„Kurkuma“

Kurkuma Tee, Kurkuma Gewürz + Kurkuma Knolle, Foto Ute Boysen

Probieren Sie einmal „Kurkuma“

Die Zeit der gehäuften Erkältungen ist immer auch gleichzeitig die Zeit der gehäuften Wundermittel, Tipps und Tricks und Arzneivorschläge, nachzulesen in sämtlichen zur Verfügung stehenden Medien. Ich lese sie gern und oft und hin und wieder probiere ich auch das Eine oder Andere aus. So ging es mir mit „Kurkuma“.

Das aus dem TV bekannte Model Monica Ivancan gibt in einer Zeitschrift ihren Tipp weiter, einen Teelöffel Kurkuma-Pulver mit heißem Wasser zu übergießen, einen Esslöffel Honig und eine ausgepresste Zitrone hinzuzufügen. Dieses Getränk soll schon zu Beginn einer Erkältung hilfreich sein. So hörte ich das erste Mal von „Kurkuma“ und forschte neugierig geworden nach.

Die recht seltsam aussehende Knolle fand ich tatsächlich recht schnell sowohl im Bio-Kaufhaus, als auch bei Real, wenngleich sie nicht ständig im Angebot der Gemüseabteilungen zu finden ist. Und zum Gemüse gehört sie auch nicht. Kurkuma ist in erster Linie ein Gewürz, ein Färbemittel, ein auch Gelbwurzel oder Safranwurz genanntes Gewächs. Die Pflanze mit botanischem Namen „Curcuma longa“ zählt zur Familie der Ingwergewächse und wird überwiegend in asiatischen oder tropischen Regionen angebaut. Doch nicht die bis zu zwei Meter hoch wachsende Pflanze an sich ist wichtig, sondern die Art der Wurzelbildung mit seitlich verdickten, bizarr anmutenden Nebenwurzeln. Dies wird auch Erdspross, Wurzelstock oder Rhizom genannt.

In seiner Form erinnert das Kurkuma-Rhizom sehr an Ingwer-Knollen, unterscheidet sich jedoch durch die intensive gelbfarbige Konsistenz. Genau diese Farbe macht die auch „Königin der Gewürze“ genannte Kurkuma zu einem seit Jahrtausenden beliebten Färbemittel für Speisen, Kleidung und andere Materialien. Allerdings ist bei der Zubereitung und Verarbeitung diese starke Einfärbung im Umgang mit den Küchenutensilien und auch Händen zu berücksichtigen.

Neben der färbenden Eigenschaft erlaubt die Kurkuma wesentlich interessantere Einsatzmöglichkeiten, denn seit langem beschäftigt sich schon die Wissenschaft mit der Heilwirkung dieser Pflanze beziehungsweise der Knolle. In Indien und anderen asiatischen Ländern wird die Kurkuma-Einnahme in relativ hoher Dosierung von bis zu fünf Gramm täglich empfohlen, um eine entsprechende Heilwirkung bei verschiedensten Beschwerden erzielen zu können. Die bis zu 5 % im Wurzelstock enthaltenen Bitterstoffe (Curcuminoide) machen allerdings einen einmaligen Verzehr pro Tag eher unangenehm. So wird angeregt, über mehrere Getränke oder Speisen am Tag verteilt die erforderliche Heil-Menge zu sich zu nehmen. Zu den Bitterstoffen zählt auch der Inhaltsstoff Curcumin, der die Gelbfärbung hervorruft.

Was genau macht nun die Kurkuma so wertvoll für unsere Gesundheit? In der Ayurveda-Welt Indiens ist die Kurkuma schon seit mehr als 4000 Jahren bekannt und gilt als Energie spendend und reinigend. Die Inhaltsstoffe der Knolle sollen das Immunsystem stärken und somit vorbeugend gegen Infektionen wirken. Leiden Sie schon an einer Infektionskrankheit, so kann Kurkuma durch die antibakteriellen und entzündungshemmenden, sowie antiviralen Fähigkeiten zur Heilung beitragen. Magen- und Darmbeschwerden sollen gelindert werden, die Verdauung unterstützt und positive Effekte bei entzündlichen Darmkrankheiten erzielt werden. Allerdings ist Vorsicht geboten, denn bisher liegen die meisten Erkenntnisse nur aus den Laboren der Welt und aus Tierversuchen vor. Wie genau sich dies auf den menschlichen Organismus auswirken kann ist bisher nicht ausreichend erforscht. Durch die entzündungshemmenden Wirkstoffe soll Kurkuma jedoch auch rheumatische Beschwerden lindern können.

Neben vielen anderen angepriesenen gesundheitsunterstützenden Möglichkeiten konnte ich in einer Gesundheitsbroschüre einen Bericht von Dr. med. Wasylewski lesen, in dem die bewiesenen Wirkungen des Curcumin bei Krebspatienten beschrieben wurden. Allerdings weist der Mediziner ebenso auf mögliche Nebenwirkungen bei Kurkuma-Supplementation hin (ergänzende Versorgung mit einzelnen Nährstoffen zur gewöhnlichen Nahrung bei erhöhtem Bedarf oder Mangelversorgung). Die Dosierung von Kurkuma, so schreibt er, solle individuell angepasst werden. Generell gilt, so sein Fazit, trotz aller positiven Wirkungen der Kurkuma, den Arzt zu informieren bei einer gezielten Einnahme/Verwendung.

Gegen den gelegentlichen Verzehr des eingangs erwähnten Heißgetränkes ist aber sicherlich nichts einzuwenden und das Würzen und Kochen mit Kurkuma bereichert den Speiseplan. Probieren Sie einmal! Unter www.kurkuma-wurzel.info/rezepte-und-tee fand ich Rezepte zu einem Kurkuma-Blumenkohl-Steak, Pfirsich-Huhn mit Basmatireis oder Kurkuma-Kartoffelpuffer mit Joghurtdip

(In diesem Bericht wird die Kurkuma lediglich vorgestellt. Bitte lassen Sie sich von Ihrem Arzt zur Einnahme von Kurkuma-Nahrungsergänzungs-Mitteln oder vor dem Verzehr größerer Mengen Kurkuma beraten.)

(Erstveröffentlichung als Gastautorin im Monatsmagazin „pan“ 2018)

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