Krebs – Nachsorge

Wie es so weitergeht

Schönes sehen, Hibiskusblüte wächst durch Mauerelemente, Foto Ute Boysen

Das neue Jahr hat begonnen und der Kalender zeigt viele Termine an. So ist die Nachsorge der überstandenen Krankheit äußerst wichtig und selbstverständlich nehme ich sie wahr.

Es handelt sich um Termine bei den Onkologen, den Strahlentherapeuten, dem Gynäkologen. Es stehen Termine an für den Reha-Sport, den Wiedereinstieg ins Fitness-Center, um die verloren gegangene Kondition neu aufzubauen oder Arzt-Folgetermine, die sich aus bereits erfolgten Untersuchungen ergeben haben. Die Knochendichtemessung steht ebenfalls noch aus.

Außerdem habe ich parallel zur medizinischen Seite die heilpraktische Hilfe in Anspruch genommen und bin in der Behandlung zur Körperentgiftung, um den stark in Mitleidenschaft gezogenen Darm aufzubauen und zu stärken. Eine Bio-Resonanz-Therapie läuft ebenfalls und Akupunkturunterstützung hilft, die durch die Chemotherapie erlangten zusätzlichen Kilos wieder abzubauen.

Auch habe ich mich entschieden, meine zwei verbliebenen Amalgam-Füllungen aus den Zähnen entfernen zu lassen. Der erste Austausch ist bereits erfolgt und ich habe nach Empfehlung der Heilpraktikerin Zement gewählt, damit die austretenden Toxine durch dieses luftdurchlässige Material ihren Weg aus dem Körper finden. Das wäre bei einer sofortigen Füllung mit Kunststoff nicht gegeben, da der Zahn dann luftdicht verschlossen wäre. So erfolgt die weitere Behandlung nach drei Monaten. Mein Zahnarzt unterstützte diese Vorgehensweise sofort und sorgte vorbildlich durch in den Mund eingelegtes Material dafür, dass auch nicht das winzigste Bröckchen Amalgam in den Körper gelangte.

Seit Anfang Dezember nehme ich nun auch das verordnete Medikament (Aromatasehemmer) für die nächsten fünf Jahre ein und vertrage es bisher sehr gut. Die Produktion der Östrogene soll damit so bald wie möglich eingestellt werden, da mein Tumor auch dieses Mal wieder hormonabhängig war. Obwohl ich von 2008 bis 2013 schon einmal ein Medikament dieser Art einnehmen musste (nach der zweiten Brustkrebs-Erkrankung), hatte sich mit diesem Tumor erneut eine Zelle im Zusammenhang mit Östrogen-Hormonen bösartig verändert. So hoffe ich inständig, dass die Einnahme des neuen Mittels in Verbindung mit der OP, der Chemo und den Bestrahlungen dieses Mal dafür sorgt, dass ich nicht noch einmal solch‘ eine Krankheit durchmachen muss.

Alles geht seinen Weg. Ich mache, was mir die Ärzte empfehlen oder raten und höre bei meinen Entscheidungen auf den Bauch. Ich folge den Ratschlägen der Heilpraktikerin, soweit ich vom Nutzen überzeugt bin und verbinde so zwei unterschiedliche Herangehensweisen und Nachsorge-Möglichkeiten.

Ausgesprochen erfreulich empfinde ich mein Haarwachstum! Obwohl erst rund 1,5 cm neu gewachsen sind und auch fast keine Farbpigmente vorhanden sind, freut es mich sehr! Weißgraue weiche flusige Haare kräuseln sich langsam auf dem Kopf und ich habe nur noch wenig Eigenfarbe in den Spitzen.

Trotzdem hatte ich schon einige Male den Mut, mich mit dieser „Frisur“, die eigentlich noch gar keine ist, in der Öffentlichkeit sehen zu lassen. Umso schrecklicher empfand ich grinsende Blicke, Tuscheln hinter vorgehaltener Hand, Kichern, abwertende Blicke oder äußerst schäbige Wortfetzen, die im Vorbeigehen an mein Ohr trafen. Ich sollte nicht darauf reagieren und es sollte mich nicht berühren… Doch in einer solch angeschlagenen Lebenssituation ist das leichter gesagt als getan. Und so kann ich nur all‘ diesen Mitmenschen, die sich so verhalten, sagen: hoffentlich kommt Ihr niemals in eine gleiche Situation. Jetzt trage ich wieder eine Mütze.

Ich freue mich, dass es mir gut geht! In diesem Sinne,
liebe Grüße an meine Leserschaft,
Eure Ute

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