“Lassie” – unvergessliche TV-Serien

Collie, Foto No-longer-here auf Pixabay

Es war einmal eine Collie-Hündin namens Lassie, die die Welt eroberte. So oder ähnlich könnte mein heutiger Bericht beginnen, denn diese gleichnamige US-amerikanische Serie ist bis heute unvergessen. Bereits im Jahr 1938 erschien eine Kurzgeschichte und im Jahr 1940 ein Buch unter dem Namen „Lassie come home“. Und was kaum jemand weiß, im Jahr 1943 erhielt Liz Taylor als 10jähriges Mädchen die Hauptrolle in der ersten Verfilmung. Bis zur Serienproduktion und Ausstrahlung über den Fernseher vergingen dann aber doch noch einige Jahre.

Im ersten deutschen Fernsehen (ARD) konnten Kinder und Erwachsene ab 1954 diese Tier-Serie verfolgen, wenngleich noch nicht allzu viele Haushalte überhaupt einen Fernseher besaßen. Hundekenner merkten sicher sehr schnell, dass es sich bei „Lassie“ um einen Rüden und nicht um eine Hündin handelte. Doch wurden zur Produktion aufgrund der unterschiedlichen Größe und Fellbeschaffenheit fast immer männliche Collies eingesetzt. Der Name „Lessie“ ist schottischen Ursprungs und bedeutet „Mädchen“, was angesichts des Filmeinsatzes von Rüden etwas merkwürdig erscheinen mag.

Bis 1966 strahlte die ARD regelmäßig die Serienbeiträge aus und von 1967 bis 1977 zeigte das ZDF mehr als 300 Episoden. Mit 588 Folgen in 19 Staffeln stellt die Serie „Lassie“ damit einen Rekord auf und ist sowohl in den USA als auch in Europa und China bis heute sehr bekannt.

Liefen die ersten TV Beiträge noch unter dem einfachen Namen „Lassie“, so änderte sich dies mit der Ausstrahlung im ZDF und jede Episode erhielt eine eigene Bezeichnung. Schaut man sich nun einmal die lange Spieldauer der Serie an, so ist unschwer zu erkennen, dass sowohl die Hunde, als auch die Schauspieler wechseln mussten.  Es beeinträchtigte die Serie nicht, denn auch in den Folgejahren wurden immer wieder ausgebildete Filmhunde eingesetzt, die dem Erst-Collie stark ähnelten.

Was machte denn nun ausgerechnet diese Serie so überaus beliebt? Es ist vielleicht die Nähe zum „Haustier Hund“, die Bewunderung darüber, was ein Hund alles lernen kann und will und die Freude darüber, dass der Menschenfreund Hund so liebenswert dargestellt wird. Anders als in Western-Filmen, Science fiction Serien oder Agententhrillern sind wir dem Tier einfach näher und „verstehen“ besser, was hier bei „Lassie“ vermittelt wird.

Kommen wir zur Geschichte um die Collie-Hündin und sehen uns einmal die Inhalte der Folgen an. „Lassie“ lebt mit dem kleinen Jungen Jeff Miller, dessen Mutter und Großvater auf einer Farm. Später kommt der Waisenjunge Jimmi zur Familie. Doch die Familie Miller muss die Farm verlassen und zieht weg. „Lassie“ und auch „Jimmi“ können sie nicht mitnehmen. Was sich erst einmal herzerweichend anhört, ist für die beiden nicht ganz so schlimm, denn die neuen Besitzer bieten ihnen eine wunderbare Zukunft. Die Eheleute Martin sind kinderlos, schließen „Jimmi“ in ihr Herz und adoptieren ihn. „Lassie“ gehört fortan ebenfalls zu dieser Familie.

Die menschenfreundliche „Hündin Lassie“ erlebt im Laufe ihres Lebens viele gefahrvolle Situationen, aus denen sie ihre jeweiligen Herrchen oder Frauchen rettet. Egal, ob Kind oder Erwachsene, stets ist sie treu ergeben und hilft wo sie kann. Dies ist umso erstaunlicher, da es sich ja um verschiedene Filmhunde handelt und diese sich immer wieder auf neue „Herrchen oder Frauchen“ einstellen müssen. Vorrangig vor allen anderen Kriterien geht es in dieser Serie um die Freundschaft zwischen einem Jungen und einem Hund. Es geht um beschützen, retten, helfen, zur Seite stehen und da sein. Aber auch darum, den Zuschauern zu zeigen, welche Intelligenz Hunde mitbringen, denn „Lassie“ ist ein überaus kluger Weggefährte.

Vergessen sollte man allerdings nicht, dass eine Filmhundeausbildung zugrunde liegt und das Tier an sich schon ein bestimmtes gewünschtes Verhalten zeigte. Nun ist es aber nicht so, dass eine spezielle Rasse ganz besonders geeignet erscheint für Film und Fernsehen. Hier spielen andere Kriterien eine wesentlichere Rolle (Quelle: www.agila-magazin/tierlexikon/2000-filmhund).

Die Serie spielt in einem US-amerikanischen bedrohten Nationalpark, den „Lassie“ gemeinsam mit ihren Freunden durchstreift und vor Gefahren schützt. Produziert wurde die Serie in Kalifornien. Aufgrund der großen Beliebtheit erfolgten in den Folgejahren und Jahrzehnten weitere Produktionen in den USA (The new Lassie) sowie zahlreiche Neuauflagen. Neben ARD und ZDF sendeten Sat 1 und Pro Sieben, Kabel 1 und DF1 Junior die verschiedensten Staffeln als Wiederholung oder Neuproduktion (Quelle: www.wunschliste.de).

Bis heute sind die Staffeln als DVDs, Zeichentrickfilme (zum Beispiel in der ZDF-Mediathek), oder Bücher erhältlich.

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