt und gezeigt. 45 Tage, so erzählte der Mitarbeiter, dauere es, bis der Falter seine letztendliche Schönheit erreiche, dann, nur 7 Tage später erlischt sein Leben.

Indien Bangalore Butterfly Park, Raupe auf einer Hand, Foto Ute Boysen

In einer weiteren Halle findet eine Ausstellung statt. Hier können auf zahlreichen Plakaten und Hinweistafeln Schritt für Schritt noch einmal die einzelnen Entwicklungsstadien der Schmetterlinge nachvollzogen werden.

Langsam machten wir uns auf den Rückweg. Wir hatten zwar mehr erwartet, aber wir sind in Indien. Und das bedeutet nun einmal Abstriche machen zu müssen in Sachen Organisation, Sauberkeit oder Strukturierung. Aus diesem Grund gefallen mir persönlich die negativen Interneteinträge und Beurteilungen zum „Bannerghatta Park“, die ich finden konnte, überhaupt nicht. Wer sich auf Indien einlässt sollte mit wenig europäischen oder westlichen Idealvorstellungen seine Reise antreten.

Indien Bangalore Butterfly Park, Weg zur Pflanzenhalle, Foto Ute Boysen

Ein wenig Ruhe und viel Natur, nicht weit entfernt von einer 12 Millionen Stadt – das war den Ausflug wert.

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