„Lederschuhe“ – Wichtig? Oder eher nicht?

Zu meinem heutigen Thema mit dem Oberbegriff „Schuhe“ fand ich im Internet eine fast schon unüberschaubare Fülle an Informationen. Sowohl was die Herkunft, das Fundalter, die Macharten oder die Moderichtungen angeht, konnte ich nach Herzenslust stöbern, finden, lesen und lernen. Und zum Thema „Lederschuhe“ fand ich wieder eine Interviewpartnerin, die mir aus ihrem Leben und von ihrer Erfahrung berichtete.

Pumps, Foto Stephanie Ortiz auf pixabay

Für Gisela Klein-Hitpaß (79) ist es absolut wichtig, Schuhe aus Leder zu kaufen und zu tragen. „Eigentlich immer schon habe ich Lederschuhe getragen, je nach Alter auch bestimmte Markenschuhe“, beginnt die Seniorin ihre Geschichte. Und warum gerade Schuhe aus Leder? „Ganz einfach“, antwortet sie „das Gefühl, das Geschmeidige am Fuß, ist mir einfach angenehmer“. Nur zum wöchentlichen Tanznachmittag trägt sie Kunstlederschuhe mit eingelegter Echtledersohle.

Ich möchte wissen, ob es denn auch schon in der Kindheit für sie Lederschuhe gab oder erst im fortgeschrittenen Alter und erfahre, dass die Eltern immer schon großen Wert auf gutes Schuhwerk gelegt hatten und die Kinder aus diesem Grund tatsächlich immer Lederschuhe tragen konnten. „Ich erinnere mich besonders gern an meine Kommunion“ fährt die Seniorin fort und erzählt weiter, dass sie echte Lacklederschuhe zu diesem feierlichen Anlass geschenkt bekam. „Als Neunjährige war ich richtig stolz auf diese Schuhe“, lächelt sie.

Die Freude oder Bevorzugung für lederne Schuhe werden möglicherweise bereits in der Kindheit festgelegt. Zumindest bei Gisela K. war es so, denn ihre Eltern besaßen in der Neustraße unserer Stadt eine Gaststätte und ein kleines Lebensmittelgeschäft und waren insgesamt eher konservativ eingestellt. Dazu gehörte die Meinung „Bloß nicht auffallen!“. Schrille Schuhfarben oder –formen, ausgefallene Modelle? Undenkbar. So gesehen hat auch das Elternhaus in dieser Hinsicht geprägt.

Und wie war es dann in den Jahren als Jugendliche? Die Seniorin muss nicht nachdenken, denn wie ein roter Faden zieht sich ihr Schuhgeschmack durch ihr ganzes weiteres Leben. „Ich habe immer Wert auf schlichte, eher damenhafte Schuhmodelle gelegt. Die Hauptsache war tatsächlich das Leder. Und immer waren es die Farben Schwarz, Blau oder Beige. Schleifen, Spangen, Knöpfe oder Schnallen hatten ihre Schuhe niemals. „Was mir auch ganz wichtig war und ist, das sind die farblich und stilmäßig passenden Handtaschen zu meinen Schuhen“, fügt Gisela K. hinzu.

„Bei meiner Größe von nur 1,58 m kann ich wunderbar Schuhe mit Absätzen tragen, also elegante Pumps auch mit höheren Absätzen. Und das ist bis heute so, “ lacht sie und zeigt mir ihre modischen cognacfarbenen Stiefeletten mit einem sechs Zentimeter hohen Absatz. „Was auch ganz besonders wichtig ist bei Lederschuhen ist natürlich die Pflege“, fügt sie hinzu. „Ich habe eher nur ein bis zwei Paar neue Schuhe oder Stiefel gekauft im Jahr, denn durch die sehr gute Pflege meiner Lederschuhe konnte ich sie auch jahrelang weitertragen, sofern sich die Schuhmode nicht generell gewandelt hatte“.  „Als ich ein junges Mädchen war habe ich bei meiner Tante häufig auf die sechs Kinder aufgepasst. Jeden Abend musste ich dort alle Schuhe der Kinder putzen und ich stellte sie auf der Treppe von einer Stufe zur nächsten sauber aufgereiht ab. Vielleicht habe ich auch dadurch die gute Schuhpflege verinnerlicht“, lacht Gisela K.

Ihre eigenen drei Kinder bekamen hochwertige Lauflernschuhe, natürlich aus Leder. Die Töchter entwickelten allerdings konträre Geschmacksrichtungen und tragen heute absolut sportlich und extrem elegant, ganz ihrem eigenen Wohlfühlen entsprechend verschiedene Stilrichtungen. Der Sohn mag es klassisch und ihr Partner bevorzugt konservative Lederschuhe, deftige, elegante maskuline Herrenschuhe. „Aber“, und hier lacht die Seniorin herzhaft „heute trägt er auch gerne weiche Sneaker mit weißer Sohle, einfarbig und nicht unbedingt aus Leder“. Der Grund? „Weil junge Männer die gerade auch tragen“.

Kleines Hintergrundwissen zum Lederschuh. Der älteste vollständig erhaltene Lederschuh wurde im Jahr 2008 in Armenien ausgegraben und auf das Jahr 3630-3380 v. Chr. datiert. Nachweislich gab es im Mittelalter etwa 800 bis 1500 n. Chr. in Europa Lederschuhe nach wendegenähter Machart sowie lederne Bundschuhe. Erst im 19. Jahrhundert wurden Schuhe mehr und mehr in Fabriken angefertigt, dadurch bedingt preiswerter als vom Schuhmacher hergestellt und aus diesem Grund für mehr Menschen bezahlbar. (Quelle www.wikipedia.de)

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