Lies-eine-Straßenkarte-Tag

Kurios, aber lehrreich!

Straßen-Falt-Karten, Foto Don’t sell my photos at commercial stock portals by pixabay, cocoparisienne

Tatsächlich gibt es sogar einen eigenen Sondertag für das Thema „Straßenkarten lesen“, natürlich aus den USA kommend, der dort am 5. April gefeiert wird. Seltsam meinen Sie? Aber mal ganz ehrlich: wer kann denn heutzutage überhaupt noch eine Straßenkarte lesen, ganz zu schweigen von topografischen Karten (…eine topografische Karte ist eine mittel- bis großmaßstäbige Karte, die zur genauen Abbildung der Geländeformen und anderer sichtbarer Details der Erdoberfläche dient. Das Gelände wird in der Regel durch Höhenlinien dargestellt, ergänzt um markante Höhenpunkte und den Verlauf der Gewässer, Quelle: Wikipedia. (Vereinfacht ausgedrückt, Landschaftskarte mit Höhen-,Tiefen- und Gewässer-Angaben).

Also Straßenkarten. Früher, als es noch keine Navigationsgeräte in den Fahrzeugen gab, da lernten wir in der Fahrschule auch, eben die besagte Straßenkarte zu lesen. Manch‘ einem fiel das schwer. Und das ist sicher bis heute geblieben. Ist ja auch kaum noch notwendig. Was aber, wenn einmal die gesamte Technik ausfällt? Durchfragen wäre eine Möglichkeit. Aber selbstständig anhand einer Karte den Weg zu finden ist ja auch nicht schlecht.

Und nun also der 5. April (engl. National Read a Road Map Day). Was genau die US-Bürger an diesem Tag machen, wie sie diesen Ehrentag verbringen, bleibt mir bisher verborgen. Vielleicht feiern sie einfach nur, dass sie das Straßenkarten lesen beherrschen. Ich persönlich bin im Kartenlesen nicht ganz so bewandert, wobei mir eine Straßenkarte im Stadtplan noch einigermaßen einfach erscheint. Aber schaue ich mir eine Deutschland-Karte an und soll verschiedene Autobahnen von Nord nach Süd oder wie auch immer herausfinden – oh jeh. Wir würden sicher niemals ankommen. Ganz davon abgesehen, dass ich die Karte drehen muss, um die richtige Richtung vor mir zu haben… Doch zurück zum besonderen Tag.

Was fällt mir zum Karten lesen generell ein? Die Seefahrt, Wanderkarten, Radwanderwege, der Jakobs Weg, Stadtpläne, topografische Karten. Dass bereits seit dem 15. Jahrhundert in Europa Straßenkarten bekannt sind und tatsächlich ein Deutscher Kartograf namens Erhard Etzlaub die „Romwegkarte“ als erste Karte drucken ließ, das habe ich während meiner Recherche erfahren (http://www.unterwegs-auf-alten-strassen.de/index.php?Das-ist-der-Romweg-von-meylen-zu-meylen).

Nun stelle ich mir noch ein unheilvolles Zukunftsbild vor, in dem die Technik der heutigen Zeit aus welchem Grund auch immer total zusammengebrochen ist. Wir können in keinster Weise über den Computer, über Telefon-Festnetz-Verbindungen oder Mobilfunkgeräte miteinander kommunizieren, Radio und TV fallen aus und wir sind auf uns gestellt. Müssen Wege, Straßen, Strecken selbst ermitteln und finden, um Angehörige oder Freunde zu finden und zu treffen an irgendwann einmal festgelegten Notfall-Standorten. Na dann viel Spaß! Ich denke, dass es sehr viele Mitmenschen gibt, die irgendwie völlig verstört herumirren und nicht wissen, wie sie von ihrem Heimat-Standort zur Stadt XY gelangen sollen – ohne irgendwelches Kartenmaterial… ich schließe mich nicht aus. Das wäre dann eine gewaltige Herausforderung.

Vielleicht ist der 5. April so gesehen ein Tag, an dem wir einfach einmal mit einer Straßenkarte durch die Stadt ziehen und eine Straße oder einen bestimmten Zielpunkt versuchen zu erreichen. Ohne Smartphone, ohne Navigationsgerät – einfach so mit einer Karte in der Hand. Werden Sie ankommen?

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