Krankenhaus von jetzt auf gleich

Krankheit, Holzfigur über Steinen, Foto counselling pixabay

Nachdem ich wirklich glücklich darüber war, die Chemos recht gut überstanden zu haben und mich total darauf freute, den nächsten Abschnitt angehen zu können – zwang mich eine „Erkältung“ von jetzt auf gleich in die Kniee. Nun hatte ich so lange aufgepasst, mich nicht anzustecken bei anderen Menschen. Hatte Arztpraxen weitestgehend gemieden und nur in Notfällen aufgesucht und den Kontakt zu den kleinen Enkelkindern schweren Herzens weitestgehend eingeschränkt. Um dann letztendlich doch eine schwere Atemwegsinektion zu bekommen.

In der letzten Woche konnte ich mich von Montag bis Donnerstag tatsächlich nur noch zu Hause von A nach B schleppen und dann ging gar nichts mehr. Am Donnerstag begleitete mich mein Mann zur Blutabnahme, denn alleine hätte ich es nicht geschafft. Doch bei einem Leukozythenwert von 0,5 und 39 Grad Fieber entschied der Onkologe sehr schnell, dass ich nicht mehr nach Hause dürfe. Ehe ich mich versah befand ich mich stationär aufgenommen im Krankenhaus auf der Palliativstation wieder. Und alleine dieser Begriff „Palliativstation“ jagte mir einen Riesenschrecken ein. Doch ich wurde schnell darüber aufgeklärt, dass dies die Station sei, die sofort ein Zimmer/Bett frei hatte.

Es ging mir so schlecht, dass ich mir letztendlich nur noch sagte „Hauptsache in guten Händen und unter ärztlicher Aufsicht“. Dann folgten recht einsame Tage, denn ich befand mich in so genannter „Umkehr-Isolation“. Das bedeutet, falls Besucher, dann nur mit Schutzkleidung und Mundschutz. Das gleiche galt für die Pflegemitarbeiter. Ich selbst verließ das Zimmer für fast drei Tage so gut wie nie und wenn, dann nur mit eigenem Mundschutz versehen für einige Meter auf dem Stationsflur. Wie gesagt, eine recht einsame Zeit. Letztendlich aber durch das Antibiotikum und die entsprechenden Spritzen zur Leukozythenbildung ging es mir Tag für Tag und Stückchen für Stückchen wieder besser.

Emotional lag ich dann Samstag am Boden, denn irgendwann ist es mit der „Stärke“ doch vorbei. Allein der Gedanke, am Sonntag bei der Taufe unseres jüngsten Enkelkindes nicht dabeisein zu können, machte mich unendlich traurig. Doch an eine Teilnahme war aus ärzticher Sicht gar nicht zu denken. Und so fehlte Oma Ute an diesem so wichtigen Tag. Um so schöner war die Erlaubnis, dass ich nachmittags Besuch auch von dem kleinen Täufling erhalten durfte.

Gestern folgte die Planungs-CT bei den Strahlentherapeuten mit entsprechenden Einzeichnungen für die anstehenden Bestrahlungen. Der Termin für die 1. Bestrahlung wurde auf den kommenden Montag, 1.10., festgelegt.

Nun bin ich also wieder zu Hause. Husten und Schnupfen habe ich nach wie vor, aber ich bin fieberfrei und meine Leukozythenwerte von 36,8 sind extrem gut. Deshalb bin ich direkt wieder positiv gestimmt, freue mich darauf, dass es nun Tag für Tag bergauf geht. Doch bin ich noch sehr geschwächt und muß es langsam angehen lassen. Aber ich bin wieder zu Hause.

Liebe Grüße an all‘ meine treuen Leser, Eure Ute

 

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