Muscheln und Co. – Strandfunde

Strohhut und verschiedene Muschelschalen, Foto Ute Boysen

Nicht nur im Sommer, sondern ganzjährig sieht man sie weltweit an den Stränden – die Muscheln sammelnden Urlauber. Ich möchte jetzt nicht über die fernen exotischen Strände sprechen, sondern beschränke mich auf die beliebten Strände Spaniens. Und obwohl wir innerhalb der EU bei unserer Heimkehr keine Zollüberprüfungen an den Flughäfen vorfinden, stehen dennoch Regeln, Vorschriften und Gesetze bereit, die verschiedene Arten schützen. Aber weiß das auch jeder Reisende?

Schlangenledertaschen oder Krokodillederschuhe dürfen nicht nach Deutschland eingeführt werden. Das weiß mittlerweile jeder Urlauber. Auch Elfenbeingegenstände oder –Schmuckstücke sind absolut verboten mitgebracht zu werden. Doch wie sieht es denn mit Muscheln aus? Diese kleinen leeren zurückgebliebenen Schalen der Muscheln, die wir an fast allen Stränden der Welt finden können? Dürfen sie gesammelt und mit nach Hause genommen werden?

Ich konnte im Internet nur widersprüchliche oder unzureichende Informationen finden und wandte mich deshalb mit meinen Fragen an die Generalzolldirektion in Dresden https://www.zoll.de/DE/Der-Zoll/Struktur/Generalzolldirektion/.

Die grundsätzliche Frage bei einem Muschelfund lautet demnach: unterliegt dieses Fundstück dem Artenschutz? Das ist nun nicht so ganz einfach zu beantworten. Denn stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie spazieren mit ständigem Blick auf den Boden neben Ihren Kindern oder Enkelkindern am Strand entlang. Alle paar Meter erfolgen begeisterte Schreie über kleine und kleinste Muschelfunde, die in die mitgebrachten Eimerchen oder Tüten wandern. Nun wollen die Kleinen diese anschließend gewaschenen schönsten Muscheln auch gerne nach dem Urlaub mit nach Hause nehmen. Artenschutz? Ist jetzt hier beispielsweise an einem spanischen Strand erst einmal gar kein Thema und nicht jeder hat ein Smartphone oder einen Computer zur Hand, um nachlesen zu können, ob gerade diese Muscheln dem Artenschutz unterliegen…

So gesehen ist es also mehr als schwierig herauszufinden, ob die Strandschätze mitgenommen werden dürfen oder nicht. Was sagt die Zollbehörde? Ich zitiere einen Teil der schnellen und freundlichen Antwort: „Entscheidungen zu artenschutzrechtlich relevanten Fragen trifft allerdings nicht der Zoll, sondern die zuständige Artenschutzbehörde, das Bundesamt für Naturschutz.“ Weiterhin erfahre ich, dass es eine so genannte „WISIA Datenbank“ gibt, in der Interessierte selbst nachlesen können, ob ihre Muschel, um bei diesem Strandfund zu bleiben, aufgeführt ist.

Und schon ergibt sich die nächste Schwierigkeit, denn um das herauszufinden müssen sie den exakten Namen der Muschenart kennen…um den Status zu ermitteln. Tja. So sieht es aus.

Urlaubsandenken, leere Muschelschalen verschiedener Arten, Foto Ute Boysen

Daraufhin habe ich Fotos von den mir bekannten Muscheln und Schnecken im Internet gesucht. Diese fand ich allerdings nicht aufgeführt und auch unter dem Link https://www.artenschutz-online.de/information/art.php?land=ES&sammelname=Schnecken
konnte ich keine Hinweise dazu finden. Also gehe ich persönlich jetzt davon aus, dass meine gefundenen Muscheln (siehe Foto) nicht dem Artenschutz unterliegen und unsere Enkelkinder die Hand voll Schätze mitnehmen dürfen. Allerdings lassen sich auch im Urlaubsland Spanien genehmigungspflichtige große Arten finden.

Doch sollten Sie sich in exotischen Ländern aufhalten und große Riesenmuscheln oder ausgefallene Schneckengehäuse finden, Seesterne oder Seepferdchen – dann lassen Sie diese besser rein vorsichtshalber liegen und kaufen auch keine Dekorationsgegenstände oder Schmuckstücke, die aus diesen geschützten Arten hergestellt wurden – unserer Natur, unserer Umwelt zuliebe.

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